(openPR) Fitch Ratings hat die deutsche Version des Criteria Reports "Rating of Non-US Public Sector Entities", veröffentlicht. Diese stellt eine Rating-Methodik für Unternehmen des öffentlichen Sektors außerhalb der USA dar. Sie berücksichtigt viele unterschiedliche Definitionen und Rechtsstati von öffentlichen Unternehmen in verschiedenen Ländern.
Derartige Unternehmen weisen in irgendeiner Form eine Beteiligung der öffentlichen Hand auf, erfüllen eine öffentliche Aufgabe oder haben einen spezifischen öffentlich-rechtlichen Status. Mögliche Rechtsformen sind beispielsweise Regierungsstellen, autonome öffentliche Einrichtungen, staatliche Unternehmen, privatrechtliche Unternehmen der öffentlichen Hand (die sowohl in einem geschützten oder regulierten Umfeld als auch in einem liberalisierten Wettbewerbsumfeld tätig sein können) sowie spezifische Verwaltungs- und Wirtschaftsunternehmen. Die Definition von Fitch Ratings für ein öffentliches Unternehmen schließt auch gemeinnützige Privatunternehmen ein, die zur Erfüllung einer wichtigen gemeinnützigen Aufgabe gegründet und sehr stark reguliert werden. Ein Beispiel sind Unternehmen des sozialen Wohnungsbaus in Großbritannien.
Obwohl öffentliche Unternehmen in Zeiten finanzieller Schieflagen von hohen außerordentlichen Unterstützungsleistungen durch ihre öffentlichen Eigentümer profitieren können, erhalten nicht alle öffentlichen Unternehmen diese außerordentliche Unterstützung im gleichen Masse oder gleich schnell. In einigen Fällen ist es der nationalen oder unterstaatlichen Regierung sogar untersagt, bestimmte Kategorien von öffentlichen Unternehmen oder spezifische Aktivitäten oder Tätigkeitsfelder direkt zu unterstützen. Fitch stuft öffentliche Unternehmen daher als "abhängig" ein, wenn eine große Wahrscheinlichkeit für außerordentliche Unterstützung besteht und diese rechtzeitig erfolgen kann Als "nicht abhängig" gilt, wenn diese rechtzeitige außerordentliche Unterstützung weniger wahrscheinlich ist.
Bei abhängigen öffentlichen Unternehmen wendet Fitch einen "Top-Down"-Notching-Ansatz an (mit einer Spanne von drei Rating-Stufen gegenüber dem Landeswährungsrating des öffentlich-rechtlichen Anteilseigners), weil die Agentur davon ausgeht, dass diese Unternehmen sehr eng mit ihrem öffentlichen Eigentümer verbunden und fester Bestandteil von diesem sind. In Fällen, in denen Fitch eine Sektorbeurteilung vornimmt, könnte sich die Agentur jedoch für einen weiter gefassten Notching-Ansatz entscheiden (das heißt die bei abhängigen Unternehmen übliche Spanne von drei Rating-Stufen erweitern).
Bestehen Zweifel hinsichtlich der Höhe oder der Zeitnähe der Unterstützungsleistungen, klassifiziert Fitch das betreffende öffentliche Unternehmen als nicht abhängig und verfolgt einen "Bottom-Up"-Rating-Ansatz. In diesem Fall konzentriert sich die Analyse für das Rating in erster Linie auf das "eigenständige" Profil des öffentlichen Unternehmens. Sie berücksichtigt dabei die laufende öffentliche Unterstützung, jedoch nicht unbedingt eine außerordentliche Unterstützung. Eine mögliche außerordentliche Unterstützung durch den öffentlichen Anteilseigner kann in diesem Fall zwar die Bonität verbessern, die entsprechende Erhöhung des Ratings beläuft sich in der Regel jedoch nur auf eine Rating-Kategorie (nicht mehr als drei Stufen).
Wo dies erforderlich ist, setzt Fitch ein interdisziplinäres Team aus Experten für Finanzinstitutionen oder Unternehmensanalyse ein, um die "eigenständige" Kreditqualität des öffentlichen Unternehmens zu beurteilen. Bei dieser Einzelbeurteilung werden laufende Unterstützungsleistungen durch die Regierung (zum Beispiel regelmäßige Betriebszuschüsse, Transferzahlungen oder Kapitalzuführungen) berücksichtigt. In Fällen, in denen das Unternehmen auf rein privatwirtschaftlicher Basis in einem liberalisierten Sektor tätig ist und eine Unterstützung durch die Regierung auf rein kommerzieller Basis erfolgt, wendet Fitch zur Bewertung des Unternehmens gegebenenfalls die "Parent and Subsidiary Rating Linkage"- Methode an.









