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Mit URBANA wird ökologisch korrekt abgetaucht

30.09.200910:23 UhrIndustrie, Bau & Immobilien
Bild: Mit URBANA wird ökologisch korrekt abgetaucht

(openPR) In Siegburg hat Ende August eine Badelandschaft eröffnet, die neue Maßstäbe setzt. Neben vielem anderen bietet der Gesundheits- und Erholungspark Siegburg Europas größtes Indoor-Tauchzentrum und eine Indoor-Surfanlage. Wärme, Grundlaststrom und sonstige Nutzenergien für diesen Freizeitpark der Superlative kommen vom Hamburger Energiedienstleister URBANA, der in Siegburg ein Versorgungskonzept installiert hat, das nicht minder neue Maßstäbe setzt. Ungefähr 85 Prozent der Jahreswärme wird durch ökologische Technologien beziehungsweise regenerative Energieträger erzeugt. Das ist Bade-, Surf- und Tauchvergnügen mit einem ökologisch reinen Gewissen.



Der Gesundheits- und Erholungsbadepark Siegburg ist ein Projekt der Stadt Siegburg mit dem Friedrichshafener Projektentwickler s.a.b. Ausgangspunkt war die anstehende Sanierung des Frei- und Hallenbads Oktopus. Die Stadt entschied sich 2007 für ein Public-Private-Partnership-Modell, damit sich ihr jährlicher Kostenaufwand für das Frei- und Hallenbad deutlich reduziere. Der Projektentwickler hatte dabei die Auflage, das Schul- und Vereinsschwimmen beizubehalten – dies alles zudem zu sozialverträglichen Eintrittspreisen. Die Vorgaben wurden erfüllt. Doch der neue Gesundheits- und Erholungsbadepark punktet nicht nur in sozialer Hinsicht, er überzeugt auch ökologisch. Der Hamburger Energiedienstleister URBANA hat in Siegburg ein innovatives Energieversorgungskonzept installiert. Der Park verbraucht dank Solarthermie, Biomasse, Kraft-Wärme-Kopplung und Effizienzmaßnahmen deutlich weniger fossile Energie als mit einer Referenzanlage nach Stand der Technik.

Das Energieversorgungskonzept in Siegburg basiert auf einem gleich vierfach gemauerten Fundament. So wurde bereits in der Umbauphase seitens der Bauphysik auf energetische Optimierung geachtet, was unnötiges Wärmeaufkommen im Kern vermeidet. Dann wurden konsequent Wärmerückgewinnungssysteme eingesetzt. Die verbleibenden Wärmemengen werden durch den optimalen Einsatz von regenerativen Energien und Effizienztechnologien erzeugt, fossile Energieträger werden weitestgehend vermieden. Zuletzt wird das Versorgungskonzept mit einem kontinuierlichen Verbrauchscontrolling kombiniert, unterstützt durch ein Gebäudeleitsystem, das sämtlich Energie- und Medienströme fortlaufend optimiert. "URBANA hatte sich in Siegburg ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt: Unnötiger Energieverbrauch sollte vermieden und ungenutzte Energiepotenziale erschlossen werden. Der restliche Energiebedarf sollte nachhaltig erzeugt werden. Dies alles ist uns gelungen", berichtet Michael Grupczynski, der verantwortliche Regionalleiter bei URBANA.

Und das ist URBANAs Konzept im Detail: Zur Deckung des Grundlastbedarfs an Strom und Wärme wird ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von 50 Kilowatt und einer thermischen Leistung von 88 Kilowatt eingesetzt. Die Mittellast deckt ein Biomasse-Festbrennstoffkessel ab, er wird vorzugsweise mit Holzpellets befeuert und liefert eine Heizleistung von ungefähr 400 Kilowatt. Zur Deckung der Spitzenlast und zu Redundanzzwecken ist ein gasbefeuerter Brennwertkessel mit einer Heizleistung von circa 1000 Kilowatt installiert. Den Wärmebedarf im Freibad decken, ganz nach Outdoor-Manier, ungefähr 1200 Quadratmeter Solaroberfläche ab. Die solarthermische Anlage ist zugleich in den Wärmeverbund Hallenbad integriert, wo sie, wenn im Freibad keine Wärme benötigt wird, Wärmeenergie zur Beheizung des 20,5 Meter tiefen Tauchturms liefert. Vergleicht man URBANAs Lösung mit einer Referenzanlage, die mit erdgasbefeuerten Brennwertkessel den „Stand der Technik“ repräsentiert, fällt der ökologische Gewinn sofort ins Auge. Die Wärmebereitstellung aus fossilen Energien beträgt in Siegburg lediglich knapp 15 Prozent. Die regenerativen Energien liefern hingegen gut 61 Prozent der Wärme, aus Kraft-Wärme-Kopplung stammen 24 Prozent. Imposant ist auch die CO2-Bilanz: während die Umwelt mit dem traditionellen Versorgungsmodell jährlich mit 794 Tonnen belastet werden würde, werden in Siegburg deutlich weniger als ein Drittel, nämlich 31 Prozent, ausgestoßen: 247 Tonnen jährlich. "Unser Konzept hat die höchst mögliche Ökobilanz aller Konzepte, die durchgerechnet worden sind", resümiert Grupczynski.

