(openPR) »Vater des deutschen Don-Bosco-Werks« starb vor 100 Jahren
Don Michele Rua (1837–1910) – der Name des zweiten Generalobern der Salesianer Don Boscos ist wahrscheinlich eher kirchlichen Insidern bekannt. Dabei spielte der Turiner Ordensmann eine entscheidende Rolle bei der Entstehung des deutschen Don-Bosco-Werks. Am 6. April 2010 jährt sich sein Todestag zum 100. Mal. Aus diesem Anlass veranstalten die Philosophisch-Theologische Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern und das Institut für Salesianische Spiritualität am 16./17. April eine internationale Tagung im oberbayerischen Kloster Benediktbeuern unter dem Titel »Don Rua – Wegbereiter der Sache Don Boscos« (Informationen dazu unter: www.kloster-benediktbeuern.de/rua).
Am 9. Juni 1837 in Turin geboren, machte Michele Rua als achtjähriger Halbwaise die Bekanntschaft des Jugendapostels Don Giovanni Bosco (1815–1888). Rua gehörte 1859 zu den Gründungsmitgliedern des von Don Bosco zum Zwecke der Jugenderziehung ins Leben gerufenen Ordens. Im Folgejahr empfing er die Priesterweihe und 1888 wurde er als salesianischer Generaloberer der Nachfolger Don Boscos. Unter Don Rua entwickelten sich die Kongregationen der Salesianer und der Don-Bosco-Schwestern zu weltweiten Gemeinschaften. Im Todesjahr Don Boscos (1888) gab es insgesamt 773 Salesianer und 415 Don-Bosco-Schwestern in wenigen Ländern Süd- und Westeuropas sowie Südamerikas. Bis zum Tode Don Ruas (1910) stieg die Zahl auf 4.001 Salesianer und 2.716 Don-Bosco-Schwestern in Europa, Amerika, Asien und Afrika. Im Jahre 1972 wurde Don Rua durch Papst Paul VI. seliggesprochen.
Für die Geschichte der deutschsprachigen Salesianer wurde Rua in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Im Jahre 1895 ließ er die Ordenszeitschrift »Bollettino Salesiano« in deutscher Sprache herausgeben (»Salesianische Nachrichten«). Zwei Jahre später gründete er in der Nähe Turins eine Schule für deutschsprachige Spätberufene, aus der später die erste Generation der deutschen Salesianer hervorging. Im selben Jahr 1897 kam es zur Gründung einer Ordensniederlassung im schweizerischen Muri (Kanton Aargau), die jedoch nur bis 1904 Bestand hatte. 1904 übernahmen die Salesianer im lothringischen Sierck (ab 1905 in Diedenhofen/Thionville) die Seelsorge für die dortigen italienischen Arbeitsmigranten. Dieses erste Salesianerhaus im Deutschen Reiche existierte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs.
Zahlreiche Reisen führten Michele Rua in die europäischen, nordafrikanischen und vorderasiatischen Länder, in denen der Orden seine Tätigkeit aufgenommen hatte bzw. aus denen Anfragen um die Entsendung von Salesianern bei ihm eingegangen waren. Im Zuge dieser Reisen gelangte Don Rua auch nach Wien, wo der Orden ab 1903 wirkte, und nach Köln, wo es jedoch (noch) nicht zu einer salesianischen Gründung kam. Seit der Eröffnung eines Hauses in Würzburg Ende 1916 –sechs Jahre nach Don Ruas Tod – sind die Salesianer Don Boscos im heutigen Deutschland präsent.
Die Benediktbeurer Salesianer Don Boscos besitzen übrigens einen Originalbrief Don Ruas, der ihnen vor einiger Zeit von der pensionierten Lehrerin Roswitha Busch-Hofer überreicht worden ist. Deren Großvater Georg Busch hatte sich an den salesianischen Generalobern mit dem Vorschlag gewandt, im Bereich der kulturellen Erziehung zusammenzuarbeiten. Don Ruas Antwort fiel freundlich, aber nicht unbedingt zustimmend aus: Wenn Herr Busch sich einmal in der Nähe von Turin befinden sollte, könne er gern bei den Salesianern vorbeikommen und sein Anliegen näher ausführen …











