(openPR) Umweltsünden werden von nachfolgenden Generationen meist teuer bezahlt. Dass man damit auch Geld verdienen kann, zeigt Dr. Helmut Gorke. Zu DDR-Zeiten in verschiedenen Funktionen im Mineralölwerk Lützkendorf (bei Braunsbedra) beschäftigt, machte er sich im November 1990 mit seinem Schwiegersohn mit der Gründung der OMROS GmbH selbstständig. Fortan widmete er sich dem Dienst an der Umwelt, vor allem der Bergung, Aufarbeitung und Verwertung hochviskoser Altablagerungen der Industrie.
Aus seiner Lützkendorfer Zeit kannte er allerdings noch eine Hinterlassenschaft. Beim Cracken von Erdöl blieb in den 60er Jahren in der neu errichteten Mineralölraffinerie massenhaft Propanbitumen übrig, da die geplante Verwertungsanlage erst Jahre später realisiert wurde. Deswegen wurde das Bitumen in eine riesige Lagerstätte gepumpt. Später wuchs im wahrten Sinne des Wortes Gras über die Sache - sprich - vom Bitumensee war nichts mehr zu sehen, da die Treuhand 1994 das Becken mit Erdreich abdecken ließ. Nur Dr. Gorke erinnerte sich seiner und 2001 schlug seine Stunde.
Gemeinsam mit seinem Sohn Ronald und seinen Mitarbeitern entwickelte er eine Methode, wie der alte Bitumen wieder aufbereitet werden konnte, konstruierte alle dazu benötigten Anlagen selbst und legte, als gelernter Maschinenschlosser und Werkzeugmacher, auch noch selbst Hand mit an. "Dann hab ich mir einen Bitumenproduzenten gesucht und wir haben experimentiert, bis der Absatz gesichert war", so Dr. Gorke. Ganz der Nachhaltigkeit verpflichtet, ließ er zudem eine Solaranlage mit 380 kWh Leistung direkt neben dem "Teersee" bauen, die nicht nur die Anlage betreibt, sondern auch Strom ins Netz einspeist.
Das Erfolgsgeheimnis dieser verfahrenstechnisch kreativen Leistung sieht er in der Innovationsfreudigkeit seiner Mitarbeiter. "Denen muss die Arbeit Spaß machen. Dann denken sie auch von allein drüber nach, was besser gemacht werden kann", so Dr. Gorke. Diese Einstellung wurde erst kürzlich ausgezeichnet. OMROS gehört zu den 100 innovativsten Mittelständlern in Deutschland, befand eine Jury unter Vorsitz von Lothar Späth.
Inzwischen ist der Bitumensee bei Braunsbedra nahezu erschöpft. Dr. Gorke denkt jedoch drüber nach, wie er dieses und andere von ihm entwickelte Verfahren weiter vertreiben kann. "In Osteuropa gibt es jede Menge solcher Seen", erläutert Dr. Gorke. "In Polen unterhalten wir auch deswegen eine Tochterfirma. Für China bereite ich mich gerade auf eine Unternehmensreise vor." Sein Alter von nunmehr 74 Jahren schreckt ihn dabei kaum.
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