(openPR) (Oppenheim/Rhein - Udo Baum, Meteorologe) - Es war beim Blick nach draußen wie im Wintermärchen gestern am späten Abend. Da hatte sich der Himmel binnen kürzester Zeit zugezogen und Schneefall setzte im westlichen Rhein-Main-Gebiet ein. Er erreichte zeitweise mäßig starke Intensität, dauerte aber nur rund 45 Minuten und brachte meist nur einen Zentimeter. In der zweiten Nachthälfte schwächte er sich weiter westlich und nordwestlich wieder ab, um gegen Morgen über dem Westerwald und dem Raum Trier wieder zu erstarken. Seine Ränder brachten heute Vormittag auch Köln noch leichten Schneefall beim Rosenmontagsumzug.
Auch morgen könnte dieses kleine Niederschlagsgebiet am Rand des Höhentiefs im zentralen Mitteleuropa noch sein Unwesen treiben und für den einen oder anderen Schneeschauer sorgen - tolle Tage auch beim Wetter. Dabei ist seine Zugbahn unberechenbar, es eiert meist eher.
Das Niederschlagsgebiet hatte sich - zunächst nur sehr schwach ausgeprägt - am Mittag über dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb gebildet und war dann langsam nach Nordosten bis Norden gezogen. Erst am Abend nach der Überquerung des Neckars intensivierte sich das kleine Niederschlagsgebiet auf seinem weiteren Weg nach Norden.
Was war geschehen? In der Höhe hatte sich von dem westeuropäischen Höhentrog, der weit nach Süden bis Marokko reicht, ein kleines Gebiet höhenkalter Luft, ein sogenanntes Höhentief, über den BeNeLux-Ländern abgespalten und hatte über dem Westen Deutschlands ein Eigenleben begonnen. Diese Möglichkeit hatte kein Modelllauf in Betracht gezogen.









