openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Molekulare Vermessungsarbeit

17.11.200909:07 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Erstmals ist es gelungen, die Elektronendichte in einzelnen Molekülzuständen mit Hilfe des sogenannten photoelektrischen Effekts zu vermessen. Diese jetzt in SCIENCE veröffentlichte Methode bietet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung organischer Halbleiterelemente. Entscheidend für den Erfolg des vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projektes war die mathematische Transformation der Messdaten. Erst diese erlaubte die Interpretation der Elektronenverteilung und damit Rückschlüsse auf mögliche Eigenschaften organischer Halbleiterelemente.



Ultradünne Schichten aus organischen Molekülen bilden die Grundlage für zukünftige Halbleitertechnologien. Denn die hohe Flexibilität der organischen Moleküle erlaubt völlig neue Einsatzmöglichkeiten. Biegsame Bildschirme werden ebenso möglich wie kostengünstige Solarzellen. Doch vor dem alltagstauglichen Einsatz organischer Halbleiter gilt es die Wechselwirkungen zwischen organischem Material und anorganischen Trägersubstanzen besser zu verstehen. Einem Team der Universitäten Graz und Leoben gelang es nun, eine wichtige Methode für diesen Zweck zu entwickeln.

Dicht an dicht
"Die Eigenschaften eines organischen Moleküls werden ganz wesentlich von bestimmten Elektronenzuständen definiert", erklärt DI Dr. Peter Puschnig vom Lehrstuhl für Atomistic Modelling and Design of Materials der Montanuniversität Leoben, der die Untersuchung leitete. "Können wir die Verteilung der Elektronen im Molekül akkurat bestimmen, dann verstehen wir auch die Funktionsweise von organischen Halbleiterbauelementen besser und können deren Effizienz steigern." Bisher fehlte es jedoch an leistungsstarken Methoden, um ebendiese Elektronenverteilung zu messen. Doch nun gelang dem Team um Dr. Puschnig ein wesentlicher Fortschritt.

Das Team nutzte dazu den sogenannten photoelektrischen Effekt. Dieser erlaubt es, einzelne Elektronen aus organischen Molekülen "herauszuschlagen". Im konkreten Projekt wurde ein organisches Molekül mit ultraviolettem Licht bestrahlt, dessen Energie stark genug war, einzelne Elektronen aus den Molekülen herauszulösen. Die Richtung und Geschwindigkeit der so freigesetzten Elektronen wurde anschließend mit hochsensiblen Detektoren gemessen und lieferte die grundlegenden Daten zur Berechnung der Elektronenverteilung im Molekül. Dabei arbeitete das Team um Prof. Michael Ramsey von der Universität Graz an einer Schicht von Hexaphenyl, die in einer Dicke von nur einem Molekül auf eine Kupferoberfläche aufgebracht worden war. Die eigentlichen Messungen wurden vom Grazer Teil des Teams an der Berliner Synchrotronstrahlungsquelle BESSY (Berliner Elektronen-Speicherring Gesellschaft für Synchrotronstrahlung) durchgeführt.

Damit gerechnet
Zu der Auswertung der so gewonnenen Daten meint Dr. Puschnig: "Es zeigte sich eine ganz charakteristische Verteilung der emittierten Elektronen. Die Interpretation dieser Verteilung gestaltete sich allerdings zunächst schwierig, und eine Verknüpfung der Messdaten mit der ursprünglichen Elektronenverteilung im Molekül schien unmöglich." Erst spezielle mathematische Transformationen (Fourier-Transformation) zeigten, dass die gemessene Elektronenverteilung jener entsprach, die im Molekül vorliegt. Da diese durch Berechnungen im Rahmen der Dichtefunktionaltheorie in diesem Fall bereits bekannt war, konnte die Tauglichkeit der neuen Methode so getestet – und bestätigt – werden.

