(openPR) Duisburg, 23. April 2009 – Die wichtigste Nachricht aus Nevada lautete: Kubas Superstar Yuriorkis Gamboa ist nach seinem Sieg gegen Jose Rojas neuer WBA-Weltmeister im Federgewicht – und damit der erste Weltmeister aus Ahmet Öners Boxstall "ARENA Boxpromotion". Doch das war nicht alles, was der Kampfabend in Primm, 40 Kilometer südlich von Las Vegas, zu bieten hatte, denn mit Weltergewichtler Selcuk "Mini-Tyson" Aydin hatten die Veranstalter am vergangenen Freitag ein weiteres Highlight zu bieten. Die aktuelle Nummer 3 der WBCWeltrangliste besiegte den in Las Vegas lebenden Marokkaner Said Ouali, derzeit an Nummer 9 geführt, durch Mehrheitsentscheid nach zwölf packenden Runden.
In einem hitzigen Gefecht war der Schützling von Ex-Weltmeister Graciano Rocchigiani der weitaus aggressivere Boxer. Der 25-jährige, aus Trabzon stammende Türke dominierte vor allem die Anfangsphase des Kampfes und drängte Ouali immer wieder an die Seile, um ihn mit schweren Körper-Kopf-Kombinationen einzudecken. Der Marokkaner steckte die harten
Schläge aber weg und kam in der zweiten Kampfhälfte auch selbst zu guten Aktionen. Am Ende entschieden die Punktrichter mehrheitlich für Aydin, der damit seinen Titel als "International Champion" des WBC erfolgreich verteidigte. Zwei der Punktrichter werteten den Kampf 115 - 112 bzw. 116 - 111 für Aydin, der dritte sah Ouali mit 114 - 113 knapp vorne.
Aydin, der seiner Profibilanz den 18. Sieg im 18. Kampf hinzufügte (davon 14 K.O.-Siege) und bereits vor dem Fight auf Rang 3 der WBC-Weltrangliste geführt wurde, hat damit einen weiteren Schritt in Richtung WM-Kampf gemacht. Noch in diesem Jahr soll er die Chance bekommen, WBC-Weltmeister Andre Berto herauszufordern, denn der WBC hatte den Kampf in Nevada zu einem offiziellen Ausscheidungskampf erklärt. Zurück in Duisburg zog Aydin eine positive Bilanz: "Der Auftritt in den USA war eine wichtige Erfahrung für mich, denn diesmal ging es nicht nur um die Statistik, sondern um die Frage, wen der WBC zum offiziellen Herausforderer erklärt. Ich bin sehr konzentriert in den Kampf gegangen und habe zum ersten Mal auch so etwas wie richtige WM-Atmosphäre gespürt."
Nach eigener Einschätzung hat sich der ARENA-Boxer weiter verbessert, seit er im Januar 2009 von Hamburg nach Duisburg gewechselt ist, um dort unter der Regie von Graciano Rocchigiani zu trainieren: "Das Training mit Graciano ist anstrengend, aber er ist der beste Trainer, den ich bisher hatte. Außerdem hat er eine unglaubliche Erfahrung, und es ist sehr beruhigend,
so einen Mann in der Ecke zu haben."
Auch für Rocchigiani ist Aydins zweiter Sieg unter seine Regie ein großer Erfolg. Bereits Mitte März waren "Rocky" und "Mini-Tyson" von Duisburg nach Nevada geflogen, um für eine optimale Vorbereitung zu sorgen. "Vor allem wegen der Zeitumstellung war es mir wichtig, mit Selcuk so früh wie möglich in die USA zu fliegen", so die Erklärung von Rocchigiani, der sich nach seinen beiden eigenen WM-Titeln zum Ziel gesetzt hat, auch Weltmeister-Trainer zu werden. Mit Selcuk Aydin könnte er dieses Ziel bald erreichen: "Selcuk ist ein Energiebündel, er hat eine unheimliche Ausdauer und ist immer top-konzentriert. Er weiß, worum es geht, und will seine
Chance nutzen. Nach dem Sieg gegen Ouali bin ich sehr optimistisch, dass wir noch in diesem Jahr um die WM boxen werden – und dass Selcuk den Titel gewinnen wird."
Auch ARENA-Boss Ahmet Öner war nach dem Kampf begeistert, denn mit Selcuk Aydin hat er nun einen zweiten Boxer, der auf dem besten Weg ist, Weltmeister zu werden: "Das war ganz klar Selcuks härtester Kampf bisher. Er hat sich gegen einen absoluten Weltklasse-Mann durchgesetzt und allen gezeigt, dass er zu Recht ganz oben in der Weltrangliste steht. Das war eine
beeindruckende Leistung und ein begeisterndes US-Debüt."
Einen weiteren Erfolg konnte auch Mittelgewichtler Christian Pawlak feiern. Der 29-Jährige, der in Duisburg bei ROCKY’S GYM unter Vertrag steht, gewann in Primm gegen den Amerikaner Ivan Stovall nach Punkten. Auch hier ging das Urteil der Punktrichter nach sechs Runden mit 59 - 55 und 58 - 56 für Pawlak sowie 59 - 55 für Stovall knapp aus. Für Pawlak, bis November
2008 Deutscher Meister im Mittelgewicht, war es der 11. Sieg im 14. Profi-Kampf.








