(openPR) JUGENDKIRCHE LEBEN
Das Thema "Jugendkirchen" lag und liegt in der Luft, was durch das grosse Interesse der Teilnehmer an dem Ökumenischen Symposium vom 27.-29. September 2009 in Wuppertal bestätigt wurde, die aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz angereist waren. Unter dem Titel "Institution Jugendkirche? - Lebensräume und Formate" luden die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej), die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, die Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel, das Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland und die Jugendkirchen-Förderung Baden-Baden e.V. ein, sich gemeinsam über Jugendkirchen auszutauschen.
Die christliche Jugendarbeit ist mehr als nur Verpackung. Sie ist der kulturelle Code eines Lebensgefühls, des sozialen Status und nicht selten ist sie mit einer bestimmten Jugend- und Musikkultur verbunden, je nach Region und/oder Clique verschieden zwar, gleichwohl altersbedingt verknüpft. Dennoch: Soziologen diagnostizieren eine tiefe Kluft zwischen den Jugendkulturen und der etablierten Kirchenkultur. Als Ausweg erscheint die Jugendkirche.
Jugendkirchen machen Schule, in den Städten, in ländlichen Gebieten und beginnen, eine immer stärkere Akzeptanz in den örtlichen Gemeinden und Bistümern zu gewinnen, drängen sich zunehmend selbst in das Bewusstsein Kirchenferner. Facettenreich wollen sie das belebende Spektrum des christlichen Glaubens zeigen und bemühen sich zudem um neue, vielleicht bislang unerreichte Besuchergruppen.
Wie vielseitig die Angebote der Jugendkirchen und nicht zuletzt auch der Gotteshäuser selber sind, sollte nun mit dem dritten "Jugendkirchensymposium" aufgeblättert werden. Das Symposium hatte in der evangelischen Jugendkirche in Wuppertal mit Grussworten von Weihbischof Dr. Heiner Koch, Erzdiözese Köln, begonnen, die der katholische Theologe Dr. Hans Hobelsberger (afj) stellvertretend überbrachte, wobei im Besonderen die Verstetigung der Jugendkirchen als auch diesbezüglich die Wichtigkeit der ökumenischen Zusammenarbeit hervorgehoben wurde. Die Frage nach der Position der Jugendkirche im pastoralen Bereich wurde ebenfalls gestellt und ob ihre Zugänge und Formate mit der bestehenden Jugendarbeit zusammenwirken, auch: "Gibt es denn theologische Grundlegungen?"
"Vielfalt macht reich", äusserte denn auch die Dipl. Religionspädagogin und Referentin für Kinderpolitik und Kinderrechte, Erika Georg-Monney, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man durch neue Praxis hinzulernen kann. Das bemerkte auch Landesjugendpfarrerin Simone Mechels: "Gesehen habe ich grosse Vielfalt unterschiedlicher Projekte", und erfreute sich an den vielen guten Gesprächen, die daraus hervorgingen. Damit war ein Etappenziel des Symposiums erreicht, nämlich ein Forum für Lehr- und Lernprozesse zu schaffen, weitere christliche Angebote zu entwickeln sowie Netzwerke zu knüpfen.
Massiv unterstützt wurde dieses Ansinnen sowohl durch eine äusserst konstruktiv angelegte 'Austauschbörse' als auch durch die zahlreichen Workshops, auf denen man neue Impulse erhielt und sich gemeinsam neue Aspekte für den jugendkirchlichen Alltag erarbeiten konnte. Entscheidend bei beiden Möglichkeiten und während der gesamten Veranstaltung blieb die Partizipation und, wie Erika Georg-Monney feststellte, sich zudem Bekanntes wieder ins Gedächtnis zu rufen und zu vertiefen.
Dem konnte Dr. Hans Hobelsberger, Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, afj und Referat Jugendpastorale Bildung, nur zustimmen: "Die intensive und inhaltliche Arbeit war beeindruckend, insbesondere bei den Workshops. Den Organisatoren ein grosses Lob."
"Wir sind Jugendkirche",
war eine der Aussagen, die die Stimmung während dieser drei Tage am besten wiedergeben konnte. Dieses Gefühl, an etwas teilhaben zu können, das innerhalb der Kirche in die nähere Zukunft weisen dürfte. Michael Freitag, Referent für Theologie, Bildung und Jugendsoziologie (aej), sagte, dass Jugendkirche die Kirche zu verändern beginnt: "Die vielfältigen Formate zeichnen ein lebendiges Bild von Kirche, das Zusammenwirken von Inspiration und Spiritualität." Das zeigt auch immer wieder das gemeinnützige Jugendkirchen-Portal www.jukis.org auf.
Dr. Hobelsberger hob zudem die dichte Atmosphäre hervor, bei der ein reger Austausch stattfand, auch über die unterschiedlichen Religionsgemeinschaften hinweg, und sprach von einer ökumenischen Bereicherung. Erika Georg-Monney hierzu: "Ökumene tut nicht weh." Auf der Veranstaltung wurden die verschiedenen Facetten in Liturgie, Amt, Institution mit sehr viel Engagement und Offenheit immer wieder auf verschiedenen Gesprächsebenen behandelt.
Es stellte sich auch heraus, dass die jugendkirchliche Arbeit oftmals ein Spagat zwischen den Institutionen darstellt, der einen starken Zusammenhalt erfordert. Simone Michels verwies auf die vielen 'ups and downs', die die JuKi-Teamer immer wieder zu bewältigen hätten und sich dennoch nicht entmutigen liessen, sprach von einer "Alexis-Sorbas-Mentalität" der Verantwortlichen.
Thomas Herrig, Pfarrer an der katholischen Jugendkirche Saarbrücken (eli.ja), hob gegen Ende der Veranstaltung hervor, dass Kirche eine Kirche der Gegenwart sei, mit Blick nach vorn: "Verschiedene Stellen in der Jugendkirchenbewegung (JuKiBe) bringen frischen Wind für die Zukunft."
Zum Abschluss würdigte Nikolaus Schneider, Präses der Evangelische Kirche im Rheinland, das Engagement der Jugendkirchen auf den Wellen des Zeitgeistes. "Kirche muss in Bewegung bleiben, bewegt vom Geist Gottes auf der Höhe der Zeit." Er verwies auch auf die Institution Kirche als starre aber auch Halt gebende, zuverlässige Grösse und machte deutlich, dass selbst eine etablierte Institution sich durchaus bewegen könne und rief mit Blick auf die Jugend: "Wir brauchen Euch in unseren Kirchen!"
pierre roh