Der Wert der neuen Methode liegt insbesondere darin, dass nun das Verhalten von Elektronen in Grenzflächen zwischen organischen Halbleitern und Metallen relativ einfach und sehr genau gemessen werden kann. Damit leistet diese vom FWF im Rahmen des Nationalen Forschungsnetzwerkes (NFN) "Interface controlled and functionalised organic thin films" unterstütze Arbeit einen grundlegenden Beitrag für die zukünftige Nutzung organischer Halbleiter.

Bild und Text ab Montag, 16. November 2009, 09.00 Uhr MEZ verfügbar unter:
http://www.fwf.ac.at/de/public_relations/press/pv200911-de.html

Originalpublikation: Reconstruction of Molecular Orbital Densities from Photoemission Data, P. Puschnig, S. Berkebile, A. J. Fleming, G. Koller, K. Emtsev, T. Seyller, J. D. Riley, C. Ambrosch­Draxl, F. P. Netzer, M. G. Ramsey: Science 326, 702 (2009).


Wien, 16. November 2009

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 371553
 874

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Molekulare Vermessungsarbeit“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

mivenion GmbH erhält Zuwendung zur Erforschung neuer Ansätze bei der Frühdiagnostik der AMD
mivenion GmbH erhält Zuwendung zur Erforschung neuer Ansätze bei der Frühdiagnostik der AMD
Das Berliner Unternehmen mivenion GmbH hat Fördermittel für die Erforschung und vorklinische Validierung neuer molekularer Sonden für die Diagnose der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) erhalten. Das Projekt ist Teil des Verbundprojektes „Molekulare Diagnostik der AMD“ und wird in Zusammenarbeit mit der Carl Zeiss Meditec AG, der Charité, der FU …
Bild: Infoabend: Neuer Studiengang Molekulare Biomedizin am 25. Juni 2015 an der RFHBild: Infoabend: Neuer Studiengang Molekulare Biomedizin am 25. Juni 2015 an der RFH
Infoabend: Neuer Studiengang Molekulare Biomedizin am 25. Juni 2015 an der RFH
… kommenden Wintersemester 2015/16 bietet die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) drei neue gesundheitswissenschaftliche Studiengänge an. Zu einer Informationsveranstaltung über den neuen Studiengang Molekulare Biomedizin lädt Studiengangsleiterin Prof. Dr. Susanne Viebahn-Spitzer ein am Donnerstag, den 25.Juni 2015 um 16:30 Uhr in das RFH-Hauptgebäude, Raum …
Bild: Verstärkung für die Nuklearmedizin: Dr. F.C. Robiller nun als Chefarzt für Molekulare Bildgebung tätigBild: Verstärkung für die Nuklearmedizin: Dr. F.C. Robiller nun als Chefarzt für Molekulare Bildgebung tätig
Verstärkung für die Nuklearmedizin: Dr. F.C. Robiller nun als Chefarzt für Molekulare Bildgebung tätig
Bad Berka, 20. Januar 2014. --- Die Zentralklinik Bad Berka hat ihr Führungsteam in der Klinik für Molekulare Radiotherapie/Zentrum für Molekulare Bildgebung (PET/CT) verstärkt. Mit Dr. med. Franz Christoph Robiller ist zu Beginn des Monats ein bekanntes Gesicht zurückgekehrt und nun als Chefarzt im Kollegialsystem tätig. Der Facharzt für Radiologie …
Bild: Gemeinsam an Molekül-Hologrammen forschenBild: Gemeinsam an Molekül-Hologrammen forschen
Gemeinsam an Molekül-Hologrammen forschen
… allem aus Computer- und Handyspielen bekannte Augmented-Reality-Technologie (AR) hält Einzug in universitäre Lehre: Das an der Justus-Liebig-Universität Gießen geförderte Projekt „HoloDeck: Molekulare Hologramme in der Lehre“ ermöglicht es, komplexe molekulare Zusammenhänge sichtbar zu machen. Mehrere Personen können dabei gemeinsam auf einer speziellen …
