(openPR) Erster Burkinisch-Deutscher Kulturtag 2009 in Berlin
Wenn der Bundesfinanzminister käme, könnte er einiges lernen. Burkina Faso ist in Deutschland kaum bekannt, die wenigsten hatten schon einmal Gelegenheit, Traditionen und Kultur des westafrikanischen Landes kennen zu lernen. Dabei gehört die „Heimat der ehrenwerten Menschen“ gerade zu jenen Ländern, welche – weit davon entfernt, eine „Steueroase“ zu sein – unserer besonderen Aufmerksamkeit, Unterstützung und Achtung bedürfen: Burkina Faso steht auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen auf dem 176. und damit vorletzten Platz; die Alphabetisierung der Bevölkerung liegt bei unter 22 Prozent, das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei 320 € im Jahr.
Am 27. Juni 2009 findet im Reinickendorfer Jugendclub „Fuchsbau“ der erste Burkinisch-Deutsche Kulturtag statt (gefördert mit Mitteln des Bezirksamts Reinickendorf). Auf dem Programm stehen Konzerte, Präsentationen von Masken und Stoffen, ein Trommelworkshop, Marktstände, Essen und vieles mehr. Im Thementeil wird über einen der wichtigsten Rohstoffe Burkina Fasos, die Baumwolle, informiert. Der Anbau des „Weißen Goldes“ erfolgt unter schwierigsten Umständen. Die aufwendige Bewässerung ist für viele unerschwinglich, die Erosion des Bodens schreitet unaufhaltsam voran, der Einsatz gesundheitsschädlicher Pestizide macht die Menschen krank. Während die Baumwollbauern von den Erträgen kaum leben können, diktieren Textilkonzerne mit Monopolstellung, Importverbote und Eigensubventionen in Europa und den USA die unfairen Preise. Eine Filmvorführung und ein Vortrag von Alphonse Roumba (Wirtschaftsrat bei der Burkinischen Botschaft) mit anschließender Diskussionsrunde beleuchten das Thema. In einer weiteren Filmvorführung geht es um das menschenverachtende Ritual der Beschneidung von Frauen.
Danach eröffnen Jean Baptiste Kafando, der auch den Trommel-Workshop leitet, und die Percussion-Gruppe Farafin Baara mit mitreißenden Djembe-Rhythmen den musikalischen Teil. Kafando wuchs in Ouagadougou auf und studierte dort Kommunikation und Kunstgeschichte. Heute lebt und arbeitet er als Journalist in Berlin, als Musiker ist er regelmäßig auf den Bühnen und in den Clubs Berlins zu hören und betreibt die Internetplattform „Afroklang“. Ein echtes Highlight stellt der Auftritt von Djatou Touré dar. Touré besuchte die Ecole Nationale des Arts der Elfenbeinküste, arbeitete mit namhaften Musikern und Gruppen wie Koumba Sidibé, Tiken Jah oder Les Woudy, Blebo & Go u. a. zusammen, ist Trägerin zahlreicher Preise und Auszeichnungen, sang auf renommierten Galas und Festivals sowie in diversen CD-, Radio- und Fernsehproduktionen. Nach ihrem Umzug nach Berlin 1997 trat sie u.a. mit Academie Percussion auf, bevor sie 2006 die Band Le Privilège gründete: Giuseppe Coppola (dr), Jeff Chappah (b), Cremildo de Caifaz (g), Frank Schellenberger (keyboard), Katarina Hebben (backvoc). Schnell haben sich Djatou Touré & Le Privilège seither als eine feste Größe in der Weltmusikszene etabliert. 2007 gewann sie mit „La Fièvre du Carnaval“ den Musikwettbewerb des Karnevals der Kulturen. Ihr Repertoire reicht von traditionellen Liedern Westafrikas zu Afropop, von Jazz und Blues zu Reggae und Funk, von Improvisation zu Komposition und Interpretation. Ihre Texte sind in Englisch, Französisch und Bambara. Der Abend klingt aus in einer Takabarossé-Party mit DJ Ousseni, einem Mitglied des Burkina Faso Kulturvereins Berlin. Für alle kleineren Besucher wird von 16 - 20 Uhr eine kostenlose Kinderbetreuung mit eigenem Programm angeboten.
Burkinisch-Deutscher Kulurtag 2009
Musik, Workshop, Film, Vortrag, Essen, Information, Begegnung
27. Juni 2009, 16 - 24 Uhr
im „Fuchsbau“ Reinickendorf, Thurgauer Str. 66, 13407 Berlin (U8 Paracelsusbad)
Eintritt 3 €, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei






