(openPR) „Zeichen setzen“, „Sinne ansprechen“ und „die Kaufentscheidung verifizieren helfen“, so lässt sich das Drei-Phasen-Modell zur effektiven Wein-Vermarktung umschreiben. Denn Weintrinker von heute suchen nicht nur den Genuss, sondern auch ein emotionales Erlebnis. Das orientiert sich an Weinbau-Region, glaubhaften Identitäten von Winzern und von Wortkopf, dem freien Texter, kommunizierten Mehrwerten.
Die gläserne Wein-Manufaktur beispielsweise kann Konsumenten locken und die Positionierung im Markt der Mitbewerber erleichtern. Das Beste aus dem Weinberg ist aber nicht genug, um die verwöhnten Kunden zu binden. Das Bauchgefühl entscheidet nämlich längst, welche Flasche wirklich auf den Tisch kommt. Und das subjektive Verbraucher-Empfinden speist sich nicht allein aus Preis und Qualität, sondern auch aus dem sensorischen, visuellen Erlebnis. Eindruck hinterlässt ein Wein, der in seiner Gestalt – einer hochwertig designten Weinflasche etwa – adrett wirkt und auf seiner Visitenkarte einen kreativen Namen ausweist.
Wein benötigt zudem eine glaubhafte Geschichte, natürlich guten Geschmack und eine gleichfalls geschmackvolle Inszenierung. Präsent-Verpackungen sind ein Beispiel, um das Produkt für eine breitere Käuferschicht interessanter zu machen; Onpack-Aktionen eine gute Idee, um durch ein kleines Extra große Wirkung zu erzielen.
Reizvolle Vermarktungsmöglichkeiten finden sich immer dann, wenn ein kreativer Kopf ins Marketing eingebunden wird: Wein-Kochbüchlein, die regional verwurzelte thematische Vermarktung - im Rheingau z. B. auch mit der berühmten Hildegard von Bingen - und exklusive Accessoires rund ums Thema Wein in ganz außergewöhnlicher Eleganz und Funktionalität - jenseits von kitschigen Trauben-Motiven - sind gangbare Wege.
Gleiches gilt für kreative Wein-Events, Winzerfeste und Wein-Erlebnistage, die etwa mit Gratis-Weinproben, Führungen durchs Weingut, umfangreichem Beratungsservice bei der Auswahl von Weißwein, Rotwein oder Roséwein und vor allem der appetitlichen Präsentation in der Vinothek viele Punkte bei Weintrinkern und Verbrauchern sammeln.
Abgerundet durch ein kleines, aber feines kulinarisches Angebot, lassen sich spontane Weinkäufe über das Erlebte generieren. Warum zum Beispiel nur spanischen Wein zu Tapas servieren? Die kleinen Häppchen schmecken im Rahmen einer spanischen Nacht im sommerlichen Weinberg auch zu deutschen Winzererzeugnissen trefflich.
Zu beinahe jedem Anlass lassen sich zugkräftige Feste und Feiern veranstalten. Weinwerbebriefe oder liebevoll gestaltete Einladungen bitten zum Gourmetschmaus mit raffinierten Bandnudel-Kreationen und Fränkischem Silvaner oder apartem Weißburgunder. Ein leichter Riesling von der Mosel, kredenzt mit leckerem Fisch, wird zum Gaumenkitzel.
Kurz gesagt: In Fantasie und Vermarktung können deutsche Weinbauern noch immer vom europäischen Ausland lernen: Dort hat man längst erkannt, dass die Vernetzung verschiedener Medien – Printmedien und Digitalen Medien – etwa auch bei Events unverzichtbar ist, um die Vorzüge von Produkten, History, besonderer Lage, Charakter des Weines, Vertriebsstrukturen und Winzer-Traditionen stimmig zu promoten.
Wein verkauft sich nicht von allein: Gut gestaltete Etiketten und textlich „runde“, sinnliche Weinwerbung sind nur eine Seite der Medaille, die andere stellen flankierende Maßnahmen dar, die in der Summe den Unternehmenserfolg schaffen.
Der Tipp für alle Winzer: Full-Service kommt auch von Freelancern, erfahrenen Textern wie Wortkopf, Grafikern, Illustratoren und Fotografen, die sich zu einem freien Team finden und abstimmen, oft aber flexibel und im Ergebnis so erfolgreich wie eine Werbeagentur für Weinwerbung arbeiten. Der Ideenpool für die Weinvermarktung kann durch die unterschiedlichen Erfahrungen aller Beteiligten sogar größer sein; die Sichtweise so erweitern sein, dass Diskussionen besonders fruchtbar sind. Food-, Gastronomie-, sogar Weinkosmetik- und Tourismus-Werbung schaffen nämlich Horizonte, die neue Aspekte ins Weinhaus und in den Weinhandel tragen sowie Winzer zum Umdenken bringen.
Übrigens: Auch Weinwanderungen oder Weinkonsumenten als Erntehelfer sind eine Möglichkeit, um durch den immer stärker werdenden Weintourismus treue Kunden zu gewinnen. Der Erlebnisfaktor „Weinlese“, die individuellen „Abenteuer“ bei der Traubenernte zwischen farbenfrohen Weinblättern, inmitten der Reben, die gemeinsame Verkostung von reifen Weinen aus dem Weinkeller, Übernachtungen im Weingut und die unmittelbare Teilhabe am Prozess der Weinherstellung schaffen ein sinnliches Vergnügen, das kein Wein-Interessierter je wieder vergisst. [A.D.]












