(openPR) Zum jüngsten Waldzustandsbericht der Bundesregierung erklärt die Bundestagsabgeordnete und Berichterstatterin für den Bereich Forsten und Waldwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion Gabriele Hiller-Ohm:
Der Zustand der Wälder hat sich durch die extremen Witterungsbedingungen des letzten Jahres deutlich verschlechtert. Besonders betroffen sind Laubbäume und hier die Eichen. Über 20 Prozent der Bäume in unseren Wäldern weisen deutliche Nadel- und Blattverluste auf. Nur noch ein knappes Drittel sind ohne sichtbare Schäden. Schon heute muss befürchtet werden, dass sich der Zustand des Patienten Wald auch im kommenden Jahr nicht verbessern wird. Die Witterungsverhältnisse können zu einer massiven Vermehrung der für die Wälder überaus gefährlichen Borkenkäfer und damit zu weiteren Schäden führen.
Interessant sind die regionalen Unterschiede, die im Waldzustandsbericht deutlich werden. So haben die Wälder in Schleswig-Holstein die Stresssituation bedingt durch Trockenheit, Sturm, Hitze und Schädlingsbefall deutlich besser überstanden als Forsten in anderen Regionen. 46 Prozent der Bäume weisen keine Schäden auf. Das ist eine Verbesserung um zwei Prozent zum Vorjahr. In Schleswig-Holstein setzt man seit langem auf eine konsequente naturnahe Waldwirtschaft. Die Ursachen der unterschiedlichen regionalen Schadensentwicklung müssen sehr genau analysiert und ausgewertet werden, da sie überlebenswichtige Handlungskonzepte für stärker geschädigte Waldbestände liefern können.
Nicht nur extremes Wetter, sondern vor allem auch die Luftschadstoffe tragen zur Schädigung der Wälder bei. Die von uns eingeleiteten Massnahmen zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz müssen deshalb ohne Abstriche fortgesetzt werden. In den letzten Jahren konnten deutliche Erfolge zum Beispiel bei der Senkung von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefel- und Stickstoffoxiden erzielt werden. Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft sind hingegen immer noch zu hoch und tragen massgeblich zur Versaürung der Waldböden und einer Gefährdung unseres Trinkwassers bei. Deshalb müssen hier noch stärkere Anstrengungen unternommen werden.
Die Waldschäden führen zu einer weiteren Schwächung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft, die durch Billigholzimporte - oft aus Raubbau - bereits erhebliche Einbussen hinnehmen musste. Es ist deshalb unverzichtbar, den Absatz von deutschem Holz zu stärken. Die von der rot-grünen Bundesregierung ins Leben gerufene 'Charta für Holz' bietet hier die richtige Strategie. Mit einem Aktionsbündnis aller Beteiligten soll der nachwachsende Rohstoff Holz in Deutschland populärer und wettbewerbsfähiger gemacht werden. Die enormen Chancen unserer Wälder als umweltschonende Lieferanten für wertvolle Bau- und Brennstoffe müssen viel stärker ins Bewusstsein gerückt und ausgenutzt werden. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern trägt auch zur Sicherung von rund 800.000 Arbeitsplätzen in der Forst- und Holzwirtschaft bei.











