(openPR) Nicht selten wird in Traueranzeigen gebeten: „Statt Blumen und Kränze wünscht der Verstorbene eine Spende an …“. Für viele Menschen stellt dies im ersten Moment kein Problem dar. Dann aber, wenn sie zur Trauerfeier gehen wollen, stehen sie plötzlich mit leeren Händen da, fühlen sich trost- und ratlos. Denn die Menschen brauchen floristische Symbole der Trauer, um ihren Gefühlen einen würdigen Ausdruck zu geben.
Anna Lindner arbeitet als Floristin am Münchener Nordfriedhof. Jede Woche wendet sich mindestens ein Kunde an sie, weil er ein Problem hat, das es früher nicht in diesem Maße gab. Der Kunde hat eine Anzeige zum Tod eines geschätzten oder sogar geliebten Menschen erhalten. Darin bittet die Familie auf Kranz- und Blumenspenden zu verzichten und stattdessen – dem Wunsch des Verstorbenen folgend – den Betrag einer wohltätigen Organisation zu spenden. Das bringe diese Kunden in einen inneren Zwiespalt, weiß Anna Lindner zu berichten: „Ohne Blumen ist es für viele Menschen einfach zu trostlos, sie gehen mit leeren Händen zur Trauerfeier, haben nichts zum Festhalten. So gerne man auch für wohltätige Vereine oder Initiativen spenden will, das Niederlegen von Blumen am Grab oder die Zusendung eines Gestecks an die Adresse der Hinterbliebenen ist für die meisten Menschen einfach ein inneres Bedürfnis, oft auch eine wahre Herzensangelegenheit.“ Lindner empfiehlt in solchen Fällen neben der wohltätigen Spende eine „kleinere floristische Lösung“ zu wählen, die aber durch sensibles und persönliches Zusammenstellen genauso überzeugend sein kann, wie größere Arrangements: „Die Menschen brauchen einfach den Ausdruck ihrer Gefühle in einem solchen Fall. Eine Spende allein, mag das Geld dafür noch so richtig eingesetzt sein, hat nicht den gleichen Stellenwert, wie die tröstende Symbolik von Blumen.“ Bei Privatpersonen, so die Floristin, käme es aber auch nur sehr selten vor, dass man sich für „entweder oder – Blumen oder Spende“ entscheide. Nur bei Firmenbestellungen würden manchmal bereits in Auftrag gegebene Blumentrauerbekundungen wieder zurückgenommen. Nämlich dann, wenn die Firmenleitung erfahre, dass der Verstorbene in der Traueranzeige den Wunsch äußerte, auf Blumenspenden zu verzichten.
Alternative Blumenspenden
Auch Ernst Timme, Friedhofsgärtner in Bonn, kann beobachten, dass sich seine Kunden immer mehr in dem Zwiespalt befinden, zwischen Blumen und Geldspenden abzuwägen. Und auch er stellt fest, dass sich die allermeisten dann für beides entscheiden. Dabei müsse die Blumenspende nicht durch direkten Kauf erfolgen, auch die Verschenkung von Blumen-Gutscheinen an die hinterbliebenen Familien und Angehörigen wäre nicht unüblich, wenn auch längst nicht der Regelfall. Noch nicht von seiner Kundschaft, aber von Kollegen aus anderen Teilen Deutschlands hört Timme auch von ganz neuen Möglichkeiten der Blumenspende: „Bundesweit gibt es eine Tendenz, dass Trauernde in Friedhofsfonds einzahlen oder für die Grabpflege Geld geben. Dies sind wirklich sinnvolle Alternativen, die Pragmatismus und emotionalen Trauerausdruck wunderbar miteinander verbinden.“
Für Andreas Mäsing, den Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der deutschen Friedhofskultur e.V. ist die Kombination von Geldspende und tröstende Blumen kein Widerspruch: „Werde ich zu einem Geburtstag eingeladen und der Einladende wünscht sich Geld für eine größere Anschaffung, bringe ich in der Regel nicht nur den recht unpersönlichen Geldumschlag mit, sondern überreiche dem Menschen noch ein kleines persönliches Geschenk oder Blumen. Das macht doch die Beziehung zwischen den Menschen aus: individuelle Beziehungen, die sich in besonderen Lebensmomenten auch besonders widerspiegeln – bis in den Tod.“
Der Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur (VFFK) hat zur Fragestellung Spende oder Blumengabe ein Themenblatt mit dem Titel „Trauergabe und Trauerspende“ herausgegeben, das von Interessierten von der Website des Vereins www.vffk.de unter „Aktuelles“ heruntergeladen oder unter













