(openPR) Am 29. November 2009, dem 50. Todestag Hans Henny Jahnns, erscheint im Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat eine neue Studie zu Jahnns Hauptwerk "Fluss ohne Ufer". Die Literaturwissenschaftlerin Nanna Hucke fasst in ihrer Studie „"Die Ordnung der Unterwelt". Zum Verhältnis von Autor, Text und Leser am Beispiel von Hans Henny Jahnns „Fluss ohne Ufer“ und den Interpretationen seiner Deuter" erstmals das Verhältnis der Leser und Deuter zum Text genauer ins Auge. Gegenstand der Untersuchung ist daher nicht nur die Romantrilogie „Fluss ohne Ufer“, sondern auch eine Reihe von Interpretationen. Anhand ausführlicher Analysen untersucht Hucke die Projektionen von Lesern und zeigt, wie verzerrend sie sich auf das öffentliche Bild von Autoren auswirken können. Sichtbar werden die Projektionen auf dem Hintergrund einer gründlichen Untersuchung des Primärtextes und der Intentionen des Autors Jahnn. Die Studie präsentiert eine Fülle neuer Forschungsergebnisse. U.a. ist es Hucke gelungen, eine zentrale Inspirationsquelle ausfindig zu machen, die Jahnn beim Schreiben vorlag und auf die er in „Fluss ohne Ufer“ durch Zitate verweist. Anhand des entdeckten Subtextes wird nachgewiesen, dass Jahnn den Ich-Erzähler und Protagonisten Gustav Anias Horn als Sexualstraftäter nach dem Vorbild des berüchtigten Serienmörders Gilles de Rais konzipierte.
„Fluss ohne Ufer“ wie auch das Gesamtwerk Jahnns erscheinen dadurch in neuem Licht. Es erweist sich als fatal, dass zentrale Motive des Romans, die sich bei näherer Betrachtung auf einen kriminellen und unzuverlässigen Erzähler zurückführen lassen, bisher vorwiegend im Kontext der Biographie und mutmaßlicher psychischer Dispositionen des Autors Jahnn gedeutet wurden.
Das Buch ist ab 1. Dezember 2009 in zwei Bänden mit insgesamt 1002 Seiten im Handel erhältlich (ISBN 978-3-86582-943-6). Für Leseproben und Besprechungen steht die Studie derzeit bereits frei zugänglich im Internet zur Verfügung: http://kops.ub.uni-konstanz.de/volltexte/2009/8775/









