(openPR) MARKGRÄLERLAND. Wenn sich die Narren in Köln zum Abschluss des Karnevals am Aschermittwoch zum Fischessen treffen, die Narren in Düsseldorf aus gleichem Anlass ihren Erzschelm Hoppeditz auf dem Scheiterhaufen verbrennen und die Narren der alemannischen Fasnacht ihre leeren Geldbeutel „wäschen“, dann gehen die tollen Tage im Markgräflerland im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz in die Verlängerung. Denn das Wochenende nach dem Aschermittwoch steht in der Region dann im Zeichen der „Buurefasnet“ (Bauernfasnacht) und des Basler Morgenstraichs.
Dass die närrische Zeit im Südwesten Deutschlands einige Tage länger dauert als anderswo, hat historische Gründe. Genauer: Auslöser war das Konzil in der italienischen Stadt Benevent (Region Kampanien) im Jahr 1091, bei dem Papst Urban II. durchsetzte, dass die sechs Sonntage von der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern ausgenommen sind. Die Folge: Der Beginn der Fastenzeit rückte auf den heutigen Aschermittwoch zurück. Und damit waren die Narren gezwungen, die Fasnachtszeit entsprechend vorzu-verlegen.
Nicht alle Gemeinden machten aber im Südwesten diese Vorverlegung mit. Deswegen gibt es seither die Fasnacht nach dem neuen Termin – im Volksmund auch Herren- oder Pfaffenfasnacht genannt, und die „Buurefasnet“, von ihren Anhängern „rechte“ Fasnacht genannt. Höhepunkt der „Buurefasnet“ im Markgräflerland ist der große Umzug am Sonntag nach Aschermittwoch im historischen Städtchen Sulzburg, der jedes Jahr viele tausende Besucher anlockt. Mehr als 90 Narrenzünfte und viele Musikgruppen aus dem Breisgau, dem Markgräflerland und dem Schwarzwald nehmen am Sulzbachtal-Narrenumzug teil und zeigen, wie ernst es den Narren mit der fünften Jahreszeit in Sulzburg ist. Ein zweistündiger farbenprächtiger Zug mit mehr als 3000 „Hästrägern“ und Guggenmusikern bewegt sich dann durch das alte Bergwerkstädtchen Sulzburg. Im Anschluss an den Umzug ist rund um den malerischen Marktplatz noch genügend Gelegenheit, den „Klängen“ der Guggemusiken zu lauschen.
Mit dabei sind auch viele Gruppen aus dem nahen Basel, die sich für ein weiteres Großereignis der alemannischen Fasnacht warm laufen: den Basler Morgenstraich. Der weltbekannte Basler Morgenstraich hat ähnlich wie die „Buurefasnet“ auf deutscher Seite seine historischen Wurzeln im Konzil des Jahres 1091. Der Startschuss fällt im Morgengrauen des Montags nach dem Aschermittwoch pünktlich um vier Uhr mit der Abschaltung aller Lichter in der Stadt. Bis Donnerstagmorgen um vier Uhr dauert das Spektakel, bei dem vor allem die Fasnachts-Cliquen mit ihren Trommeln und Piccoloflöten den typischen Charakter geben.
Scheibenfeuer – Winteraustreibung mit Tradition
Insgesamt dauern die närrischen Tage in der Region also fast eine Woche länger als sonst in Deutschland. Aber nicht nur die Bauernfasnacht und der Basler Morgenstraich machen den besonderen Reiz einiger Urlaubstage in der ausgehenden Winterzeit im Markgräflerland aus. Denn diese Zeit steht auch im Zeichen einiger alter Bräuche, die in einem engen Zusammenhang mit der Bauernfasnacht stehen. Dazu gehört das sogenannte Scheibenschlagen. Bei diesem Brauch schleudern Jugendliche in der Abenddämmerung glühende Holzscheiben mit Hilfe von langen Stecken von den Anhöhen des Markgräflerlands ins Tal, um den Winter auszutreiben und sich Wünsche für das kommende Jahr zu erdenken. Die meisten Scheibenfeuer werden am Samstag oder Sonntag nach dem Aschermittwoch veranstaltet und bilden den Abschluss der Fasnacht im Markgräflerland. Besonders beeindruckend sind dabei die Scheibenfeuer im Eggener Tal mit seinen idyllischen Dörfern der Gemeinde Schliengen wie Niedereggenen, Obereggenen und Schallsingen sowie in den Winzerdörfern wie Laufen, Britzingen und Dattingen entlang der Badischen Weinstraße, wo bei Einbruch der Dunkelheit auf exponierten Hängen mit Blick in die Rheinebene und ins benachbarte Elsass große Feuer entfacht werden.
Ein weiterer Brauch ist die sogenannte Hisgier. Sie hat ihren historischen Wurzeln im Brauch des Todaustragen, der früher am dritten Sonntag vor Ostern begangen wurde. Im Markgräflerland ziehen Jugendliche durch die Gemeinden wie Britzingen, Laufen und Buggingen und bitten um Eier und Butter. Dabei ist ein Jugendlicher als Hisgier im Strohgewand verkleidet und symbolisiert die Wintervertreibung.
Närrisches Treiben mit Genuss und Wintersportvergnügen
Über die Fasnachtstage und die Brauchtümer hinaus wird ein Urlaub in dieser Jahreszeit durch die weiteren vielfältigen Angebote des Markgräflerlandes zu einer besonders runden Sache. Dazu gehören die vielfältigen Abfahrtsmöglichkeiten auf den Skihängen rund um den nahen Belchen sowie ein großes Netz an gepflegten und landschaftlich reizvoll gelegenen Loipen im Südschwarzwald, die in kurzer Anfahrtszeit zu erreichen sind. Dazu kommen die genussvolle Küche und die schönen Weine der Region sowie die exzellenten Möglichkeiten, in den Thermen von Badenweiler und Bad Bellingen bei einem bunten Spektrum an Kur-, Fitness- und Beautyangeboten Körper, Geist und Seele baumeln zu lassen.
Termine:
20.02.2010
Scheibenfeuer bei Einbruch der Dämmerung u.a. in den Gemeinden Dattingen, Buggingen, Seefelden, Betberg
21.02.2010
„Buurefasnet“ – Sulzbachtal-Narrenumzug
Beginn: 14.00 Uhr
21.02.2010
Scheibenfeuer bei Einbruch der Dämmerung u.a. in den Gemeinden Britzingen, Laufen, St. Ilgen
05.04.2010
Ostermontag: Der Hisgier ist unterwegs in den Gemeinden
Britzingen, Laufen und Buggingen












