(openPR) Eine der bislang umfassendsten Umfragen unter Buchhaltern macht Hoffnungen auf eine rasche wirtschaftliche Erholung in 2010 zunichte. Die globale Assoziation der professionellen Buchhalter ACCA (the Association of Chartered Certified Accountants) hat zwar in ihrer bereits vierten Studie der globalen wirtschaftlichen Bedingungen in Folge erste solide Anzeichen der wirtschaftlichen Verbesserung ermittelt. Zugleich hat sich jedoch in der Umfrage unter 1.700 ACCA Mitgliedern aus 99 Ländern herausgestellt, dass sich eine volle Markerholung noch zeitlich verschieben wird.
Zum ersten Mal in der etwa einjährigen Geschichte der ACCA-Umfragen haben Mitglieder nicht nur eine Genesung des Vertrauens geäußert. Fast die Hälfte (46%) glaubt nämlich, dass sich wirtschaftliche Konditionen bereits verbessern, bzw. kurz davor sind. ACCA hat ebenfalls Hinweise erhalten, dass sich die Punkte Nachfrage, der Zugang zu Finanzen und der Cash-Flow erholen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen: Asien und Afrika sind auf einem guten Kurs. Dortige Buchhalter melden einen Zuwachs an Vertrauen und Umsatz. Europa und Amerika stabilisieren sich dagegen immer noch.
Doch trotz dieser positiven Anzeichen verlangsamt sich die globale wirtschaftliche Erholung.
ACCA-Mitglieder in der Asien-Pazifik-Region, die in der Vergangenheit konsistent den Weg raus aus der Rezession gebahnt haben, sind im letzten Quartal pessimistischer geworden. Sie fragen sich, ob die westlichen Märkte mit ihren dynamischen Ökonomien mithalten können.
Zudem prognostiziert eine wachsende Zahl der Finanzprofis eine sehr schwache Erholung. 11% der Befragten erwarten, dass die Wirtschaftsflaute noch weitere 3 Jahre oder sogar länger andauert.
Die Umfrage hat ferner gezeigt, dass Investitionen in allen Regionen und Wirtschaftszweigen immer noch sinken. Und das obwohl die Fälle eines Marktversagens bei Finanzierungen von Investitionen abnehmen. Zudem steigt die Arbeitslosigkeit und der Zustand der Staatsfinanzen ärgert viele Buchhalter. Sie befürchten, der öffentliche Sektor könnte eine Bremse des Aufschwungs werden, denn stark verschuldete Regierungen sind zu weiteren Streichungen gezwungen. Jeder dieser Trends könnte zu einer W-förmigen Konjunkturerholung führen.
Ein greifbares Anzeichen des Aufschwungs ist dagegen die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt der Finanz-Profession. Weltweit war die Zahl der abgebauten Stellen Mitte 2009 am höchsten, doch zur Zeit sinkt die Zahl der Entlassungen. ACCA hat jedoch Befürchtungen geäußert, weil Organisationen immer noch die Budgets für Weiterbildung ihrer Finanzleute reduzieren. Arbeitgeber könnten diese Strategie bereuen, wenn die Wirtschaft wieder wächst.
Dr. Steve Priddy, Director of Technical Policy and Research bei ACCA, sagte: „Unsere Studie über das vierte Quartal ist die erste in der Reihe, die konkrete Anzeichen über den Aufschwung liefert. Es gibt eine wachsende Zahl von Finanzprofis, die vom Boden der Rezession sprechen. Zugleich gibt es aber Unbehagen und Befürchtungen über die Entwicklungen in diesem Jahr. Viele unserer Mitglieder verhalten sich zum Aufschwung wie zu einer Illusion. Sie können ihn auf dem Horizont sehen, dort bleibt er aber auch, egal wie viel Fortschritt ihre Organisation oder die gesamte Wirtschaft hinterlegt.”
„Kurzum, ACCA erwartet mindestens ein weiteres Jahr von herausfordernden wirtschaftlichen Konditionen und muss eingestehen, dass wohl die pessimistischen Stimmen der Mitglieder Recht haben,” fügte Priddy hinzu.







