(openPR) 28.01.2004 - Zum Förderprogramm der Bundesregierung zur Verhinderung der Abwanderung ostdeutscher Jugendlicher erklärt Katja Kipping, stellvertretende Parteivorsitzende:
Familienministerin Renate Schmidt wollte Gutes tun und keiner hat es gemerkt. Seit September 2003 läuft bereits ihr Förderprogramm mit dem sie die Abwanderung junger Ostdeutscher aufhalten und verhindern will. Mangelnder Erfolg veranlasste sie wohl dazu, sich jetzt vollmundig zu den vier Millionen Euro für 400 Projekte zu äußern, die Jugendlichen im Osten Lust auf Heimat machen sollen.
Sicher kann man nichts gegen die Förderung von Jugendprojekten sagen - und seien sie wie in diesem Fall nur ein winziger Tropfen auf einen sehr heißen Stein. Die verschiedenen Initiativen in den ostdeutschen Ländern hätten schon viel eher einer offensiven Unterstützung durch den Bund bedurft. Ein wirkliches Heilmittel werden sie jedoch solange nicht sein können, wie die Bundesregierung sich nicht um ein Konzept zur Bekämpfung der Hauptursache für die Abwanderung nach Westen kümmert: mangelnde Perspektiven für junge Leute im Osten.
Ostdeutschland braucht Angebote, die Aussicht auf Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort geben. Wenn die Bundesregierung Anfang 2004 konstatieren muss, dass vor allem im Osten immer noch Zehntausende Ausbildungsplätze fehlen, zugleich aber die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe auf die lange Bank geschoben wird, muss sich niemand über Abwanderung wundern. Es braucht eine Infrastruktur und Investitionen, um Perspektiven für ein Leben im Kreis der vertrauten Freunde und Familien entstehen zu lassen.












