(openPR) In den letzten Jahrzehnten fand eine deutliche Flächenexpansion im deutschen LEH auf heute gut 34 Mio. m² Gesamt-Verkaufsfläche (Food + Nonfood), bzw. knapp 30 Mio. m² (nur Food) statt. Etwa 35% davon fallen auf LEH-Discounter und rd. 43% auf größere Verbrauchermärkte und SB-Warenhäuser mit Verkaufsflächen über 1.200 m². Der Rest entfällt auf Supermärkte und kleine Verbrauchermärkte mit VKF < 1.200 m². Aufgrund der nur leicht steigenden Umsätze und der signifikanten Marktanteilsgewinne der Discounter verzeichnen insbesondere kleine, nicht-organisierte Lebensmittelgeschäfte deutlich rückläufige Flächenproduktivitäten. Zukünftig sieht sich der deutsche Lebensmittelhandel mit einer Abnahme der Bevölkerungszahlen von heute rd. 82 Mio. Einwohner auf rd. 77. Mio. Einwohner im Jahre 2030 konfrontiert. Zukunftsträchtige LEH-Konzepte werden sich bzgl. Standortwahl, Serviceangebot und Konzept auf die zunehmend ältere Bevölkerung ausrichten. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ist extrem ungleich auf die deutschen Städte und Regionen verteilt. Hieraus ergibt sich nicht nur eine unterschiedliche Versorgungssituation der ortsansässigen Bevölkerung. Es existieren an manchen Städten Marktlücken im lokalen LEH während in anderen Städten und Regionen eine stark überdurchschnittliche Flächenausstattung besteht. Die Kenntnis dieser regionalen Versorgungssituation ist Basis für erfolgreiche Einzelhandelsstrategien, für betriebliche Expansionsvorhaben sowie für kommunale Einzelhandels- und Nahversorgungskonzepte. Die vorliegende Studie zeigt für unterschiedliche regionale Ebenen (Bundesländer, alle Stadt- und Landkreise sowie alle Städte über 10.000 Einwohner) den Bestand an LEH-Flächen nach unterschiedlichen Betriebstypen auf.
Die Ausstattung mit LEH-Flächen (alle Betriebstypen, Food + Nonfood) beträgt in Deutschland aktuell 416 m² Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohner. Die Flächen enthalten die wichtigsten Betriebstypen wie Supermärkte, Discounter, kleine und große Verbrauchermärkte, LEH in Kaufhäusern und SB-Warenhäuser.Die Verteilung auf die Bundesländer zeigt eine aus-gesprochen heterogene Versorgungssituation mit LEH. Während insbesondere in den östlichen und nördlichen Bundesländern eine weit überdurchschnittliche Flächenausstattung festzustellen ist, ist die Versorgungssituation im Süden teils deutlich unterdurchschnittlich. Dies kann mit der Genehmigungspraxis sowie der Verfügbarkeit und den Immobilienpreisen geeigneter LEH-Flächen erklärt werden. Mit über 450 m² VKF pro 1.000 Einwohner sind Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und die weiteren neuen Bundesländer intensiv mit LEH-Flächen bestückt. In Relation mit der aktuellen und zukünftigen Einwohnerzahl (2025) wird der jetzige und zu erwartende Versorgungsgrad mit LEH-Flächen für alle Städte und Regionen transparent dargestellt.
Die Ausstattung im stark wachsenden Segment der Discounter (Food + Nonfood) beträgt in Deutschland etwa 144 m² Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohner (Bezug auf die aktuelle Einwohnerzahl).Auch bei den Discountern zeigt sich eine über-durchschnittliche Versorgung in den Neuen Bundesländern, angeführt von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. Eine deutlich unterdurchschnittliche Flächenausstattung pro Einwohner ist in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin aber auch in Hessen festzustellen. Diese Abweichungen können ggf. mit der unterdurchschnittlichen Kaufkraft in den Neuen Ländern (große Nachfrage bei preisaggressiven LEH-Discountern), der geringen Flächenverfügbarkeit (bzw. hohen Immobilienpreisen) in den Metropolen und unterschiedlich strikter Genehmigungspraxis begründet werden.
Die jetzt vorliegenden Kennzahlen in Form des Atlas sind u.a. für Kommunen, Planungsämter, Wirtschaftsförderer, Projektentwickler, Immobilienbesitzer, Gutachter, Lebensmitteleinzelhändler, Investoren und Banken ein wichtiger Indikator bezüglich der Tragfähigkeit und Verträglichkeit neuer LEH-Vorhaben in einer bestimmten Region oder Stadt. Die Städtekennzahlen geben einen schnellen Überblick über Versorgungsgrade und Potenziale sowie Marktlücken und weisen im Vergleich untereinander auch auf die möglichen zusätzlichen Bedarfe hin.
Inhalt der Studie:
- Rahmenbedingungen des deutschen LEH
- Entwicklung & Trends im Lebensmitteleinzelhandel
- LEH-Betriebstypen
- Standortaspekte im Lebensmitteleinzelhandel
- Umsatz- & Verkaufsflächenentwicklung
- Überblick – Deutschland & Bundesländer
- Überblick – Städte nach Größenklassen
- Datentabelle – 16 Bundesländer
- Datentabelle – rund 430 Stadt- und Landkreise (A-Z)
- Datentabelle – 1.500 Städte über 10.000 Einwohner (A-Z)









