(openPR) Renaud Garcia-Fons wurde 1962 in der Nähe von Paris als Sohn katalanischer Eltern geboren. Er studierte Kontrabass auf dem Konservatorium in Paris und vertiefte seine Kenntnisse noch als Privatschüler von François Rabbath, wodurch er auch einen tiefen Einblick in Rabbaths syrische Wurzeln bekam. Mit 21 gewann Renaud verschiedene Wettbewerbe und wurde schließlich vom französischen Kulturminister mit dem Kontrabass-Diplom ausgezeichnet. Von diesem Moment an arbeitete er daran, die technischen Grenzen seines Instruments zu überwinden, um mehr Freiheit in der Improvisation zu erlangen und eine Musik zwischen Jazz, Tradition und Moderne zu entwickeln. Nach zehn Jahren fügte er seinem Kontrabass eine fünfte (hohe) Saite hinzu und verwandelte so den Bass von einem Begleitinstrument zu einem improvisierenden Teil des Ensembles. Indem er diese Innovation mit seinen enormen Spieltechniken (mit und ohne Bogen) verband, hat Renaud dem Bass eine bis dahin unbekannte Dimension erschlossen. Wiederholt nannte man ihn den "Paganini des Kontrabasses".
Es gibt viele Quellen für Renaud Garcia-Fons' musikalische Inspiration. Er fühlt sich mit der Musik des Mittelmeerraums und Orients genauso verbunden wie mit der Flamenco-Tradition, die er auf seinen Bass übersetzt. Seit seinem Album "Entremundo" (2004) ist der Flamenco sogar zu einer Hauptquelle seiner künstlerischen Kreativität geworden. Auf "La Línea Del Sur", seinem achten Album für ENJA, entdeckt Renaud Garcia-Fons "die Straßen eines imaginären Südens", eines "Traumlands, das in einer Vielzahl von musikalischen Stilen wurzelt". Mit eingängigen Melodien, raffinierten Tempowechseln und durchdringenden Rhythmen sind seine Kompositionen perfekte Vehikel für die aktuelle Quartett-Instrumentierung (Bass, Akkordeon, Gitarre, Percussion), welche der Besetzung auf seinem ersten Album "Alboreá" (zwei Bässe, Akkordeon, Percussion) wieder sehr ähnlich ist. Alle Musiker in dieser "imaginären Flamencoband" sind individuelle Solisten, die ihre Instrumente zum Singen bringen. Aber die Musik bietet auch eine echte Flamenco-Sängerin: "Esperanza Fernández, eine große Stimme des Flamenco, leistet einen einzigartigen Beitrag zu einer musikalischen Sprache, die die Grenzen Andalusiens längst bis in die Neue Welt ausgedehnt hat", sagt Renaud. Die Worte, die er für sie geschrieben hat, sind von Rumi inspiriert, dem persischen Poeten und Mystiker des Mittelalters. Einmal mehr vereint Renaud Garcia-Fons künstlerische Traditionen aus verschiedenen Ländern und Zeiten - und dies auf ergreifendste, virtuoseste und schmackhafteste Weise.
+++Pressestimmen+++
Peter Rixen in Verdi-Publik 3/2009:
"Garcia-Fons ist Franzose mit spanischen Wurzeln und ein Bassist mit einer unfassbar virtuosen Spieltechnik. Klassisch ausgebildet, verwendet er sein Instrument allerdings nicht nur auf herkömmliche Art. Er kann seinen Tieftöner stattdessen auch wie ein Cello und in den hohen Lagen sogar wie eine Violine "singen" lassen. Die perfekte Illusion! Das hat ihm schon vor Jahren den Beinamen "Paganini des Kontrabass" eingebracht. Aber der Franzose ist nicht nur der ausgebuffte Techniker, sondern ein Musiker, dem es vor allem um musikalischen Ausdruck und Emotion geht. So entlockt er seiner Bassgeige auch die exotischen Klänge eines indischen Instruments oder einer arabischen Laute. Sein akustisches, mit Akkordeon, Flamenco-Gitarre und Perkussion besetztes Quartett plus Gastsängerin Esperanza Fernández spielt ein prachtvolles Stück Weltmusik, das ganz ohne Klischees auskommt. Aber mit spürbar südlichem Feeling (Sur = Süden) aufwartet. Einem imaginären Süden, aus Klängen des Mittelmeerraums, lateinamerikanischen Rhythmen, Flamenco und
Jazz. Einem Süden mit einer höchst verführerischen Aromenvielfalt. Wirkliche Klangabenteuer erlebt man nur selten. Garcia-Fons' Musik aber ist definitiv eines."
Stefan Pieper in Jazzzeitung 2009:
"Er ist Katalane und spielt den Kontrabass - aber Renaud Garcia Fons ist alles andere als ein normaler Jazz-Bassist! Er übertrug Bogentechniken aus Indien oder Arabien auf dieses größte Streichinstrument, dem er eine fünfte Saite hinzufügte. Die Virtuosität und glühende Ausdruckskraft seines Spiels sind auch auf seinem mittlerweile neunten Album - wie gewohnt- über alles
erhaben! Der Titel "La linea del sur" ist hier Programm, denn die Reise geht
in leuchtende und zuweilen leidenschaftliche Sphären des mediterranen
Kosmos. Als generöser wie unbestechlicher Bandleader behält Renaud
Garcia-Fons hier alle Fäden in der Hand. Um Flamenco geht es, auf dem viele
der 11 Stücke sehr direkt und gleichzeitig schwelgerisch-melodiös aufbauen.
Sängerin Esperanza Fernández besingt zuweilen mit weichem Timbre das Leben, die Liebe und die Freude. Und es poltern auch die Stakkati, welche Pascal Rollando auf dem Cajon, dem traditionellen, kastenförmigen Schlaginstrument des Flamenco erzeugt. Dazu verbreitet das glasklare Akkordeonspiel von David Venitucci sein strahlendes Musette-Flair - ja, auf dem Weg nach Andalusien kann man auch durch die Provence fahren! In ausgesuchteren Momenten ergreift der Meister selbst das solistische Wort: atemberaubend schraubt es sich bis in höchste Flagoletts hinauf, und der Ton scheint manchmal vor ergreifend bebender Spannung regelrecht zu bersten! Künstlerisch bestechend sind auch die Schwarzweißfotos im Booklet."
+++Tour 2009+++
24.4. Madrid - Alcala de Henares
16.5. Marly - Festival (Línea del Sur)
19.5. Ljubljana - (with Derya Türkan)
22.5. Baux de Provence - (solo)
31.5. Jerusalem (solo)
25.6. Schaffhausen (solo)
26.6. Treviso - (with ArcoLuz)
09.7. Montreal (solo)
11.7. Montreal - (Línea del Sur)
14.7. Fribourg - (Línea del Sur)
18.7. Granada (solo)
20.7. Toulon - Jazz à Toulon (Línea del Sur)
21.7. La Valette - Festival des Arts de Malte (Línea del Sur)
04.8. Island - Salt Sprin Island (ArcoLuz)
06.8. Vancouver (Línea del Sur)
07.8. Vancouver (AroLuz)
28.8. Nantes (Línea del Sur)
30.8. Wuppertal - Skulpturenpark (Línea del Sur)
13.10. Charleville Mezière
23.10. Dinard - (with Lockwood, Luc a.o.)
15.12. Bad Kissingen (Fuera)












