(openPR) Am 24. Januar 1945, also gestern vor genau 65 Jahren, erschienen mit der Lizenznummer 1 die „Aachener Nachrichten“ als erste demokratische deutsche Nachkriegszeitung. Während in Berlin und München noch Durchhalteparolen gedruckt wurden, verkaufte man in Aachen sehr schnell die ersten 12.000 Exemplare zu 20 Pfennig das Stück. Es waren lediglich 4 Seiten voller teils kurioser Kleinanzeigen, Leserbriefe und einiger Artikel zur Lage an der Front.
Viele können heute nur noch erahnen, wie sich die damaligen Käufer gefühlt haben müssen, endlich wieder „freie“ Nachrichten lesen zu können. Es sollte nicht mehr lange dauern und der 2. Weltkrieg würde zu Ende sein. Darauf sollten dann Jahre des Aufbaus, des Aufschwungs und der goldenen Zeiten folgen.
Seit diesem historischen Datum hat sich viel verändert, vor allen Dingen in der Medienlandschaft. Die Aufgabe, die damals den Zeitungen zufiel, die Bürger zu informieren, wurde nach und nach durch Rundfunk, Fernsehen und nicht zuletzt durch das Internet übernommen. Zumindest scheint dies so. Doch geht es in diesen Medien wirklich noch um Information, im Sinne von jemandem ein bestimmtes Thema zu erläutern und näher zu bringen? Oder müssen wir nicht zugeben, dass die Hauptmerkmale der neuen Instrumente eher Schnelligkeit, Oberflächlichkeit und Überflutung sind. Was kann man wirklich in einem Einsdreißig-Format vermitteln? Was muss nicht dem Kampf um Einschaltquoten zum Opfer fallen? Wie kann man der Informationsflut im Internet noch Herr werden?
Wiegen diese Medien den Interessenten nicht sogar in eine trügerische Sicherheit? Eine Sicherheit, die jedoch nicht mehr als ein gesundes Halbwissen ist? „Ich brauche niemanden zu fragen, keinen Arzt, keinen Berater. Ich habe es im Internet gesehen oder verglichen!!“, lautet die Parole. Möglicherweise ist diese Sichtweise für die Allgemeinheit (noch) etwas überzogen, aber für die jüngere Generation doch schon sehr real: welcher Jugendliche nimmt sich heute gerne eine Zeitung oder gar ein Buch zur Hand, um ein Thema zu vertiefen und damit eigene Gedanken und Meinungen überhaupt erst entstehen zu lassen?
Sicherlich sind die modernen Medien aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken, doch dann sollte auch der Umgang mit ihnen gelehrt werden. Und dazu bedarf es immer noch der „alten“ Formen und vor allen Dingen des persönlichen Gespräches. Menschen brauchen eben Menschen!












