(openPR) (Lomé Togo / Bremen) Seit Juni dieses Jahres leitet Diakon Daniel Benicke (33) als Seemannsdiakon eine der vier afrikanischen Stationen der Deutschen Seemannsmission (DSM), das "Foyer des Marins" in Lomé, Togo. Er tritt damit die Nachfolge von Pastorin Heike Proske (47) an, die zur neuen Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission e.V. gewählt wurde und in die Geschäftsstelle nach Bremen gewechselt ist.
Daniel Benicke führt damit eine Art Tradition in der Familie weiter, da er in dritter Generation als Seelsorger in Afrika tätig ist und in Tansania geboren wurde. Der Diakon ist verheiratet und hat zwei kleine Kinder. Seine Frau kennt er aus dem diakonischen Zivildienst in Israel. Die Ausbildung absolvierte er an der Diakonenschule Rummelsberg und anschließend war er in der evangelischen Kirchengemeinde Oberkotzau als Diakon tätig.
Heike Proske ist Pfarrerin der Evangelischen Kirche von Westfalen, Mutter von zwei Kindern und mit einem Pfarrer der Ev. Presbyterianischen Kirche Togos verheiratet. Bis Ende März diesen Jahres leitete sie als Seemannspastorin acht Jahre lang die Station. Daneben betreute sie im Ehrenamt für die EKD die deutschsprachige Gemeinde in Togo und Benin. Davor war die geborene Westfälin (Oelde) zehn Jahre als Gemeindepfarrerin in Dortmund tätig.
Der Anlass, den Schritt in die Auslandsarbeit zu tun, sei laut Benicke neben dem Wunsch nach Veränderung auch das richtige Alter der Kinder gewesen und die Affinität zu Afrika durch sein Geburtsland Tansania. "Mich motiviert besonders bei den Bordbesuchen im Hafen Kontakt zu Seeleuten aus aller Welt zu haben und ihnen helfen zu können, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Das sind z.B. Besorgungen von Dingen des täglichen Bedarfs aber auch die ganz private Kommunikation, die ein seelsorgerliches Gespräch beinhalten kann", so der Diakon. Die Traditionseinrichtung Seemannsheim zu leiten, sei zudem eine verantwortungsvolle Aufgabe und für seine Frau gäbe es vor Ort Möglichkeiten, ihren Beruf als Ärztin nach der Elternzeit auszuüben.
Mit seiner Arbeit möchte er für Seeleute eine freundliche Anlaufstelle sein, wo sie gerne hingehen, sich sicher aufhalten und ihre Bedürfnisse frei äußern dürften. Im schwierigen afrikanischen Umfeld mit teils instabilen politischen Verhältnissen, kulturellen Verständnisproblemen, hoher Kriminalitätsrate, mangelhafter Infrastruktur und extremen Klimaverhältnissen, sei ein solch verlässlicher Ort von großer Bedeutung. "Dabei ist mir das Netzwerk der Partner vor Ort, die sich um die Seeleute kümmern, wie z.B. die Kooperation mit der Evangelischen Kirche Togos besonders wichtig!" erläutert Benicke. Die Verbundenheit mit den Deutschen Auslandsgemeindegliedern werde ebenfalls gestärkt. So ist der Diakon z.B. neben der Betreuung der Auslandsgemeinden zusätzlich angefragt Unterricht an der "British School of Lomé" in Religion zu geben. Dank einer Kollekte der rheinischen Kirche kann er gleich zu Beginn das Großprojekt der Einrichtung eines Internetcafés für die Kommunikation der Seeleute umsetzen. Die entsprechenden baulichen Veränderungen in der Regenzeit stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. "Aber in Afrika laufen die Uhren eben anders", sagte er, verbunden mit der Hoffnung auf eine horizonterweiternde Zeit für seine ganze Familie.
Im Rückblick auf acht Jahre Stationsleitung in Togo stellte Heike Proske fest, dass die zunehmend kürzeren Liegezeiten im Hafen, von nur wenigen Stunden, die Arbeit der Seemannsmissionare immer notwendiger machen. Dies bestätige die große Nachfrage. "Fast alle brauchen an Bord 'mal' jemanden von außen zum reden und da spielen weder Nationalität noch Religion eine Rolle, es geht einzig um die Person und was für diesen Menschen gerade anliegt", sagt sie. Im Seemannsheim sei das Telefon für Seeleute die begehrteste erste Anlaufstelle und der Seminarraum werde von der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) gerne genutzt. Dies sei "gelebte Ökumene - anstrengend, aber bereichernd", so Proske. Dementsprechend hat sie sich durch ihre Gastfreundschaft und ihren Zugang zu den Menschen, auf persönlicher sowie auf organisatorischer Ebene, Respekt in der Seemannsmission erworben und diese Fähigkeiten sind für ihr neues Amt von Vorteil.
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Bildbeschreibung: Portrait Pastorin Heike Proske, bis Ende März 2009 Seemannspastorin und Stationsleitung Deutsche Seemannsmission Lomé (Togo) und seit Juli 2009 Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission e.V., Bremen
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Bildbeschreibung: Eingangsbereich und Shuttlebus des "Foyer des Marins" in Lomé, Togo
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