(openPR) Galerie Degenhartt in Berlin Mitte zeigt vom 5. September bis 17. Oktober 2009
Susanne Stähli – Colour Line
Nach der Präsentation auf der Berliner Liste 2008 zeigt die Einzelausstellung Colour Line neue Arbeiten von Susanne Stähli. Die intensiven Farbmalereien der Künstlerin gehen jeweils von einzelnen Farbtönen aus, deren reiches Spektrum an Schattierungen und Nuancen sie in fein differenzierten Abstufungen leuchtend zur Anschauung bringen.
Seit einigen Jahren steht die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Farbe und deren Wahrnehmung im Zentrum der Malerei Stählis.
Die Künstlerin betrachtet Farbe als „etwas Relatives, (als) ein Phänomen, das abhängig von seiner Umgebung ist. Bedingungen wie Lichtverhältnisse, die Beschaffenheit der Oberfläche des Trägermaterials, umgebende Farben, der Raum lassen eine Farbe immer wieder anders wirken.“ Dabei ist für Stähli Farbe nicht „das, was aus der Tube kommt, sondern ein Material, dessen Qualitäten erst zur Erscheinung gebracht werden müssen“ (aus: David Hornemann, Erlebnis Farbe. Susanne Stähli, in: Kunst & Material, Sept./Okt. 2008).
Erst während des Malprozesses, bei dem die Künstlerin stark verdünnte Acrylfarben in zahlreichen Arbeitsgängen auf die Leinwand aufträgt, entstehen durch die Überlagerungen der transparenten Farbschichten die vielfältigen, teils ineinander übergehenden Nuancen eines Farbtons. Das Ergebnis sind Werke von ungeheurer Lebendigkeit, faszinierender Tiefe und Leuchtkraft, deren Farbe sich in der Wahrnehmung je nach Umgebung, Blickwinkel und -richtung immer wieder zu ändern scheint.
Sehen wir ein Kirsch-, Braun- oder Magentarot vor uns, welches Rot ist nun rot? Ist das Bild am Rand vielleicht beleuchtet und fallen an manchen Stellen Schatten auf die Leinwand? Das Eintauchen in die Farbwelten von Susanne Stähli wird so zum Abenteuer, das dem Betrachter neben der Tiefe der Farbtöne auch die Relativität der eigenen Wahrnehmung vor Augen führt.
Zu sehen sind in der Ausstellung neuere und neueste groß- und kleinformatige Acrylgemälde der Künstlerin sowie einige Zeichnungen. Auch in diesen Blättern wird auf eigene Weise deutlich, wie sehr die Reduktion Thema der Künstlerin ist. So wie es ihr in der Malerei um die Grundelemente Farbe und Fläche geht, konzentriert sie sich in der Zeichnung rein auf die Linie.
Susanne Stähli, geboren 1959 in München, studierte von 1982 bis 1986 Malerei an der Fachhochschule für Kunst und Kunsttherapie in Ottersberg bei Bremen. Neben zahlreichen Ausstellungen seit dem Ende ihres Studiums erhielt sie 1989 den Förderpreis der Stadt Witten. 2006 war sie „artist in residence“ an der Universität Witten/Herdecke, wo sie seit 2007 einen Lehrauftrag innehat.
Vernissage am 4. September 2009, 19.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 5. September bis 17. Oktober 2009













