(openPR) Der innovativste Hersteller von IT-Systemen in Deutschland stellt den aktuellen Entwicklungsstand von RECS vor. Das vom Bundeswirtschaftsministerium noch bis Juni 2010 im Rahmen des ZIM-Programmes (Zentrale Innovationsförderung Mittelstand) geförderte Entwicklungsprojekt RECS (Resource Efficient Cluster Server) wird zusammen mit dem Paderborner Uni-Institut PC² (Paderborn Center for Parallel Computing) und der Fachgruppe Schaltungstechnik des Heinz Nixdorf Institutes der Uni Paderborn durchgeführt.
Das ursprüngliche Projektziel war die Entwicklung eines "Supercomputers für den Mittelstand". Mittlerweile könnte dieser Supercomputer auch über den Mittelstand hinaus von Interesse sein: "Es reicht wahrscheinlich ein einziger Schrank, vollgestopft mit den leistungsfähigsten RECS 710-Modulen (12 x XEON-Nehalem Quadcore und 500 GB RAM pro Höheneinheit), um einen (unteren) Platz in der TOP-500-Liste der weltweiten Supercomputer-Spitze zu erreichen. Mit zwei Schränken ist man auf jeden Fall dabei", sagt Wolfgang Christmann, Geschäftsführer von Christmann Informationstechnik.
Ganz nebenbei: Christmann orientiert sich mit der Einteilung seiner Modulklassen (7, 5, 3) an einem großen Prozessorhersteller, der seine Prozessorenbezeichnungen wiederum nach den durch einen deutschen Automobilhersteller geprägten Nummern für die Leistungsklassen seiner Fahrzeuge ausrichtet.
Als neue Ausprägung der RECS-Entwicklung hat sich das Konzept "Resource Efficient Cloud System" ergeben, was praktischerweise das gleiche Akronym ergibt (RECS). In einem solchen "Rechenzentrum in einem Schrank" können mehrere hundert Server untergebracht werden. "Ein mittleres Rechenzentrum hat nach einer Studie von Borderstep und Frauenhofer im Durchschnitt 600 Server auf 600 m² und eine elektrische Anschlussleistung von ca. 240 kW", erläutert Christmann. "Wir schaffen die gleiche Servermenge in einem Schrank, inklusive der notwendigen Peripherie wie Storage und Backup, Stromversorgung und USV, mit ca. 30 - 35 KW."
Damit dieses "Rechenzentrum in einem Schrank" auch optimal gekühlt wird, setzt Christmann eine neuartige Form von Kühlkomponenten ein, die Hot-Spots zuverlässig vermeiden. "Dadurch können wir eine viel höhere Packungsdichte als z.B. Blade-Systeme erreichen. Wir schaffen mit den jetzigen 3er-Modulen bis zu 18 Rechenknoten auf einer Höheneinheit. Mit Blades ereicht man - umgerechnet auf eine Höheneinheit - maximal 4 bis 5". Diese hoch kompakte RECS-Lösung basiert auf der Leistung des Hardware-Entwicklerteams von Prof. Ulrich Rückert (ehemals Uni Paderborn), der seit kurzem in "Center of Excellence" an der Uni Bielfeld arbeitet. Von dort aus wird das RECS-Projekt weiter aktiv begleitet. "Wir haben schon ein paar sehr interessante Ideen für RECS Generation 2 und 3", meint der mit dem nordrhein-westfälischen Innovationspreis für ein Projekt der Vervielfachung des Datendurchsatzes auf physikalisch unveränderten Leitungen ausgezeichnete Experte. "Insbesondere im Bereich des Interconnects zwischen den Knoten des RECS ist mit heutigen Standardtechniken wie Ethernet und Infiniband noch lange nicht Schluss", meint Prof. Rückert.
Im Bereich der Kühlungslösung für das Gesamtsystem ist Christmann im Gespräch mit Rittal, um eine optimale Klimatisierung dieses Mini-RZ zu erzielen. Die von Rittal entwickelten "Liquid Cooling Packages" bilden hierzu die optimale Basis, führt Christmann aus. Zwei LCP+ Einheiten bieten die notwendigen Reserven (Gesamtkühlleistung über 40 kW) um die Abwärme eines voll bestückten RECS zu verarbeiten. Passend zur Entwicklung von RECS ist auch, dass Rittal durch Einsetzen von EC-Lüfterlösungen bei den LCP+ Einheiten den Energiebedarf der Klimatisierungseinheit deutlich reduziert. "Das passt ideal zu unseren eigenen Vorstellungen von Ressourceneffizienz", erläutert Christmann.
Je nach Projektgröße und baulichen Gegebenheiten kann zur Kaltwassererzeugung die Technik des "Solaren Kühlens" oder auch Geothermie eingesetzt werden. Als unkomplizierteste Variante bietet sich die von Rittal und einigen Klimatisierungsanbietern schon etablierte Technik des "freien Kühlens" an. Um auch die Zutrittskontrolle auf RZ-Niveau anbieten zu können, wird daran gedacht Lösungen von Rittal für die physikalische IT-Sicherheit als Erweiterungsmodule anzubieten.
Damit die enormen Ressourcen dieses "Blockheizkraftwerkes der IT" optimal genutzt werden können, bietet Christmann in Zusammenarbeit mit dem Paderborner PC² auch eine komfortable Management-Suite an. Diese basiert auf komplett virtualisierten Systemen, die einheitlich und flexibel gemanaged werden können. "Wir unterstützen alle gängigen Hypervisors: XEN, VMWare, VirtualBox, KVM und auch Hyper-V ist in Vorbereitung", erklärt Junior-Professor André Brinkmann, Leiter des PC². Dank der langjährigen Erfahrung mit der Job-Verwaltung im High Performance Computing, musste nicht bei Null begonnen werden. Mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Job-Management-Lösungen flossen in die RECS-Management-Suite ein. Erweitert wurde sie um neue Ansätze zur Verwaltung von kompletten virtualisierten Arbeitsplätzen. Eine von der Christmann-Softwareabteilung entwickelte intuitive GUI für Anwender und Administratoren rundet das Ganze ab.
"Wir meinen das Ernst: Manches Rechenzentrum muss gar nicht mehr gebaut werden. Das heißt für uns Ressourceneffizienz", meint Christmann und lädt ein: "Machen Sie sich selbst auf der CeBIT ein Bild vom aktuellen Entwicklungsstand."












