(openPR) Die Berichtssaison, die noch im letzten Jahr für gravierende Impulse an den Märkten sorgte, ging in den USA ohne große Überraschungen und Auswirkungen zu Ende.
Charttechnisch betrachtet kann es zwar sein, dass der Markt noch einmal Anlauf zu neuen Jahreshochs nimmt, jedoch sind im Bereich von maximal 1.200 Punkten beim S&P 500 Index signifikante Widerstände. Insgesamt betrachtet befindet sich der Markt in einem Bereich, in dem die Luft nach oben zusehends dünn wird, aber langfristig ist noch deutliches Aufwärtspotential im Markt vorhanden.
Nach einigen negativen Überraschungen bei den Wirtschaftsdaten, äußerte sich Warren Buffett in seinem Brief an die Aktionäre zum Thema Immobilienpreise, wie folgt: „Within a year or so, residential housing problems should largely be behind us. Prices will remain far below „bubble“ levels, of course, but for every seller or lender hurt by this there will be a buyer who benefits.“
Im Fokus standen in den letzten Wochen klar der Euro, Griechenland und die damit verbundenen möglichen Auswirkungen auf die Gemeinschaftswährung.
In einem Bloomberg Radio Interview sagte Professor Nouriel Roubini: „Down the line, not this year or two years from now, we could have a breakup of the monetary union, it´s a rising risk“.
Bundeskanzlerin Merkel sagte in einem ARD Interview, dass sich die Gemeinschaftswährung in der schwierigsten Phase seit ihrem Bestehen befinde. Die Gründe für beide Aussagen sind wie immer mannigfaltig.
Natürlich belastet der griechische Haushalt den Euro. Das griechische Haushaltsdefizit belief sich 2009 auf ungefähr 13% der Wirtschaftsleistung. Die Gefahr besteht, dass man in einen Teufelskreis gerät. Es könnte weiteres Ungemach von den Ratingagenturen drohen, wenn sie die Bonität Griechenlands negativer bewerten.
Dies würde es wiederum den Griechen erschweren durch den Verkauf von Staatsanleihen das dringend benötigte Geld aufzunehmen. Das griechische Bruttoinlandsprodukt macht innerhalb der EU nur ca. 2,6% aus - das spanische hingegen deutlich über 10%.
Somit besitzt Spanien das Potential die europäische Währung viel stärker zu belasten. Die Probleme in Spanien sind vielschichtig und reichen von einer geplatzten Blase am Immobilienmarkt über eine enorm hohe Arbeitslosenquote (knapp unter 20%) bis hin zu einem Haushaltsdefizit von ca. 9%. Nicht nur Griechenland und Spanien sind in Europa angezählt, sondern auch noch die anderen „PIIGS“, nämlich Portugal, Irland und Italien.
Zu den fundamentalen Gründen für einen Abverkauf des Euro kommen noch spekulative hinzu. Der Devisenmarkt ist der größte Finanzmarkt der Welt (4 Billionen US-Dollar am Tag im Jahr 2007), der die Preise bestimmt und zieht viele Institutionen mit unterschiedlichen Interessen an. Trotz einer gegenwärtig schwächeren Gemeinschaftswährung bedeutet dies nicht nur Negatives. Je stärker sich der Euro vs. US Dollar hin zur Parität bewegt, desto besser ist es für den europäischen Export. Negativ ist jedoch die Kaufkraft des Euros außerhalb der Eurozone.
Wie immer in Zeiten der Unsicherheit spricht für den US-Dollar - trotz aller eigenen Probleme - dass dieser nach wie vor eine Krisenwährung ist, bzw. einen sicheren Hafen darstellt. Des Weiteren sehen viele Analysten für die USA eine höhere Wachstumserwartung als für die Eurozone.
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