(openPR) Pünktlich zur Fußball-WM in Südafrika gibt es einen innovativen Informationsdienstleister für Afrika
Zur Fußballweltmeisterschaft in Südafrika richten sich viele Blicke auf den afrikanischen Kontinent. Der hannoversche Politologe Dr. Jan Cernicky hat auf diese Situation reagiert. Seit Oktober 2009 bietet er mit dem Recherchedienst Afrika umfassende Informationen aus Afrika an.
Die Idee hierzu entstand nach Abschluss seiner Promotion Ende 2008. Bei Forschungsaufenthalten in verschiedenen westafrikanischen Staaten ergaben sich viele persönliche Kontakte. Gleichzeitig musste Jan Cernicky für die Beschaffung von Informationen aus Afrika bei weiten den größten Teil seiner Zeit - und auch viel Geld - investieren. Viele Informationen ließen sich aus Deutschland schlicht nicht beschaffen. Die Doktorarbeit musste an einigen Stellen auf zentrale Belege verzichten, da eine weitere Reise nicht mehr möglich war.
Diese Erfahrung führte schließlich zur Gründung der eigenen Firma. Ihr Ziel ist, aktuelle Informationen aus Afrika schnell und zu geringen Kosten in Deutschland verfügbar zu machen. Das Netzwerk an Kontakten in Afrika wurde konsequent ausgebaut, so dass mittlerweile in jedem Staat Afrikas Kontaktpersonen für Recherchen zur Verfügung stehen. Nicht nur Studenten, sondern vor allem mittelständigen Firmen, wird eine preisgünstige und schnelle Recherche angeboten. Erste Kunden haben so etwa Kontakte zu Großhändlern von Schmierölen in mehreren Staaten Afrikas gesucht.
Als zweites Standbein entwickelte sich die Vermittlung von Übersetzungen. In fast jedem Staat Afrikas werden außer den Sprachen der ehemaligen Kolonialmächte, meist Englisch oder Französisch, viele lokale Sprachen wie Swahili, Amharisch oder Yoruba gesprochen. So war es naheliegend, Übersetzungen dieser Sprachen anzubieten.
Neben einigen kleineren Kunden nutzt diesen Service auch eine indische Übersetzungsagentur. Diese nimmt große Aufträge an und verteilt die exotischen Sprachen auf Subunternehmer. Hierbei kam es etwa zu der kuriosen Situation, dass der indische Kunde den Recherchedienst Afrika in Hannover-Linden damit beauftragte, einen Text der niederländischen Einwanderungsbehörde aus dem Englischen ins Oromo (eine Sprache aus Zentraläthiopien) übersetzen zu lassen. Solche Aufträge nehmen oft fast dramatische Züge an: So etwa, wenn der Abgabetermin näherrückt, der indische Kunde bereits dreimal nach dem Stand der Dinge gefragt hat und aus Äthiopien über Stunden keine Antwort kommt, da dort entweder der Strom ausgefallen ist oder die Regierung aufgrund der näher rückenden Wahlen vorübergehend das Internet blockiert. Trotzdem wurden mittlerweile genügend Erfahrungen gesammelt, um solche Unwägbarkeiten abschätzen zu können. Die Termine werden fast immer erreicht.
Der Recherchedienst Afrika soll jedoch nicht nur Investitionen und Forschung in Afrika möglich machen. Er hat auch ein soziales Ziel. Denn durch die eingehenden Aufträge kann in Afrika junge Akademikern eine qualifizierte berufliche Perspektive geboten werden. Bisher blieb den auch in Afrika hoch qualifizierten Uniabgängern nach dem Abschluss oft kaum mehr als die Wahl zwischen der Emigration und dem Verkaufen von Telefonkarten. In den ersten Monaten der Arbeit des Recherchedienst Afrika flossen dagegen bereits rund 500 US-Dollar an Gehältern nach Afrika, die direkt den Menschen vor Ort zur Verfügung stehen.
Vor der Gründung des Recherchedienst Afrika hat Jan Cernicky an der Universität Hannover über regionale Integrationsprozesse in Westafrika promoviert. Er war dafür mehrfach in Afrika unterwegs und kennt daher das westliche und südliche Afrika sehr gut. Neben der unternehmerischen Tätigkeit publiziert und referiert er regelmäßig über Politik, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit in Afrika.








