(openPR) Seit der Wende verkommen die Gebäude der Preussensiedlung Altglienicke. Trotz ihres desolaten Zustands wird nun der Nürnberger Projektentwickler Terraplan die im Stil englischer Landhäuser errichteten Gebäude aufteilen, einzeln Verkaufen, für die neuen Eigentümer sanieren.
Im Juli 2008 erwarb die auf Restaurierung denkmalgeschützter Gebäude spezialisierte Terraplan Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH die Siedlung. Nach eineinhalbjähriger Planungsphase werden derzeit die 42 teils freistehenden, teils in Reihe angeordneten Häuser an Privateigentümer verkauft. Obwohl die Kaufpreise mit ca. 3000€ pro m² im oberen Segment liegen gibt es bereits jetzt, zwei Wochen nach Verkaufsstart, mehrere ernsthaft interessierte Kunden. Im Juli 2010 werden die Sanierungsarbeiten beginnen und vorraussichtlich im Oktober 2011 vollständig abgeschlossen sein. Angepeilt ist ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von ca. 8,5 Mio. €, doch im Denkmalschutz kommt es erstens anders und zweitens man denkt. Deshalb hat Terraplan dem Posten "Unvorhergesehenes" besonders großen Stellenwert eingeräumt. Da die Wiederherstellung der Substanz unglaublich aufwendig ist, rechnet sich für Terraplan dieses Objekt nur durch die Denkmalzuschüsse des Bundes und Landes Brandenburg.
Ursprünglich geplant wurden die Gebäude um 1910 von den Architekten Bel & Clement (I. Bauabschnitt) und Werkbundgründer Hans-Hermann Muthesius (II. Bauabschnitt), der als Pionier der Bauhausidee gilt. Bel & Clement und Muthesius gestalteten die Preussensiedlung als sogenannte Gartenstadt nach der Vision von Ebenezer Howard, die Vorsah den freien Menschen aus der unmenschlich gewordenen Großstadt hinein in die Natur zu holen.
Der fränkische Investor wird die denkmalgeschützte Bausubstanz zwar hochwertig Kernsanieren, doch das ist vielen lieber als der Verfall. Nach Abschluss der Arbeiten, so glaubt Terraplan, könnte die Siedlung sogar unter Unesco Weltkulturerbeschutz gestellt werden.













