(openPR) Tierärztin sieht Belgrad auf einem guten Weg zur Verbesserung des Tierschutzes
Much, 12. November 2009. Nach fast dreiwöchigem Einsatz in Belgrad zieht die ETN-Tierärztin Dr. Susan Kohlhause ein positives Fazit: Annähernd 500 Tiere konnte sie mit ihren Kollegen in dem neu errichteten Kastrationszentrum in der Hauptstadt Serbiens medizinisch behandeln. Alle Tiere – vorrangig Hunde – wurden auch kastriert, um die Streunerpopulation zu begrenzen. Die 27-jährige Veterinärmedizinerin aus Göttingen, die zum Tierärztepool des ETN gehört, sieht die Maßnahmen der Stadt Belgrad als wesentlichen Schritt auf dem Weg zu einem funktionierenden Tierschutz. Am Freitag geht es weiter nach Menorca, wo besonders viele wild lebende Katzen auf die Hilfe der Tierärztin warten.
„Die Stadt Belgrad ist auf einem guten Weg und ich hoffe, diese positive Entwicklung wird weiter an-halten und auf ganz Serbien ausstrahlen“, wünscht sich Kohlhause. Allerdings ist sie auch realistisch: „Serbien steht im Tierschutz noch ganz am Anfang. Erst im Juni dieses Jahres wurde ein Tierschutz-gesetz verabschiedet. Das Kastrationszentrum in Belgrad ist gerade erst errichtet worden und wurde von den Tierärzten des ETN eingeweiht.“
Die 485 Tiere, die ihr ins Kastrationszentrum gebracht wurden, wurden untersucht, behandelt, geimpft, kastriert, gechipt und registriert. So wird verhindert, dass sich Krankheiten ausbreiten und die Popula-tionen vergrößern. Außerdem wird die Bevölkerung für die Bedürfnisse der Tiere sensibilisiert und aufgeklärt. Denn nur wenn sich die Menschen ihrer Verantwortung der Tiere gegenüber bewusst sind, lässt sich eine dauerhafte Verbesserung der Situation erreichen, so Kohlhause.
Seit einigen Jahren schon engagiert sich der ETN in Serbien und weiß daher, wie schwer es die Tier-schützer vor Ort haben: Da Serbien kein typisches Urlaubsland ist, bekommen die wenigen einheimi-schen Tierschutzorganisationen auch wenig Unterstützung aus dem Ausland. Umso beeindruckender sind die Erfolge die innerhalb der letzten Jahre in Sachen Tierschutz errungen werden konnten.
Doch noch immer werden in Serbien viel zu oft Tiere ausgesetzt, misshandelt und getötet. Tiere, die ihr zu Hause verloren haben, haben große Schwierigkeiten sich an ein Leben auf der Straße zu ge-wöhnen. Sie suchen den Kontakt zum Menschen und können nicht verstehen, warum sie plötzlich allein sind. Auch das Überleben auf der Straße ist schwierig. Krankheiten, Misshandlungen und Autounfälle sind an der Tagesordnung, berichtet die Tierärztin aus eigener Anschauung. Diese verletzten, kranken Tiere haben niemanden, der sich um sie kümmert. Sie bekommen keine medizinische Versorgung. Das soll sich nun auch dank der Hilfe des neu eingesetzten Bürgermeisters ändern. Insgesamt drei Kastrationszentren sollen entstehen, in denen die Tiere nicht nur medizinisch versorgt werden, sondern über die die Tiere auch in tierliebe Hände vermittelt werden sollen.
„Tierelend gibt es überall auf der Welt, davor ist kein Land gefeit. Wichtig ist, dass es Menschen gibt, die sich dieses Themas annehmen und versuchen eine Besserung herbei zu führen“, erklärt Kohlhause. In diesem Jahr war sie bereits auf den Inseln Teneriffa und Kos im Einsatz, am Wochenende geht es für zehn Tage nach Menorca. Über 1.000 Tiere hat sie bisher allein in 2009 bei ihren Einsätzen kastriert und medizinisch versorgt. Angesichts des vielen Tierelends, das sie überall zu sehen bekommt, wünscht sie sich, dass jeder Mensch, der ein Tier hält, sich auch seiner Verantwortung ihm gegenüber bewusst ist und ihn als Partner und nicht als Gegenstand sieht, dessen man sich einfach entledigen kann. „Die Freude und Zuneigung, die die Tiere uns Menschen schenken, sollten wir ihnen mit einem verantwortungsvollen Umgang danken.“






