(openPR) "Stuttgarter Erklärung" finalisiert
- Abschlußbericht auf envicomm.org/2009/ forum500.html
- Nächstes Forum am 13./14.04.2010
Auch in der Krise stehen die Unternehmen zu ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Das zeigte sich in den "klaren Worten zu Nachhaltigkeit" 22 deutscher Unternehmensführer, den Diskussionen und generell am großen Engagement beim 5. "Deutschen CSR-Forum", das vom 27. bis 28.04.2009 in Stuttgart stattgefunden hatte. Unter dem Motto "Verantwortung tragen - Verantwortlichkeit managen" diskutierten Manager mit Vertretern von Nichtregierungs-Organisationen (NGOs), Journalisten und Wissenschaftlern über das Führen mit Werten, die Bedeutung der Mitarbeiter als Bestandteil nachhaltiger Unternehmens-Führung, über Korruption, Kommunikation, Greenwashing und globale Themen wie die Energie und Biodiversität.
330 Teilnehmer (2008: 285) hatten sich angemeldet. Bei den Unternehmen waren von Bayer und Bosch über Lufthansa und O2 bis TUI und Volkswagen viele große Unternehmen vertreten. Auch beim Mittelstand findet CSR immer mehr Anklang. Beide Gruppen stellten über die Hälfte der Teilnehmer. Die Nichtregierungsorganisationen waren vom Caritasverband über die Deutsche Umwelthilfe und Greenpeace bis zum WWF vertreten.
Das Forum eröffneten Video-Botschaften von Bundesarbeits- und Sozialminister Olaf Scholz und Dr. Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Präsidiums des BDI.
Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt hielt am zweiten Tag ein vielbeachtetes Impulsreferat über die Bedeutung von CSR für die Politik.
"CSR ist kein Exotenthema mehr" sagte Veranstalter Wolfgang Scheunemann, dokeo. Im Gegenteil: Es fülle die Titelseiten der Magazine. Scheunemann forderte, dass in der gegenwärtigen Krise umweltrelevante Innovationen beschleunigt umgesetzt werden müssten. Er empfahl mittelständischen Unternehmen, die CSR-Themen im Zusammenschluss mit anderen Unternehmen in die Öffentlichkeit zu tragen.
Manfred Maus, Gründer von OBI, fragte: "Werte haben und trotzdem erfolgreich sein - geht das?" Verantwortung, Vertrauen und Respekt seien die drei Werte, die für junge Führungskräfte von zentraler Bedeutung seien. Allerdings seien immaterielle nicht messbar. Maus: "Umwelt, Natur, Wasser, Gesundheit und Familie lassen sich so nicht bewerten." Maus berief sich auf Oscar Wilde, der zynisch meinte: "Es gibt Menschen, die von jedem Ding den Preis kennen, aber von keinem den Wert!"
Auch Rudolf X. Ruter vom Hauptsponsor Ernst & Young sprach sich für eine nachhaltige Unternehmensführung aus: "Vertrauen wird aus dem Bauch heraus gewonnen."
Heftig kam Jürgen Resch, DUH, zur Sache: "Wir haben 20 Jahre Erfahrung mit erfolgreichen CSR-Kooperationen - und mit ärgerlichem Greenwashing". Freiwillige Zusagen und Selbstverpflichtungs-Erklärungen würden von Unternehmen in der Regel nicht eingehalten. Unternehmensführer nähmen es mit der Wahrheit nicht so genau und reagieren oft nur auf Druck. Mit Umwelt-, Sozial- und Nachhaltigkeitsstandards meinten es Unternehmen nicht ernst.
Dass dies nicht für alle Unternehmer gilt, demonstrierten beeindruckend Franz Rappold, CEO von Mayr-Melnhof Karton (Wien), Henning Ohlsson, Geschäftsführer Epson Deutschland, und André Krause, CFO Telefónica O2 Germany, in ihren Ausführungen. Beeindruckend auch die Diskussion über Unternehmensethik und Compliance mit Jermyn Brooks, Transparency International, und Dr. Andreas Pohlmann, Chief Compliance Officer bei Siemens.
Einige Unternehmen nutzen die Krise, um bestimmte Dinge abzubauen, die bisher in das CSR-Konzept gepasst haben, beobachtete der Vorsitzende des Beirats, Matthias Kleinert, Celesio. Die Herausforderungen würden jedoch nicht geringer. CSR sei aber nicht nur ein Thema für das Management. "Entscheidend ist, dass in einem Unternehmen die ganze Mitarbeiterschaft berührt und engagiert ist", betonte Kleinert.
In Plenumsdiskussionen über Energie und CSR-Kommunikation (mit Journalisten und dem Leiter der Kommunikation von O2, Stefan Becker-Sonnenschein) wurde kontrovers diskutiert.
Die Sektionen an beiden Nachmittagen spiegelten die große Bandbreite von CSR wieder: Themen waren u.a. Social Entrepreneurs, die Rolle der NGOs, Kunden und Lieferanten, der Finanzsektor als Treiber und Partner, Ethik und Compliance, der "kritische Konsument", Stakeholder-Dialoge, Mitarbeiter, Corporate Citizenship, Reputations- und Risikomanagement, CSR-Bewertungen, Biodiversität und ein "Materiality-Workshop" der GRI.
Am zweiten Tag war das Forum Startpunkt einer bundesweiten Klimaschutzaktion von Schülern, die allein in Stuttgart 100.000 Bäume pflanzen wollen. Sie wurde vom 11-jährigen UNEP-Welt-Kindersprecher Felix Finkbeiner gemeinsam mit Schülern Stuttgarter Gymnasien gestartet.
Zum Schluss wurde eine "Stuttgarter Erklärung" vom Plenum verabschiedet, in der die zentralen Aufgaben der Unternehmen zur Absicherung ihrer Glaubwürdigkeit in der Krise angesprochen werden.
Das nächste "Deutsche CSR-Forum - Forum EnviComm" wird am Dienstag, dem 13. und Mittwoch, dem 14. April 2010, stattfinden.
Download der "Stuttgarter Erklärung":
www.envicomm.org/2009/downloads/fo9_ste.pdf
oder über www.envicomm.org/2009/forum420.html



