(openPR) Deutsche Rheuma-Liga regt nationalen Rheumaplan an
Bonn, 8. Oktober 2009. Aus Anlass des Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober ruft die Deutsche Rheuma-Liga dazu auf, die weit verbreiteten Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gesellschaftlich mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Unabhängig von Alter oder Geschlecht könne jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt an entzündlichen Gelenkerkrankungen infolge einer Autoimmunstörung erkranken. Auch Augen, Haut, Nieren, Gehirn und andere Organe können Schaden nehmen. Millionen sind von Arthrosen betroffen oder leiden unter einer chronischen Schmerzerkrankung, dem Fibromyalgie-Syndrom.
„Menschen mit Rheuma sind Teil dieser Gesellschaft und sie brauchen unser Verständnis und unser aller Respekt“, appelliert Professorin Erika Gromnica-Ihle. Die Ärztin und Wissenschaftlerin ist seit einem Jahr Präsidentin des mitgliederstarken Patientenverbandes.
Aktuelle Erhebungen des Deutschen Rheumaforschungszentrums zeigen, dass die Zahl der Frühberentungen bei enzündlichem Gelenkrheuma, dem gesamtgesellschaftlichen Trend folgend, um 10 Prozent rückläufig sind. Gromnica-Ihle: „Das verdanken wir zum Teil dem Fortschritt in der Medizin, insbesondere der medikamentösen Therapie und dem modernen Gelenkersatz.“ 47 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer, die an einer Rheumatoiden Arthritis erkrankt waren, konnten 2008 ihren Beruf weiter ausüben. Etwa die Hälfte der Erkrankten scheidet jedoch wegen der starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach wie vor aus dem Erwerbsleben aus. Mehr als eine halbe Million Bundesbürger sind an Rheumatoider Arthritis erkrankt.
Angesichts der hohen Zahl von Rheumabetroffenen insgesamt und der Krankheitsfolgekosten regt die Deutsche Rheuma-Liga erstmals einen nationalen Rheumaplan an. „Die Vorarbeiten dazu sind mit dem Memorandum der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und dem Aktionsplan der Rheuma-Liga geleistet, nun fordern wir die Regierung auf, einen konzertierten, nationalen Maßnahmeplan in Angriff zu nehmen“, erklärt Gromnica-Ihle.
„Wir streben eine effiziente und bestmögliche Versorgung Rheumakranker an. Vieles ist möglich, sogar eine Heilung bei Rheumatoider Arthritis, so sie rechtzeitig und aggressiv genug behandelt wird. Aber zu oft erhalten Patienten viel zu spät oder gar keine angemessene Diagnostik und Therapie.“ Vielerorts mangele es an Rheumatologen und Patienten müssten monatelange Wartezeiten in Kauf nehmen. „Es ist Zeit, die Patienten bei der Versorgung konsequent in den Mittelpunkt zu stellen. Dies muss Maßstab einer jeden zukünftigen Gesundheitsreform sein“, fordert Präsidentin Gromnica-Ihle. Auf keinen Fall dürften die chronisch Kranken finanziell noch mehr belastet werden, als dies jetzt schon der Fall sei.
Gromnica-Ihle: „Das aktuell für 2010 prognostizierte Milliardendefizit des Gesundheitsfonds darf unter der künftigen Regierung nicht zulasten der chronisch Kranken behoben werden. Dafür steht die Deutsche Rheuma-Liga mit ihrer Viertel Million Mitglieder und im Interesse von Millionen Betroffenen.“
Die Deutsche Rheuma-Liga ist mit 250.000 Mitgliedern die größte Patientenorganisation in Deutschland. Mehr als 8.000 Ehrenamtliche sind in den 16 Landesverbänden und drei Mitgliedsverbänden engagiert. Andauernde Schmerzen und immer wiederkehrende Krankheitsschübe belasten Alltag, Beruf, Familie und Partnerschaft rheumakranker Menschen. Auch 16.000 Kinder sind betroffen. Die Deutsche Rheuma-Liga hilft mit Experten und ehrenamtlicher Beratung, Seminaren, Bewegungs- und Schmerzbewältigungsangeboten und umfangreichem Informationsmaterial.
Am 9. Dezember 2010 feiert der Bundesverband das 40-jährige Gründungsjubiläum. Mit einer Kampagne „Rheuma – keine Frage des Alters“ und weiteren Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird in den kommenden Monaten daran erinnert: www.rheuma-liga.de








