(openPR) Studie zeigt Zurückhaltung von Banken und Immobilienunternehmen gegenüber Öffentlichkeitsarbeit
Köln, 17. Dezember 2009. In Sachen Kommunikation mögen es die Immobilien- und Finanzbranchen lieber klassisch: Die überwiegende Mehrheit nutzt Pressemitteilungen und Veranstaltungen für die Öffentlichkeitsarbeit, ergänzt durch Sponsoring, Wohltätigkeitsaktionen oder Messebesuche. Den weiten Raum des Internets hingegen betreten die Unternehmen fast ausschließlich mit eigenen Websites. Formate wie Blogs, Online-Netzwerke, Videoportale oder Twitter werden hingegen kaum genutzt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Euro-Business College in Bonn (EBC) im Auftrag von Pálffy + Thöne Real Estate Consultants über die Nutzung von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Branchen Immobilien, Finanzen und Kultur erstellte. Pálffy + Thöne ist als Beratungsunternehmen für Public Relations und Investment Monitoring mit Büros in Köln und Leipzig seit elf Jahren spezialisiert auf Kunden aus Immobilien, Finanzen, Architektur und Lifestyle.
Die Zurückhaltung der Branchen gegenüber dem Web 2.0 ist umso erstaunlicher, als die meisten Kunden sich über das Internet informieren und immer häufiger dort kaufen oder ihre Kaufentscheidungen maßgeblich von dem im Netz gefundenen Wissen beeinflussen lassen. Der Markt für Wohnimmobilien hat sich von den klassischen Tageszeitungen und Anzeigenblättern schon längst in die großen Internetportale verlagert. Auch Business-Kunden recherchieren zunächst im World Wide Web, bevor sie Kontakt zu neuen Ansprechpartnern aufnehmen, oder checken umgekehrt im Internet, was sie über neue Kontakte dort finden.
Ebenso klassisch wie die Instrumente ist, wie die EBC-Studie zeigt, die Auswahl einer PR-Agentur: Die Entscheider aus den Immobilien- und Finanzbranchen verlassen sich auf persönliche Kontakte oder die Empfehlungen von Geschäftspartnern. Nur selten nutzen sie öffentliche Ausschreibungen, um neue Partner für den öffentlichen Auftritt zu finden. Neben Zuverlässigkeit, handwerklichem Können und exzellenten Kontakten zu Journalisten in Fach- und Wirtschaftsmedien erwarten die Unternehmen von ihrer Agentur Branchenerfahrung – sehen es aber gar nicht gern, wenn die PR-Profis ihrer Wahl auch direkte Wettbewerber betreuen.
Das EBC ist eine private, international vernetzte Business School mit Standorten in Bonn, Düsseldorf, Berlin, Bielefeld und Dresden. Schwerpunkte sind Marketing, Kommunikations- und Eventmanagement sowie Tourismus. Dietmar Tymister, Direktor des Bonner EBC, betont: „Der Praxisbezug ist für uns enorm wichtig. Deswegen arbeiten wir eng mit der Wirtschaft zusammen und erstellen regelmäßig Studien, zum Beispiel für die Branchen Konsumgüterindustrie und Tourismus.“
Für Pálffy + Thöne entwickelten 26 Studentinnen und Studenten des EBC unter fachlicher Leitung Fragebögen für qualitative und quantitative Interviews, führten im Oktober und November Interviews per Telefon und E-Mail und werteten die Ergebnisse aus. Die Ansprechpartner der Studenten zeigten sich jedoch verhalten: Von etwa 140 Kontakten nahmen gut 20 Geschäftsführer, Marketing- und PR-Verantwortliche an der Studie teil. Anné Schwarzkopf, Geschäftsführende Gesellschafterin von Pálffy + Thöne in Köln, kommentiert die Zurückhaltung: „Die Angebote der Immobilien- und Finanzbranchen sind ohnehin sehr kompliziert und erklärungsbedürftig. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen den Instrumentenkasten der PR – ob klassisch oder mit den neuen Online-Möglichkeiten - nutzen, um ihre Produkte und Dienstleistungen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Finanzkrise führt dazu, dass viele Menschen nur noch das kaufen, was sie verstehen – und zwar bei dem Anbieter, dem sie vertrauen.“
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