(openPR) Der amerikanische Sänger, Komponist und Schauspieler Tom Waits veröffentlicht am 20. November seine neue Doppel-Live-CD "Glitter and Doom". Außerdem spielt er in Terry Gilliams Fantasie-Film "Das Kabinett des Doktor Parnassus" die Rolle seines Lebens: den Teufel. Aus diesem Anlass präsentiert die Wochenzeitung "der Freitag" in Zusammenarbeit mit dem britischen Kooperationspartner "The Guardian" deutschlandweit das erste Interview mit Waits. Guardian-Reporter Xan Brooks spricht mit Waits über Musik, Einsamkeit und künstlerische Unsterblichkeit. Das Porträt mit exklusiven O-Tönen erscheint am 12. November 2009 in der "Freitag"-Ausgabe 46.
Berlin, 11. November 2009. - Tom Waits ist ein großer Fan von "Ein Schweinchen namens Babe". Seine Kinder könnten den Film langsam nicht mehr sehen, aber er liebe ihn einfach, erzählt der 59-Jährige im Gespräch mit Guardian-Reporter Xan Brooks. Dabei outet Waits sich als absoluter Film-Freak, der ständig Listen seiner Lieblingsfilme anlegt. Seine neue Kinorolle ist allerdings ungleich dunkler als die Welt von Schweinchen Babe. In Terry Gilliams "Das Kabinett des Doktor Parnassus", der ab Januar 2010 in den deutschen Kinos zu sehen ist und in dem Heath Ledger seinen letzten Leinwand-Auftritt hat, spielt Waits den Teufel. Eine Figur, zu der sich in Waits-Songs unzählige Anspielungen finden.
Obwohl er als Schauspieler bereits mit Francis Ford Coppola, Robert Altman, Jim Jarmusch und zuletzt Terry Gilliam zusammenarbeitete, bleibt Waits seiner großen Liebe, der Musik, treu. "Eigentlich wünscht man sich, dass die Musik diese Liebe erwidert", sagt er. Am 20. November erscheint Waits' neues Doppel-Live-Album mit Material seiner 2008er-Tour "Glitter and Doom".
Traum von der Unsterblichkeit
Waits träumt davon, mit seiner Musik unsterblich zu werden. "Man will, dass man weiterlebt, denn schließlich ist das irgendwie so, als gewänne man dadurch zusätzliche Zeit", sagt er in dem Gespräch. Er habe sich immer vorgestellt, dass, wenn er es in der Musik weit bringe, er als alter Mann an einem Schulhof vorbeigehen und hören könnte, wie die Kinder seine Lieder singen. "Mehr kann man nicht erreichen."
Neben der Liebe zur Musik spricht Waits auch über die Liebe zu seiner Frau, der Drehbuchberaterin Kathleen Brennan. Waits gibt zu, dass sie in der Beziehung die Hosen an hat. "Ich bin nur die Galionsfigur. Sie ist diejenige, die das Steuerrad in der Hand hält."
Er trauert der wilden Zeit nicht nach
Der Zeit, als er noch in heruntergekommenen Hotels lebte und kräftig soff, trauert Waits allerdings nicht nach. "Ich könnte nicht sagen, dass ich es vermische." Es habe keinen Sinn zurückzuschauen, sagt Waits und verrät zugleich eine sehr finstere Weltsicht: "Wir alle müssen uns unseren Weg durch die Kartoffel fressen. Wie heißt es so schön: In der Hölle hilft nur eins: einfach weiterlaufen."
Er liebe die alten Hotels, die nach dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten William Howard Taft benannt sind, erzählt Waits. In jeder amerikanischen Stadt habe es früher ein solches Hotel gegeben. "Du konntest für gewöhnlich in jeder Stadt ein "Taft" finden. Bringen Sie mich zum Taft! Du gehst rein und da sitzen sie - die alten Männer in der Lobby."
Das Älterwerden mache ihm keine Angst, scherzt Waits, der am 7. Dezember 60 Jahre alt wird. "Wahrlich ein alter Mann. Ich werde Ihnen dann von der anderen Seite schreiben, wie es da ist." Ihn beruhige aber der Gedanke, dass er immer noch einen Zimmerschlüssel von einem Hotel-Zimmer aus seiner wilden Zeit habe. "Ich kann dahin zurück, wann immer ich will."










