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Drastischer Einkommenseinbruch in der deutschen Landwirtschaft

28.04.200420:16 UhrVereine & Verbände

(openPR) Veredlungsbetriebe und Ackerbau am stärksten betroffen

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Landwirtschaft hat sich im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2002/2003 drastisch verschlechtert. Das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe sackte um 25 Prozent auf 22.900 Euro ab. Dies geht aus dem Situationsberichtes des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor, den DBV-Präsident Gerd Sonnleitner vor der Bundespressekonferenz in Berlin vorstellte. Bereits im Vorjahr mussten die deutschen Landwirte Einkommenseinbußen von durchschnittlich 13 Prozent hinnehmen. Ein selbständig tätiger Landwirt verdiente im Jahr 2002/2003 durchschnittlich nur 16.325 Euro brutto, was einem Monatseinkommen von 1.360 Euro brutto entspricht inklusive aller Zahlungen aus Brüssel und aus dem Berliner Agrarhaushalt. Der Einkommensabstand zur gewerblichen Wirtschaft hat sich auf rund 40 Prozent vergrößert.



Hauptursache des Einkommensbruchs waren die deutlichen Rückgänge bei den Erzeuger­preisen von Schlüsselprodukten wie Milch, Schweinefleisch und Getreide. Je nach Betriebsform und Region entwickelten sich die Unternehmensergebnisse der Betriebe im abgelaufenen Wirtschaftsjahr unterschiedlich: Besonders gebeutelt waren die Veredlungsbetriebe (Schweine-, Hühnerhaltung). Im Jahr 2000/2001 hatten sie noch ein Unternehmensergebnis von über 61.000 Euro erzielt. Sie mussten im zweiten Jahr hintereinander einen massiven Rückgang erleiden; der Unternehmensgewinn ging um durchschnittlich 62 Prozent auf 18.900 Euro zurück. Die auf Ackerbau spezialisierten Marktfruchtbetriebe erzielten mit 24.500 Euro im Durchschnitt ein um 35 Prozent geringeres Unternehmensergebnis. Niedrige Preise für Getreide und nässebedingte Schäden wegen Dauerregen und Hochwasser, vor allem in Nord- und Ost-Deutschland zur Ernte 2002, haben den Ackerbaubetrieben zu schaffen gemacht. Unter den Futterbaubetrieben hatten die Milchviehbetriebe mit 23.300 Euro ein 10 Prozent geringeres Unternehmensergebnis als im Vorjahr. Der Einkommensverlust der Rindfleischerzeuger fiel zwar prozentual geringer aus, doch absolut beklagen sie mit 19.700 Euro ein sehr geringes Einkommen.

Erfreuliche Ausnahme waren in 2002/2003 lediglich die deutschen Winzer: Die Dauerkulturbetriebe mit Weinbau erzielten als einzige eine Einkommensverbesserung, und zwar um 29 Prozent auf 37.800 Euro. Dauerkulturbetriebe mit der Spezialisierung Obstbau dagegen mussten ein Minus von 13 Prozent (30.500 Euro) verkraften. Auch die Einkommen der Öko-Betriebe gingen um rund fast 13 Prozent auf 27.500 Euro zurück. Sie verzeichneten eine ähnlich negative Entwicklung wie die konventionellen Betriebe, doch kamen ihnen zusätzliche Direktzahlungen für ihre Flächen zugute. Sie erhalten mittlerweile durchschnittlich 12.000 Euro pro Betrieb, während konventionelle Betriebe mit Agrarumweltprogrammen nur durchschnittlich 2.000 Euro verdienen konnten.

Das Unternehmensergebnis der Nebenerwerbsbetriebe lag im Wirtschaftsjahr 2002/2003 bei durchschnittlich 3.200 Euro (gegenüber Vorjahr 35 Prozent minus). Auch die außerhalb der Landwirtschaft erzielten Einkünfte sind bei den Nebenerwerbsbetrieben gesunken, und zwar um 5 Prozent auf 11.900 Euro. Bei den vor allem in Ostdeutschland vorherrschenden Personengesellschaften entwickelte sich das Unternehmensergebnis auf 44.600 Euro (minus 19,5 Prozent). Berücksichtigt man den Personalaufwand, erwirtschafteten die Personengesellschaften 23.100 Euro je Arbeitskraft. In den Agrargenossenschaften sank dieser Wert um fast 16 Prozent auf 23.500 Euro.

Je nach den Schwerpunkten entwickelten sich die Einkommen in den einzelnen Bundes­ländern unterschiedlich. Einziges Bundesland mit einem positiven Ergebnis war Rheinland-Pfalz mit seinem Weinbau und relativ stabilen Milchauszahlungspreisen. Dagegen haben die Länder mit hohen Anteilen in der Veredlung und Rinderhaltung wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen drastische Einkommenseinbrüche von über 40 Prozent erlitten. Die Mehrheit der Betriebe hat de-investiert. Im dritten Wirtschaftsjahr herrscht in der deutschen Landwirtschaft große Zurückhaltung bei den Investitionen. Die durchschnittlichen Bruttoinvestitionen gingen auf knapp 28.000 Euro und die Nettoinvestitionen auf 1.600 Euro je Betrieb zurück.

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2003/2004 befürchtet Sonnleitner nur eine weitere Stagnation der Einkommen. Niedrige Erzeugerpreise und höhere Futtermittelpreise setzen vor allem die Milchvieh- und Schweinehalter stark unter wirtschaftlichen Druck. Bei den Schlachtschweinen erlebe man derzeit ein Preisdesaster. Im Ackerbau mindern die diesjährigen niedrigen Ernteerträge die Erlöse, steigende Getreidepreise werden dadurch stabilisiert.

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