(openPR) Die E.ON Bayern AG testet noch bis Jahresende insgesamt 10.000 Smart Meter im Mehrsparteneinsatz für Strom und Gas. Zum Einsatz kommen dabei intelligente Zähler mit verschiedenen Datenübertragungstechnologien, darunter auch Echelon-Smart Meter der EVB Energie AG. Jetzt zieht der Energieversorger eine erste Zwischenbilanz des 18-monatigen Pilotprojekts. Das Ergebnis: die Technik läuft störungsfrei, die Smart Meter kommen bei den Kunden gut an. Zur Kundenakzeptanz trägt neben vielen begleitenden Marketingaktivitäten besonders das Kundenportal im Internet bei – das Sahnestück des Projekts. "Marketing und Vertrieb müssen aktiv eingebunden werden, soll die neue Technologie für Kunden und Energieversorger zum wirtschaftlichen Erfolg werden", zeigt sich Ingo Tiede, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Metering der EVB, überzeugt. "E.ON ist hier auf dem richtigen Weg in die Zukunft." Dies zeige auch eine Studie der EVB zum wirtschaftlichen Messstellenbetrieb.
E.ON Bayern testet bis Jahresende verschiedene Zählertypen, darunter auch Echelon-Modelle der EVB. Zur Zeit läuft die Montage von insgesamt 10.000 Strom- und rund 1000 Mehrsparten-Smart Meter für Strom und Gas in zwei Testszenarien: In Bad Staffelstein wird der konzentrierte Einsatz von intelligenten Zählern mit einer Datenübertragung via Powerline Communication (PLC) erprobt. Im restlichen Netzgebiet der E.ON Bayern werden die Smart Meter gestreut eingesetzt. Hier wird der Datenaustausch via GPRS getestet.
Marketing-Paket greift: 8000 Teilnehmer innerhalb kurzer Zeit
E.ON testet mit diesem Projekt auch die Ausrichtung von Smart Metering als Vertriebsthema. E.ON Bayern Vertrieb hat aktiv Kunden für die kostenlose Teilnahme am Pilotprojekt angeworben. „Der Bekanntheitsgrad von Smart Metern ist in der breiten Masse der Bevölkerung noch sehr gering“, erklärt Dr. Roland Hofer, Gesamtprojektleiter des Piloten bei E.ON Bayern, die Ausgangslage. E.ON Bayern setzt daher gleich auf ein ganzes Bündel an Marketingmaßnahmen: Beiträge in Kundenzeitungen sprachen die Endkunden im gesamten Netzgebiet gezielt auf das Thema an und warben für eine Teilnahme. Begleitet wurde die Maßnahme von Mailings an spezifische Kundengruppen und Berichten in Fachmagazinen. Mit Erfolg: Innerhalb weniger Tage haben sich zahlreiche Kunden für das zweite Testszenario des Smart Metering-Piloten beworben. Die verfügbaren Kontingente an Zählern konnten so schnell vergeben werden.
Promotion-Truck informiert in Bad Staffelstein
Um die PLC-Technik in einem nahezu abgeschlossenen Gebiet testen zu können, wurden besonders in Bad Staffelstein die Bürger stark in das Projekt einbezogen: Nach der Mailing-Aktion hat E.ON Bayern mit einem Promotion-Truck auf dem Altstadtfest und dem Schützenfest die Bürger von Bad Staffelstein über den Feldversuch informiert und für eine Teilnahme geworben. "Vielen Kunden ist besonders im persönlichen Gespräch klar geworden, wie interessant diese neue Zählertechnologie ist. Die meisten haben sich dann gleich vor Ort für die Installation eines Smart Meters entschieden", resümiert Dr. Hofer.
Was geschieht beim Kunden vor Ort?
Bei den Teilnehmern des Feldversuchs werden zunächst die vorhandenen Zähler durch Smart Meter ausgetauscht. Der Einbau erfolgt im vorhandenen Montageplatz und dauert nicht länger als der übliche Turnuswechsel. Bei den GPRS-Zählern ist je nach Gegebenheit vor Ort eine kleine Zusatzantenne nötig. Die teilnehmenden Kunden werden zu Workshops eingeladen. Einen Teil der Teilnehmer befragt E.ON Bayern per Fragebogen zu ihren Erfahrungen und Wünschen. Der Energieversorger will sein Smart Metering-Angebot so besser an die Kundenanforderungen anpassen. Die Erfahrungen sollen in weitere Smart Metering-Projekte oder in einen Full-Rollout einfließen.
