(openPR) Immer wieder wenn es zu einer Krise an den Finanzmärkten kommt, wird die Praxis des Short Sellings, des Leerverkaufens oder einfach nur des „shortens“ in Frage gestellt. Insgesamt hat diese Praxis einen sehr schlechten Ruf - zu Unrecht?
Was bedeutet eigentlich Short Selling? Das Short Selling (oder zu Deutsch: der Leerverkauf) kann sich auf einen Future (Rohstoffe oder Währungen) sowie auf Wertpapiere und weitere derivative Finanzprodukte beziehen.
Am Beispiel von Wertpapieren bedeutet dies, dass ein Verkäufer eine gewisse Anzahl von Wertpapieren im Markt verkauft, die er sich zuvor von einem Dritten geliehen hat. Der Verkäufer spekuliert bei short Geschäften (im Gegensatz zu long Geschäften) immer auf fallende Kurse. Das bedeutet, dass er die Differenz zwischen dem erzielten Marktpreis und dem Preis, zu dem er die Aktien vom Verleiher erworben hat, als Gewinn verbuchen kann. Steigt hingegen die Aktie im Preis verliert er.
In Krisen stehen diese Short Seller immer wieder am Pranger. Genau so war es erneut im Krisenjahr 2008. Es ging sogar soweit, dass die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) im September 2008 für 799 Finanztitel ein Short-Verbot erließ. In Deutschland reagierte auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und stellte 11 deutsche Finanztitel unter denselben Schutz.
Wie im Jahr 2008 können aber selbst solche Verbote keinen wirksamen Schutz gegen den Verfall des Aktienpreises darstellen, denn die Inhaber von diesen Aktien können durch einen „normalen“ Verkauf der Aktie den Preis weiter nach unten treiben. Im Krisenjahr 2008 war die Absicht der Börsenaufsicht nur die spekulativen Wetten gegen einen weiteren Preisverfall einzuschränken.
Jedoch muss hier klar gesagt werden, dass Leerverkäufe ein wichtiges Instrument für die Finanzmärkte sind. Ein Aktienhandel (und selbstverständlich auch der Handel an den Futures-Märkten) kann nur stattfinden, wenn es für einen Kauf auch immer eine Gegenposition gibt. Das heißt, dem Käufer muss immer ein Verkäufer gegenüberstehen. Das Short-Selling ermöglicht es dem Market Maker (der die Kauf- und Verkaufswünsche zusammen führt) Liquidität und Preisstabilität zu gewährleisten.
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