(openPR) München, 27.08.2009 - Über die Hälfte der Münchner Studentinnen und Studenten arbeiten neben dem Studium. Weibliche Studierende jobben häufiger als ihre männlichen Kommilitonen – für weniger Lohn: das Ergebnis einer Befragung unter Münchner Studierenden.
Wenn Sara, 21, sich am Wochenende die Servierschürze ums Dirndl bindet, dann hat das nur wenig mit bayrischem Patriotismus zu tun. Sara stammt aus Hessen, studiert in München Humanmedizin und stemmt Maßkrüge, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. In München gehört sie damit zu einer Mehrheit: 70 % aller Studentinnen und 58 % aller Studenten arbeiten neben dem Studium – das ergab eine Befragung, die forschungplus gegen Ende des Sommersemesters 2009 unter Münchner Studierenden aller Hochschultypen durchgeführt hat. Die unabhängige Eigenstudie der Marktforschungsagentur belegt, dass die Finanzierung eines Studiums nicht nur Sache der Eltern und des Staats ist – und dass Frauen dafür einen größeren Eigenanteil leisten müssen als Männer.
Schon ab Studienbeginn opfern Studierende einen Teil ihrer Freizeit fürs Geldverdienen: Durchschnittlich 11 bis 12 Stunden, also eineinhalb Tage pro Woche, investieren die meisten in eine Nebentätigkeit. Im ersten bis dritten Semester jobben 52 %, in höheren Semestern ganze 68 % des akademischen Nachwuchses. Obwohl Studierende in höheren Semestern fast fertig ausgebildete Fachkräfte sind, steigt ihr Stundensatz leider nur gering: Im ersten bis dritten Semester erhalten sie durchschnittlich 9,50 Euro, im vierten bis sechsten Semester 10,00 Euro und ab dem siebten Semester 10,50 Euro pro Stunde.
Das Ergebnis zeigt, dass angehende Akademikerinnen weitaus mehr Fleiß an den Tag legen als ihre männlichen Kommilitonen. Die Herren der Schöpfung können nach Vorlesungsende eher die Füße hochlegen – 68 % bekommen ihr Studium größtenteils von den Eltern finanziert. Münchner Studentinnen müssen stärker selbst finanziell zu ihrer Ausbildung beitragen, da nur 57 % von zu Hause ausreichend unterstützt werden. Das weibliche Engagement wird dabei nur in Maßen anerkannt – jobbende Studentinnen verdienen im Gesamtdurchschnitt 9,50 Euro, Studenten hingegen 10,50 Euro die Stunde. Bei den Gesamteinkünften gibt es kaum einen Unterschied: Männlichen Studierenden stehen pro Monat durchschnittlich 625 Euro, weiblichen 619 Euro zur Verfügung. Studentinnen scheinen mit dem verfügbaren Geld jedoch kostenbewusster zu haushalten: Nur 17 % wohnen während des Studiums noch bei den Eltern und haben durch die eigene Wohnung oder das Leben in der WG höhere Ausgaben. Unter den männlichen Studierenden genießen 25 % die Vorteile der Unterbringung im „Hotel Mama“.
Informationen zur Studie: Im Sommersemester 2009 führte forschungplus eine unabhängige Eigenstudie an Münchner Hochschulen durch. In einer computergestützten persönlichen Befragung äußerten sich rund 300 Münchner Studierende zu ihrer Einkommens- und Arbeitssituation sowie über das Image, die Praxisorientierung und die Serviceangebote ihrer Hochschule. Von den Befragten waren 52 % Männer und 48 % Frauen.