Webportal zeigt Kunden Verbrauch und Verbesserungen
Sahnestück des Pilotprojekts ist das Kundenportal im Internet: Hier können die Teilnehmer ihre Verbrauchsdaten bis zum jeweiligen Vortag einsehen – bei Gas-Smart Metern auf Basis von Stundenwerten, bei Strom-Smart Metern in Viertel-Stunden-Abständen. Über eine Kalenderfunktion können sich die Kunden ihren Energieverbrauch eines Tages, einer Woche oder eines Monats ansehen. Auch eine Anzeige der Kosten ist möglich. Das Kundenportal ermittelt die individuelle CO2-Bilanz des Kunden und gibt zusätzlich einen Überblick über die Gesamtwerte, die Durchschnittswerte sowie den kleinsten und größten Wert je Zeitraum. Energiespar-Tipps runden das Angebot ab. Wer keinen Internetanschluss hat, bekommt die Auswertung in Papierform zugesendet. "Die Verbrauchsdarstellung im Internet kommt bei den teilnehmenden richtig gut Kunden gut an", freut sich Dr. Hofer.
Ab Mitte des Jahres soll das Webportal weitere Funktionen erhalten: die Kunden sollen Verbrauchs- und Kostenprognosen erhalten und die Abschlagszahlungen mit den aktuellen Kosten vergleichen können. Auch Zeiträume sollen dann verglichen werden können, zum Beispiel der Energieverbrauch in der Kalenderwoche 33 mit dem in der Woche 34. Zusätzlich sollen Kunden eine Obergrenze für ihren Energieverbrauch festlegen können, eine Alarmfunktion soll dann vor einer Überschreitung eines vorher definierten Energie-Budgets warnen. Als Highlight der Weiterentwicklung gelten aber die neuen Energiespartipps: auf Basis seines ganz persönlichen Verbrauchsverhaltens soll der Kunde künftig individuelle Handlungsempfehlungen zum Energiesparen bekommen.
Hohe Akzeptanz und spezielle Tarife für Smart Metering
Aus den jetzigen Erfahrungen zieht E.ON Bayern Vertrieb zwei wesentliche Schlussfolgerungen: Die Einstellung der Kunden gegenüber Smart Metering lässt sich durch gezielte Marketingaktionen positiv beeinflussen. Inzwischen akzeptieren rund 70 Prozent der Kunden die neue Zählertechnologie, nur 30 Prozent lehnen einen Einbau von Smart Metern bislang noch ab. Rund 40 Prozent interessieren sich für weitere Dienstleistungen rund um Smart Meter, wie zum Beispiel die Verbrauchsanzeige über das Kundenportal oder die Energiespartipps. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Kundenportal zeigen aber auch, dass die Vielfalt der Tarife die Kostendarstellung über das Internet erschwert. Tarife mit verbrauchsabhängigen Tarifzonen, wie zum Beispiel der E.ON Bayern-Grundversorgungstarif, können nicht monatlich abgerechnet werden.
Gerade in den Vertriebsmöglichkeiten zeigen sich nach Ansicht von Ingo Tiede, Geschäftsbereichsleiter Smart Metering der EVB, die neuen Dimensionen von Smart Metering: "Der flächendeckende Rollout von Smart Metering Systemen wird für Energieversorger wirtschaftlicher als die punktuelle Installation einzelner Zähler. Dadurch ergeben sich dann auch für den Vertrieb interessante Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen und zu binden. Allerdings sollten Energieversorger beim Kunden Akzeptanz für die neue Technologie aufbauen und den Nutzen herausstellen." Hier sei von Energieversorgern (EVU) mehr Interaktion mit den Kunden gefordert, diese Technologie am Markt zu platzieren. Das bedeute auch, dass dieser Nutzen durch Mehrwerte, wie zum Beispiel individuelle Smart Meter-Tarife oder eine auf den individuellen Verbrauch angepasste Energieberatung, für den Endkunden erlebbar sei. "Viele EVU sehen hierin bislang die größte Schwierigkeit. Zumal sie befürchten, dass der Endkunde nur eine geringe Bereitschaft zeigen wird, für diese Mehrwerte zu bezahlen", sagt Tiede. Eine Studie der EVB zum wirtschaftlichen Messstellenbetrieb hat aber ergeben, dass sich die EVU gerade durch solche Mehrwerte im Produktbereich positionieren und von Wettbewerbern abgrenzen können. "Smart Metering als Vertriebsinstrument zu sehen, ist für die Entwicklung kundenspezifischer Angebote daher unentbehrlich", ist sich der Geschäftsbereichsleiter sicher.
Die Studie "Handlungsempfehlungen für einen wirtschaftlichen Messstellenbetrieb" wurde von der Beratungsgesellschaft LBD, Berlin, im Auftrag der EVB und DIEHL Energy Solutions erstellt. Sie ist bei der EVB zu beziehen über Sina Luckhardt,












