(openPR) Handwerk in Berlin spürt deutliche Einschläge der globalen Wirtschaftskrise
Die Geschäfte der Berliner Handwerker laufen schlechter als im Vorjahr, alle Stimmungsindikatoren zeigen deutlich nach unten.
Gut ein Drittel (35,4 Prozent) der von Creditreform Ende Februar befragten Handwerksunternehmen in der Bundeshauptstadt beurteilten ihre momentane Geschäftslage mit sehr gut oder gut. Das sind deutlich weniger als im vergangenen Jahr, als fast die Hälfte der Handwerker (47,0 Prozent) solch gute Noten verteilte.
Leicht gestiegen ist zudem die Zahl der Betriebe, die ihrer Geschäftslage die Noten mangelhaft und ungenügend geben. Und zwar von 13,7 auf jetzt 14,7 Prozent. Der Saldo der Geschäftslage rutscht dadurch binnen eines Jahres von ehemals 33,3 auf 20,7 Punkte (Ostdeutschland: 17,8 Punkte).
Die Aussagen der Handwerksbetriebe zur Umsatzsituation verdeutlichen den klaren Stimmungsumschwung: So musste schon mehr als jeder Vierte (26,8 Prozent) Umsatzrückgänge verkraften – gut zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Betriebe mit Umsatzzuwächsen sind deutlich seltener zu finden als im vergangenen Jahr. Konnten im Frühjahr 2008 noch 42,2 Prozent der Berliner Handwerker auf gestiegene Umsätze zurückblicken, so sind es aktuell nur 28 Prozent.
Schlechte Auftragslage, ein hoher Kostendruck und nicht ausgelastete Kapazitäten zwingen die Handwerker, zunehmend Personal abzubauen: Gab im vergangenen Jahr noch gut jedes dritte Unternehmen (35,3 Prozent) an, die Mitarbeiterzahl im Verlauf der letzten Monate aufgestockt zu haben, so sind es aktuell nur 15,9 Prozent. Gleichzeitig musste rund ein Viertel (25,6 Prozent) die Personaldecke bereits verkleinern, nachdem es im Vorjahr nur 13,7 Prozent waren.
Zukunftsaussichten sind düster, Investitionsneigung schwach
Die aktuelle Umsatzentwicklung lässt bereits vermuten, in welche Richtung der Trend verläuft: abwärts. Auch die Aussichten auf das kommende halbe Jahr sind von Pessimismus geprägt. So geht nur jeder achte Befragte (12,2 Prozent) davon aus, innerhalb des nächsten Halbjahres mehr Umsatz zu erwirtschaften. Vor Jahresfrist waren es dreimal so viele (33,3 Prozent). Schon 35,4 Prozent der Berliner Handwerksunternehmen (Vorjahr: 10,8 Prozent) befürchten Umsatzeinbußen.
Die Investitionsbereitschaft im Handwerk ist deutlich schwächer ausgefallen als 2008. Planten im Frühjahr 2008 noch 69,6 Prozent der Handwerksbetriebe in Berlin, Investitionen tätigen zu wollen, so sind es aktuell nur 56,1 Prozent. Viele werden zudem auf Erweiterungsinvestitionen verzichten und nur dringend notwendige Ersatzinvestitionen durchführen.
Dazu Christian Wolfram, Geschäftsführer Creditreform Berlin: “Die globale Wirtschaftskrise macht vor dem Berliner Handwerk nicht halt. In den kommenden Wochen dürften sich die Forderungsausfälle häufen, neue Aufträge rarer werden. Schon jetzt leidet fast jeder zweite Handwerksbetrieb unter Kundeninsolvenzen.“











