(openPR) …sollte sich besser heute als morgen den Zeitzeichen anpassen, denn die unübersehbaren Merkmale deuten auf grundlegende Veränderungen hin; ob uns das passt oder nicht.
Zum einen müssen sich Gesellschaft und Wirtschaft im Westen der Nach-Krisen-Zeit und zum anderen den Auswirkungen der Globalisierung anpassen. Und das nicht allein durch schlichtes Abnicken und wie gehabt zur Tagesordnung übergehen, sondern den veränderten Anforderungen entsprechendes Handeln.
Auf die Krise bezogen bedeutet das: entsprechende Konsequenzen zu ziehen, um weit schmerzhafteren Ereignissen in naher Zukunft vorzubeugen.
In Bezug auf die Globalisierung sind grundlegende Veränderungen erforderlich, damit wir dem Einhalt gebieten, was uns bereits heute offensichtlich bedroht und dem wir zurzeit nichts Adäquates entgegen zu setzen haben: die rasant wachsende Wirtschaftsmacht China.
Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und wissen die Globalisierung für ihre Zwecke geschickt zu nutzen.
Während wir im Westen immer noch dabei sind, unser vergangenes Image zu pflegen und dabei durch eine Reihe von Krisen weiter an Substanz verlieren, haben die Chinesen aus ihrer turbulenten Vergangenheit gelernt und entdeckt, wie sie ihr wirtschaftspolitisches Potenzial einsetzen, um dem Westen zu zeigen wie man Märkte erobert.
Und was tun wir?
Wir verscherbeln unser Know-how im guten Glauben unsere Außenhandelsbilanz zu schönen und damit auf Dauer Arbeitsplätze zu sichern.
In Wirklichkeit veräußern wir das einzige was uns zurzeit noch an Werten
à la „Made in Germany“ bleibt, als Nachahmungsmuster mit allzu kurzem Erfolg, denn schon heute werden ehemals urdeutsche Produkte und Waren in hoher Qualität, jedoch zu weit geringeren Preisen weltweit, als chinesische Erzeugnisse gehandelt.
Und das Szenario beginnt gerade erst.
Dazu einige aktuelle Presseberichte.
Das Handelsblatt schreibt am 7. Aug. 09 unter dem Titel: „Spielball des Auslandes“, die deutsche Wirtschaft hängt vom Ausland ab, auch dann, wenn die Fiskalprogramme ihre Wirkung erzielt haben. Die Nachfrage wird wieder geringer ausfallen. Darauf werden wir nicht lange warten müssen. Das werden sich Unternehmen, die international wettbewerbsfähig bleiben wollen, nicht lange leisten können.
Die FZ vom 15. August 09 berichtet unter dem Titel: „Aus für Hubwagenproduktion“, aus der Addition von Managementfehlern und chinesischer Billigkonkurrenz wurde dem Hubwagenhersteller die wirtschaftliche Basis entzogen. Allen Mitarbeitern wurde gekündigt.
Am 14. Aug berichtet das Handelsblatt: „dass die Absatzzahlen deutscher Solaranlagen durch die Preise billigere, jedoch gleichwertiger Konkurrenz aus China, erheblich beeinträchtigt werden.
Uns stehen wachstumsarme Jahre bevor. Die Lohnstückkosten werden steigen, weil die Auslastung der Betriebe drastisch sinkt“.
Wie reagieren die großen Unternehmen in Deutschland auf die Bedrohungen?
Dazu berichtet das Handelsblatt am 14. August 09: „Trotz wegbrechender Umsätze stabilisieren sich im zweiten Quartal die Ergebnisse der Dax-Firmen dank massiver Sparprogramme.
Und wie reagiert der Mittelstand auf die rasant zunehmenden Gefahren?
Die schlafen weiter und warten auf einen zweiten Ludwig Erhardt und den nahenden Aufschwung im Glauben, damit seien wieder einmal alle Probleme so gut wie gelöst.
