(openPR) Kiel/Hannover, 12. September. Die beiden letzten deutschen Schwebefähren in Rendsburg (Schleswig-Holstein) und Osten/Oste
(Niedersachsen) sind Mittelpunkt zweier Festveranstaltungen zum "Tag des offenen Denkmals", der diesem Jahr dem Schwerpunktthema
Wasser gilt.
Die Rendsburger Schwebefähre, die seit 90 Jahren unter einer Eisenbahnhochbrücke den Nord-Ostsee-Kanal überquert, ist unter den 310
maritimen Denkmalen in Schleswig-Holstein als Schauplatz der landesweiten Auftaktveranstaltung ausgewählt worden, weil sie nach dem Urteil des Kieler Landeskonservators Dr. Michael Paarmann zu den prominentesten Denkmalen im Lande gehört. Die Hochbrücke und die Fähre seien, so Paarmann, "Markenzeichen für die gesamte Region".
Die fünf Jahre ältere Schwebefähre über den Elbe-Nebenfluss Oste, die im Frühjahr von der Bundesregierunmg als Baudenkmal von nationaler
Bedeutung eingestuft worden ist und zur Zeit mit Hilfe der EU in zwei Bauabschnitten mit einem Gesamtaufwand von 1,1 Millionen Euro
restauriert wird, stand bereits am Freitagabend im Mittelpunkt einer Festveranstaltung in Osten (Landkreis Cuxhaven).
Mit einer historisch-literarischen Revue zum Denkmalschutztag gedachte die Gemeinde der 100. Wiederkehr des 1. September 1904, an dem der
Rat des damaligen 600-Seelen-Dorfes den mutigen Beschluss gefasst hatte, eine europaweit einzigartige Fährbrücke zu bauen: Unter einem 38
Meter hohen Stahlgittergerüst verkehrt eine starr aufgehängte elektrisch betriebene Gondel, die den Fluss queren kann, ohne den Schiffsverkehr zu behindern.
Als die von dem Eiffel-Schüler Louis Pinette konstruierte Ostener Schwebefähre am 1. Oktober 1909 ihrer Bestimmung übergeben wurde, galt
sie als "achtes Weltwunder" und als "Eiffelturm des Nordens". Nachdem 65 Jahre später eine Straßenbrücke die Funktion der Schwebefähre
übernommen hatte, retteten Denkmalschützer gemeinsam mit einer Bürgerinitiative das Bauwerk vor dem drohenden Abriss; die Schwebefähre
wurde 1975 als weltweit erste ihrer Art zum Baudenkmal erklärt und fortan für touristische Demonstrationsfahrten genutzt.
Die Vorsitzende des Heimatvereins Osten, Erika Borchers, rief die Bevölkerung zu breiter Unterstützung des Denkmalschutzes auf: "Engagement erwächst nicht aus passivem Wohlwollen, sondern aus aktiver Mitwirkung."
Der Ostener Bürgermeister Carsten Hubert und seine Amtskollegen Andreas Breitner (Rendsburg) und Jörg Sibbel (Osterrönfeld bei Rendsburg)
hatten bereits vor einem Jahr gemeinsam mit Vertretern aus Großbritannien, Frankreich, Spanien und Argentinien im spanischen Bilbao, dem Standort der 1893 errichteten ältesten Schwebefähre der Welt, einen Weltverband der Schwebefähren gegründet.
Der Ehrenpräsident des Verbandes, der spanische König Juan Carlos I., forderte aus diesem Anlass bei einer Audienz im Zarzuela-Palast bei
Madrid zur Erhaltung der weltweit nur noch acht (von ursprünglich 20) Schwebefähren auf: "Diese Brücken gehören der gesamten Menschheit."
Der "Appell von Madrid" habe entscheidend dazu beigetragen, in Deutschland das öffentliche Bewußtsein für die kultur- und
technikgeschichtliche Bedeutung dieser Baudenkmale zu schärfen, erklärte jetzt in der Ostener Festveranstaltung der Vorsitzende der
"Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre", Horst Ahlf.











