(openPR) Neue Anlieferstrategie für Infrastrukturbaustellen
Nürnberg, November 2009: das Zentrum für Intelligente Objekte ZIO und die Ettlinger Silverstroke GmbH demonstrieren erfolgreich ein neues Logistikkonzept, das die berüchtigten Anlieferungen an die Bordsteinkante obsolet macht. Zeit- und Kostenersparnis, keine ineffizienten Riesenlager mehr auf der Baustelle und damit auch weniger Schwund – das sind die positiven Resultate des neuen Anlieferkonzepts. Dieses Konzept begegnet der bauspezifischen Problematik der „wandernden Anlieferpunkte“ mit den intelligenten Technologien zur Lokalisation und Identifikation. In der Praxis erhalten dann beispielsweise Zementsäcke schon bei der Bestellung eine genaue Angabe des Lieferpunktes auf der Baustelle – und werden dementsprechend genau dort angeliefert, wo sie auch gebraucht werden. Damit kann sich der Polier seinen eigentlichen Aufgaben widmen, anstatt als Platzanweiser für Zementsäcke zu fungieren.
Bislang sind die Anlieferungen an der berüchtigten „Bordsteinkante“ jedem Bauträger ein Graus: Der Spediteur liefert wie bestellt sein Baumaterial buchstäblich am Bordstein der Baustellenauffahrt ab – und der einzige, der den Lieferschein abzeichnen kann und der weiß, wohin auf der Baustelle die Lieferung muss, ist der Polier. Rund 40 Prozent seiner teuren Zeit, so sagt die Insider-Faustregel, vertrödelt der Polier mit solchen und anderen Aufgaben der internen Logistik.
Genau an diesem Punkt setzt das neue logistische Konzept an, das von Forschern des Zentrums für Intelligente Objekte ZIO der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft ATL zusammen mit den RFID-Software-Spezialisten der Silverstroke GmbH entwickelt wurde. Vereinfacht gesprochen: Der Polier „sagt“ jedem Zementsack, noch bevor dieser angeliefert wird, an welchem Ort der Baustelle er angeliefert werden muss, und das ganz präzise. Damit ist diese Aufgabe des Poliers erledigt – er muss nicht mehr am Bordstein seine Zeit vergeuden und selbst dafür sorgen, dass der Sack von dort zum Zementmischer kommt. Vielmehr kann der Lieferant den Zementsack selbständig am richtigen Ort abliefern. Das erspart erstens Zeit und zweitens können Baustoffe nicht nur ortsgenau, sondern auch viel termin- und verbrauchsgenauer bestellt und geliefert werden als bisher. Das erlaubt wesentlich kleinere Lager auf der Baustelle, die ihrerseits auch geringeren wetter- und diebstahlbedingten Schwund bedeuten. Von den Kapitalbindungskosten ganz zu schweigen.
Möglich wird dieser intelligente Bestell- und Lieferprozess, weil jeder bestellte Artikel eindeutig identifiziert und jederzeit lokalisiert werden kann – dank der verwendeten Auto-ID Technik. Seine Praxistauglichkeit hat das neue Konzept bereits bewiesen, als es von Fraunhofer ATL bei der Langen Nacht der Wissenschaften präsentiert wurde. Dort bestand der eigens entwickelte Demonstrator der Last-Meter-Logistik den Praxistext fulminant. Zwar wird im Demonstrator der LKW zur Schubkarre und die Baustelle zum Parkplatz vor dem Gebäude, doch ansonsten spielt der Demonstrator konkrete Anlieferungen genau so durch, wie es auch im richtigen Leben auf der richtigen Baustelle in Zukunft ablaufen kann und soll, von der Bestellung via GPS-fähigen Handheld über die punktgenaue Anlieferung bis zur Überprüfung der Ware mit der nötigen IT-Unterstützung. Das Fachpublikum nutzte die Gelegenheit zum Testen ausgiebig – und zeigte sich schnell überzeugt.