Bild: Neue Kurse für Molekulare Küche und CocktailsBild: Neue Kurse für Molekulare Küche und Cocktails
Neue Kurse für Molekulare Küche und Cocktails
Kochschule Nova Kuirejo erweitert ihr Kursangebot für Einsteiger und Fortgeschrittene Coesfeld. Die Kurs-Saison ist eröffnet! Nova kuirejo, Deutschlands erste Kochschule für molekulare Küche und Bar, hat ihr Angebot erweitert und bietet passend zum Saison-Start in ihren neuen Räumlichkeiten umfangreiche Kurse für Einsteiger und Fortgeschrittene an. So …
Bild: Molekulare Küche für den Hausgebrauch: Molekulare Cocktails Pro-SetBild: Molekulare Küche für den Hausgebrauch: Molekulare Cocktails Pro-Set
Molekulare Küche für den Hausgebrauch: Molekulare Cocktails Pro-Set
Die Molekulare Küche hat ihren Siegeszug in ganz Europa bereits angetreten. Mit Erscheinen des Baukastens Molekulare Cocktails Pro-Set ist diese Küche erstmals für den Hausgebrauch verfügbar. Damit ist es ein ideales Geschenk für das bevorstehende Weihnachtsfest. Das Buch "Molekulare Cocktails" führt mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen an die Grundtechniken …
FH-Studium Molekulare Biotechnologie - [SIMBio]8+ stärkt internationalen Wissensaustausch
FH-Studium Molekulare Biotechnologie - [SIMBio]8+ stärkt internationalen Wissensaustausch
Ein Symposium zum Thema Internationalisierung in der molekularen Biotechnologie findet heute mit einem Ausblick auf Zukunftsperspektiven seinen offiziellen Abschluss. In den vergangenen zwei Tagen gewährten ExpertInnen aus dem In- und Ausland während des vom Studium Molekulare Biotechnologie der FH Campus Wien veranstalteten Symposiums Einblicke in Teilbereiche …
Bild: Molekulare Biomediziner sehr gefragt am Arbeitsmarkt: Infoabend RFH KölnBild: Molekulare Biomediziner sehr gefragt am Arbeitsmarkt: Infoabend RFH Köln
Molekulare Biomediziner sehr gefragt am Arbeitsmarkt: Infoabend RFH Köln
Mit dem aktuellen interdisziplinären Bachelor-Studiengang Molekulare Biomedizin (B.Sc.) spricht die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) Studieninteressierte an, die ihr Abitur oder ihre Fachhochschulreife abgeschlossen haben und ein gefragtes Studienfach an der Schnittstelle von Medizin und Naturwissenschaften suchen. Am Donnerstag, 13. Juni 2019 stellt …
Bild: Kann man die molekulare Küche ignorieren?Bild: Kann man die molekulare Küche ignorieren?
Kann man die molekulare Küche ignorieren?
Der neue Trend aus praktischer Sicht Die molekulare Küche verbindet den Genuss mit der Wissenschaft. Schlussendlich möchten die Spitzenköche, welche sich damit beschäftigen, die Aromen und Konsistenzen von Speisen optimieren. Der Aspekt der „Erlebnisgastronomie“ ist dabei ebenso wichtig, da die zahlenden Gäste stets neue Reize fordern. Vorläufig konzentrieren …
Wien: Größtes EU-Forschungsprojekt zur Krebsdiagnostik
Wien: Größtes EU-Forschungsprojekt zur Krebsdiagnostik
… so war die Therapie erfolgreich; ist er weiter gewachsen, hat die Therapie versagt - und der Patient lebenswichtige Zeit verloren. Tumore ziehen molekulare Spuren Die EU-Forschungsinitiative OVCAD wird nun diese Schwäche im Therapiekonzept angreifen. Dazu dessen Koordinator, der Naturwissenschafter Prof. Robert Zeillinger, Medizinische Universität Wien: …
Sie lesen gerade: Molekulare Vermessungsarbeit