Indem die Saat chinesischer Wirtschaftspolitik aufgeht, bemühen wir uns in Deutschland krankhaft an der Erhaltung traditionell veralteter Denk- und Verhaltensmuster kartesianischer Prägung. Dem ausgeprägten Ich-Denken, der Überbewertung von Forschungsaktivitäten an ungeeigneten Objekten und Projekten und dem Noch-Alleinstellungs-Merkmal: Hochtechnologie.
Dem stehen Hunger und Verlangen nach Veränderungen und besseren Lebensbedingungen in Asien gegenüber und das Erkennen, alles das greifbar vor sich zu sehen.
Im Gegensatz dazu sind wir im Westen viel zu satt und träge, um Veränderungen und Wandel als Realität wahrzunehmen, zu akzeptieren und entsprechend zu reagieren.
Dabei sind wir durchaus in der Lage das gestörte Gleichgewicht zwischen Ost und West wieder herzustellen, denn noch hat unsere fernöstliche Konkurrenz entscheidende Merkmale – die uns jedoch selbst noch fehlen – nicht kopieren können.
Noch haben wir Nachholbedarf, der uns in die Lage versetzt der drohenden, fernöstlichen Gefahr zu trotzen. Nur, das erfordert Ballast abwerfen, sich von Erblasten, gewachsenen Strukturen und liebgewordenen Gewohnheiten zu trennen.
Das beginnt mit der Abkehr von kartesianischen Denkmustern, den unzeitgemäßen Bildungs- und Weiterbildungsstrukturen in denen kein Wort über globale Strategien und geeignete Lösungsmuster fällt. Die Realität der Ausbildungsmuster entspricht der Realität der Forschungsergebnisse, die oft weit hinter bereits bestehenden, praktisch verwendbaren Ergebnissen herhinken.
Wo bleiben die interdisziplinäre Ausbildung und das staatlich anerkannte Berufsbild von Profis mit der Eignung zur generellen Neustrukturierung zeitgemäßer Unternehmensstrukturen. Professionalität, auf die Unternehmen künftig zugreifen müssen um den global orientierten Anforderungen zu entsprechen.
Wo bleiben die den Anforderungen der Neuzeit erforderlichen Forschungsaktivitäten in Bezug auf Strukturorganisation und Informationstechnologie. Denn es zeichnet sich deutlicher denn je ab: „Informationstechnologie allein hat bisher noch nicht ein einziges Unternehmen den aktuell globalen Anforderungen angepasst.
Wir sind mit unserem noch zu erweiternden Wissens- und Erfahrungspotenzial durchaus in der Lage, die Rolle als Vorreiter im Weltmarkt zu erhalten, wenn wir das ausbauen, ergänzen und nutzen, was wir an Hightech bereits besitzen:
1. Zeitgemäße Organisationsstrukturen
2. optimales Zusammenwirken von Organisation und
Informationstechnologie
3. naturnahe Selbstregelmechanismen durch Vereinfachung der Prozess-
und Funktionsstrukturen.
Das können uns ausländische Konkurrenten schon deswegen nicht nachahmen, weil wir derartige Ressourcen bisher selbst vernachlässigt haben.
Dort müssen wir ansetzen. Und das besser heute als morgen. Denn das Grundprinzip „Ganzheitlicher Neuordnungen“ beruht bei der Neugestaltung „unzeitgemäßer“ Organisationsstrukturen, auf den Wechselbeziehungen zwischen Ursache und Wirkung nach dem Motto:
Nicht-
- die sichtbaren Probleme oder Symptome bekämpfen, sondern nach
den vielfältigen Problemursachen forschen und diese beseitigen
- den starren Ordnungsprinzipen Descartes und Newtons, sondern den
dynamisch vernetzten Beziehungsmustern und wechselseitigen
Abhängigkeiten moderner Paradigmen folgen
- traditionelle und liebgewordene Gewohnheiten pflegen, sondern
den Zeitzeichen folgen.
Dazu müssen sich nahezu alle Beteiligten von jahrzehntelang gewachsenen Denk- und Verhaltensmustern trennen. „Organisationsstrukturen,“ die von zeitgemäßen Ordnungsprinzipien noch um Lichtjahre entfernt hinterher hinken.
© Karl Heinz Schubäus, 17. August 2009













