(openPR) Jeden Tag sterben in Deutschland drei Menschen auf der Warteliste für ein neues Organ. Eine Niere, eine Leber oder ein neues Herz hätte ihnen das Überleben ermöglicht, aber es gibt nicht genügend Spenderorgane.
In Umfragen bestätigen zwischen 60 % und 80 % der Menschen in Deutschland ihre Bereitschaft zur Organspende, jedoch sind die wenigsten im Besitz eines Organspender-Ausweises und noch weniger tragen ihn bei sich. Meistens sind es die Angehörigen, die fast zeitgleich mit der furchtbaren Nachricht über den Tod eines geliebten Menschen über die Organentnahme entscheiden müssen. Diese Situation stellt auch für die Ärzte und das Pflegepersonal der Intensivstationen eine enorme Belastung dar, denn einer von ihnen muss die Bitte um die Organe aussprechen; eine unmögliche Bitte zu einem unmöglichen Zeitpunkt.
Rund die Hälfte der Krankenhäuser, die über eine Intensivstation verfügen, kommt der durch das Transplantationsgesetz bestimmten Meldepflicht von potentiellen Organspendern überhaupt nicht nach. Dies mag unterschiedliche Gründe haben. Einer aber ist sicher auch die Unsicherheit, Hilflosigkeit und Angst der Ärzte und des Pflegepersonals bei der Vorstellung, in der Phase von Schock und Verzweiflung um eine Organspende zu bitten.
Damit Angehörige nicht überfordert werden mit der Entscheidung, bedarf es einer überlegten Gestaltung dieser Gesprächs-Situation zum passenden Zeitpunkt und mit den richtigen Worten. Für die Angehörigen muss ausreichend Zeit sein, sie müssen ohne moralischen Druck entscheiden können, damit auch im Nachhinein kein ungutes Gefühl oder Zweifel an der Entscheidung aufkommen.
Damit dies gelingt, muss der(die)jenige, der(die) das Gespräch führt, sich seiner(ihrer) Aufgabe und Verantwortung bewusst sein. Das Gefühl oder der Gedanke, etwas Unpassendes, gar Unanständiges zu tun, führt unweigerlich zum Misslingen des Gesprächs.
Die richtige Formulierung des Anliegens entscheidet oft darüber, ob die Angehörigen die Bitte als eine respektvolle, berechtigte Frage empfinden, oder ob sie das Anliegen als pietätlos wahrnehmen und die Bitte empört zurückweisen.
Nun gibt es ein Seminar, welches genau dieses Thema adressiert. „Bitte um eine Organspende – eine Zumutung?“ bereitet Ärzte und Pflegepersonal mit einem gut konzipierten und strukturierten Training auf diese schwierige Situation vor. Ziel ist es, sich sicher und besser gerüstet für das Gespräch zu fühlen, so dass beide Seiten, Angehörige und Ärzte, unabhängig von der Entscheidung der Angehörigen das Gefühl haben, das Gespräch war berechtigt, wertschätzend und angemessen. Das Gespräch nicht zu führen – wie es heute vielfach geschieht – kostet hingegen unnötig Menschenleben.






