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Sind wir nicht alle ein bisschen scuppie?

20.07.200917:37 UhrWerbung, Consulting, Marktforschung

(openPR) Einfach nur Umweltschutz war gestern. Vom Öko-Siegel für Lebensmittel bis zu nachhaltigem Management in den börsennotierten Großkonzernen - Unternehmen stellen sich und ihre Produkte zunehmend auf den Bewusstseinswandel von Konsumenten und Shareholdern ein. Das erfordert auch neue Strategien in Werbung und Kommunikation.



Die Ansprüche der Werbekunden haben sich mit einem neuen Bewusstsein vieler Konsumenten gewandelt: Die Kreativen können über rein ästhetische Argumente nicht mehr so stark überzeugen. Inhaltliche Argumente, die dem Trend der Scuppie-Kultur entsprechen, werden immer bedeutender für die Kaufentscheidung eines jeden Einzelnen. Somit erscheint es auch kaum verwunderlich, dass seitens der Werbebranche in letzter Zeit mit den Scuppies eine neue Zielgruppe definiert wurde. Der heutige Öko-Konsument gehört oftmals zur gehobenen Einkommensschicht und ist in der Gesellschaft ein angesehenes Vorbild. Ein Widerspruch? Nein, ein Scuppie, so wird die Spezies Mensch in der Abkürzung von „socially conscious upwardly-mobile person“ geannt, möchte gut leben, während er ganz nebenbei sozusagen die Erde rettet. Wenn man die schönen Dinge des Lebens und gutes Essen liebt, dann soll es aber bitte die ökologische Version von allem sein, die uns und unseren Nachfahren eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten garantiert. Recyceltes Toilettenpapier einzukaufen und dabei mit der Hybrid-Limousine vorzufahren ist heute durchaus gesellschaftsfähig.
„Für die Grundgesamtheit an Konsumenten müssen viele Produkte inzwischen einen nachhaltigen Sinn und Zweck erfüllen“, ist Clemens Meiß, Geschäftsführer der Bonner Kommunikationsagentur Get the Point, überzeugt. Offensichtlich sehen sich Hersteller zusehends dazu berufen, diese Aspekte ihrer Produkte vorrangig zu kommunizieren. „Der Konsument muss nachvollziehen können, wodurch sich ein Produkt im gesellschaftlichen Kontext auszeichnet“, erläutert Meiß das Umdenken, „deshalb gilt es mit sinnvoller Kommunikation ganzheitliche Überzeugungsarbeit für den Kunden zu leisten. Wir brechen auf in ein Zeitalter der Sinnmärkte.“ Auch die Kommunikationswege sind im Wandel. So informiert sich beispielsweise die aktuell an nachhaltigem Handeln interessierte Zielgruppe weniger über klassische Werbemedien als im Internet. In Blogs und auf den Webseiten der Unternehmen versuchen Konsumenten und Aktienkäufer ihre Informationen zu erlangen. „Auch darauf müssen Unternehmer zeitig eingehen“, rät Meiß, „sonst passiert es leicht, dass sie den Anschluss verlieren.“ Schließlich schläft die Konkurrenz nicht, denn auch die ist mittlerweile ein wenig scuppie.

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