(openPR) VMF-Segmentanalyse Kfz-Neuzulassungen in Deutschland / 1. Halbjahr 2009
Zulassungen steigen um 26,1 % dank Abwrackprämie / Plus 101 % bei Privatzulassungen / ein Minus von über 20 % in allen gewerblichen Segmenten / Fast 4 von 10 gewerblichen Fahrzeuge werden in Fuhrparks eingesetzt
Bad Homburg, August 2009. Im ersten Halbjahr2009 wurden bereits 100.000 private Fahrzeuge mehr neu zugelassen als im Gesamtjahr 2008. Insgesamt zählten die deutschen Zulassungsstellen über 2 Millionen Neufahrzeuge. Davon waren 735.000 gewerbliche und 1,34 Millionen Privatfahrzeuge. Alleine im zweiten Quartal 2009 sind rund 1,2 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen worden. Das sind insgesamt fast 300.000 Fahrzeuge (33 Prozent) mehr, als im 2. Quartal 2008 und das höchste Quartalsergebnis seit vielen Jahren. Während wiederum alle gewerblichen Segmente um 20 Prozent und mehr rückläufig waren, legten die privaten Zulassungen nochmals zu und verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahr. Grund ist die Verlängerung und Ausweitung der so genannten Abwrackprämie, der Umweltprämie der Bundesregierung, die auf Pkw und natürliche Personen beschränkt ist und damit keine Impulse in den gewerblichen Märkten setzt. Im Gegenteil, dort sind deutlich negative Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt zu beobachten.
Mit 144.000 Zulassungen im 2. Quartal 2009 konnten die gewerblichen Fuhrparks zwar 9 Prozent mehr Neufahrzeuge verzeichnen, als im 1. Quartal 2009, lagen aber im Halbjahresvergleich zu 2008 über 20 Prozent im Minus. Mit 13 Prozent aller Neuzulassungen festigte das Segment dennoch seine zweite Position im Gesamtmarkt. Betrachtet man nur die gewerblichen Segmente machen Fuhrpark-Fahrzeuge nach wie vor rund 38 Prozent aller gewerblich zugelassenen Fahrzeuge aus, denn alle gewerblichen Segmente haben zugunsten des Privatsektors Marktanteile eingebüßt: Fahrzeugbau (Minus 22 %), Fahrzeughandel (Minus 31 %) und Autovermieter (Minus 22 %).
Der Rückgang im relevanten Flottenmarkt um 71.000 Fahrzeugzulassungen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 verteilte sich nahezu gleichmäßig mit zweistelligen Minuswerten um die 20 Prozent auf alle Größenklassen. Die Großflottensegmente zwischen 300 und über 1.000 Fahrzeuge mussten ein Minus von 6.700 Neufahrzeugen hinnehmen. Den nach Fahrzeugen stärksten Rückgang mit 25.000 Einheiten hatte allerdings wiederum das nach wie vor größte Segment der Kleinflotten (1-19 Fahrzeuge) zu verzeichnen.
Bewertung und Ausblick
Die Impulse durch die Umweltprämie haben gewirkt und die Neuzulassungen im privaten Sektor verdoppelt. Diese Impulse fehlen den gewerblichen Segmenten des Marktes, der so auch die Investitionszurückhaltungen und teilweise Liquiditätsengpässe der Unternehmen zu spüren bekommt und die anhaltende Wirtschaftskrise widerspiegelt. „Dies gilt ebenso für den Flottenmarkt, auch wenn durch professionelles Fuhrparkmanagement Kostenersparnisse bei gleichzeitig hoher Mobilität erzielt werden können“, sagt Michael Velte, Vorstandsvorsitzender des VMF - Verbandes markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften. „Sobald die Umweltprämie ausläuft, wird es allerdings zu deutlichen Marktverschiebungen kommen“, so Velte weiter. Denn viele Privathaushalte hätten die Investition in ein Neufahrzeug lediglich vorgezogen. Die Leasingquote wird sich tendenziell im Gesamtmarkt erhöhen. Der VMF empfiehlt allerdings vor Vertragsabschluss sowohl auf die betriebswirtschaftlich sinnvolle Kalkulation mit realistischen Restwerten, wie auch auf das Qualitätssiegel „Die Faire Fahrzeugbewertung“ zu achten.