Interessant ist aber auch der wirtschaftliche Aspekt. Zwar betrugen URBANAs Investitionskosten in Solarthermie, Biomassekessel, BHKW und Brennwertkessel und sonstigen Effizienzmaßnahmen wie optimierten Wärmerückgewinnungssystemen in den raumlufttechnischen Anlagen (RLT) deutlich mehr als das Dreifache, als wenn man eine traditionelle Variante mit drei Brennwertkesseln für den Hallen- und Freibadbereich gewählt hätte – das Hamburger Unternehmen hat insgesamt über 600.000 Euro in Siegburg investiert. Aber: Die Jahresvollkosten sind im Vergleich zur reinen Brennwertkessel-Versorgung auf der Basis der Energiepreissituation des Sommers 2008 etwa 10 Prozent niedrigerer. "In keiner anderen zur Debatte stehenden Versorgungsvariante wurden die Gesamtjahreswärmekosten so hoch reduziert wie in der, die wir nun anwenden", berichtet Grupczynski. Ein weiterer großer Vorteil des Konzepts: Es macht den Badepark unabhängiger im Energiebezug und robuster gegenüber weltmarktbedingten Energiepreisschwankungen fossiler Energieträger. Da der Gesundheits- und Erholungsbadepark Siegburg seinen Grundlastbedarf durch 'produktionseigenen' Strom abdeckt, ist seine Beschaffungsabhängigkeit aufgrund des guten Lastprofils und der Fördermöglichkeiten des seit 1. Januar 2009 novellierten Gesetzes zur Erhaltung, Modernisierung und zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung in diesem Segment gering. Und auch der Einsatz von Biomasse macht unabhängig und zwar von den volatilen Energieeinkaufsmärkten für Öl und Erdgas. Siegburg deckt seinen Jahreswärmebedarf zu gut 45 Prozent durch Biomasse. Und eine Energiepreissteigerung für die circa 16 Prozent Wärmebereitstellung aus solarer Quelle ist auch nicht in Sicht. Gute Aussichten also für die nächsten 15 Vertragsjahre.

Was die Inhalte des Contractings betreffen, haben die Stadt Siegburg, s.a.b. und URBANA eine Vertragskonstellation ausgearbeitet, die Energieliefercontracting mit Finanzierungscontracting für die Effizienzmaßnahmen kombiniert. URBANA hat sämtliche Anlagen, die Wärme und Strom erzeugen, finanziert, errichtet, liefert die entsprechende Nutzenergie und ist für deren reibungslosen Betrieb verantwortlich (Energieliefercontracting). Die Effizienzmaßnahmen, wie zum Beispiel die optimierten RLT-Anlagen, werden über ein Finanzierungscontractingmodell mit Ergebnisnachweis realisiert. Auch hier ist URBANA inder Planungs-, Errichtungs-, Finanzierungs- und Betreiberverpflichtung. URBANA entschied sich hier für einen deutlich größeren Gerätetyp, dessen Ventilatoren mit Hocheffizienzmotoren angetrieben werden. Auch das Wärmerückgewinnungssystem (WRG) wurde optimiert. Ergebnis der Gesamtoptimierung: Die jährliche Wärmearbeit wird um ungefähr 55 MWh reduziert und die Stromarbeit um ungefähr 64 MWh.
"Die Mehrkosten für die RLT-Geräte betrugen ungefähr 22.500 Euro", berichtet Grupczynski. "Wir rechnen, dass sich die Kosten dafür in circa zwei Jahren amortisiert haben. Ungenutzte Energierückgewinnungspotenziale zu heben, das ist die nachhaltigste Form der Energieeffizienz. Denn Wärme, die zurückgewonnen wird, muss nicht erst teuer erzeugt werden"

In Siegburg erweist sich der Hamburger Energiedienstleister URBANA einmal mehr als Unternehmen, das die ökonomischen und ökologischen Aspekte von Contracting optimal einsetzt. Der Contractor vermeidet Standards und schneidert vielmehr exakt individuelle Konzepte, die neueste Technologien integrieren und zugleich auf die jahrzehntelange Erfahrung des Unternehmens im Energiedienstleistungsbereich rekurrieren. Die neue Badelandschaft in Siegburg ist auch im europäischen Maßstab spektakulär. "Fast noch spektakulärer ist es, dass im Hintergrund unseres neuen Bads eine energetische Technik wirkt, die das Badevergnügen auch ökologisch so richtig sauber macht", fasst der Bürgermeister von Siegburg, Franz Huhn, zusammen.

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