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Die Qual der Therapie-Wahl

23.02.201017:27 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Health Technology Assessment (HTA) unterstützt Entscheidungen im Gesundheitswesen/ Wichtig für personalisierte Krebsmedizin / Internationaler ONCOTYROL-Workshop an der Privatuniversität UMIT

(Hall/Innsbruck 23.2.2010) Medizinische Maßnahmen können nicht nur nutzen, sondern auch schaden. Aus dieser Erkenntnis ist das Health Technology Assessment (HTA) entstanden, eine wissenschaftliche Methode, die als „Advokat für die Patienten und Ärzte“ das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Therapie umfassend ermittelt. HTA spielt in modernen Gesundheitssystemen eine immer wichtigere Rolle, besonders in der personalisierten Krebsmedizin. Der Informationsbedarf ist immens - nicht nur bei Ärzten und Gesundheitsbehörden, sondern auch bei Patientenorganisationen und Pharmaunternehmen. Daher sorgt ONCOTYROL, das Innsbrucker Zentrum für Personalisierte Krebsmedizin, für Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch in diesem Fachbereich. Vergangene Woche fand der zweite internationale Workshop „Einführung in Health Technology Assessment“, an der Privaten Health und Life Sciences Universität UMIT in Hall, Tirol, statt. Er wurde von Prof. Uwe Siebert, Forschungsbereichsleiter in Oncotyrol und Vorstand des Departments für Public Health, Informationssysteme und HTA an der UMIT, geleitet. Prof. Siebert lehrt HTA auch an der Harvard University in Boston. Die Teilnehmer kamen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Schweden, Frankreich, Spanien und den USA und deckten ein breites Spektrum an Interessensgruppen ab.



Für Ärzte stellt sich regelmäßig die Frage: Ist eine neue Therapie für meinen Patienten wirksamer und verträglicher als die bisherige? Die Sozialversicherungsträger sehen zudem den Kostenaspekt: Rechtfertigt eine neue Therapie höhere Kosten? Pharmaunternehmen müssen sich heute schon in manchen Ländern mit strengen Anforderungen von HTA-Behörden auseinandersetzen. Und Patientenvertreter fordern eine Behandlung, die nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Lebensqualität erhöht. Für sie ist HTA eine Methode, zu objektiven Informationen zu kommen, die unabhängig sind von den ökonomischen Interessen der Hersteller und den Sparzwängen der öffentlichen Hand.

HTA schafft eine fundierte und transparente Grundlage, die Ärzte, Kostenträger, Gesundheitspolitiker, Hersteller und Patienten bei Entscheidungen unterstützt. Die Kunst des Health Technology Assessment besteht darin, das Wissen und die Evidenz zu medizinischem Nutzen, Risiken und Kosten einer medizinischen Maßnahme umfassend zusammenzutragen, objektiv zu gewichten und in nachvollziehbare messbare Größen zu übersetzen. Aufwändige Datenbankrecherchen, biostatistische Verfahren und entscheidungsanalytische Modelle liefern am Ende konkrete numerische Werte, die Gesundheitsmaßnahmen vergleichbar machen. Im Gegensatz zu medizinischen Zulassungsstudien werden dabei lange Zeiträume und Patienten aus dem „wirklichen Leben“ betrachtet, und es fließen soziale, ökonomische und ethische Faktoren mit ein, beispielsweise ein erhöhter Pflegeaufwand durch die Angehörigen oder Aspekte der Verteilungsgerechtigkeit. Wie solch ein Verfahren konkret und korrekt durchzuführen ist, war Thema des Workshops.

Gerade in der personalisierten Krebsmedizin wird HTA immer wichtiger, denn neue zielgerichtete Therapien sind oft sehr teuer. Sie sind nur für bestimmte Patientengruppen zugelassen, bei der richtigen Zielgruppe aber besonders wirksam. Manche der herkömmlichen chemotherapeutischen Verfahren hingegen werden breit verschrieben, wirken aber nur bei einem Bruchteil der Patienten, so dass viele Menschen Nebenwirkungen erleiden, ohne Nutzen zu ziehen. Insgesamt stehen immer mehr verschiedene Behandlungsstrategien zur Verfügung, so dass die Qual der Wahl immer größer wird. Hinzu kommt, dass die Ressourcen in einer immer älter werdenden Bevölkerung begrenzt sind. Die Gesellschaft wird immer öfter entscheiden müssen, wie viel sie bereit ist, für bestimmte medizinische Verfahren aufzuwenden und für welche Patienten welche Behandlung medizinisch notwendig und optimal ist. Daher spielen objektive Nutzen-Risiko- und Kosten-Effektivitäts-Analysen eine zunehmend wichtigere Rolle. ONCOTYROL, das Tiroler Forschungszentrum für Personalisierte Krebsmedizin, widmet einen ganzen Forschungsbereich unter Leitung von Prof. Uwe Siebert diesem Thema.

Siebert ist ein weltweit gefragter Experte für HTA. Aktuell nimmt er als einer von nur drei europäischen Sprechern in Washington an einem Workshop der renommiertesten HTA-Fachleute teil. Dort wird in Zusammenarbeit mit der nationalen amerikanischen Gesundheitsbehörde, den National Institutes of Health (NIH), überlegt, wie HTA für den Bereich Ernährung und Ernährungszusatzstoffe in den USA implementiert werden kann und soll.

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