(openPR) Der Fachanwalt für Medizinrecht Dr. Tobias Weimer, MA referierte im Festsaal der Philharmonie Essen auf einem Symposium der Unternehmensgruppe PVS Rhein-Ruhr am 12. März 2009 anlässlich des Gesundheitskongresses des Westens über die rechtlichen Grundlagen neuer Versorgungsformen und bisher aufgetretener Probleme in der Praxis.
Dabei stellte er fest, dass das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz vom 1.1.2007, das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz vom 1.4.2008 und auch das GKV-WOrgG vom 1.1.2009 zu weitgehenden Veränderungen der Versorgungslandschaft im Gesundheitswesen führen werden.
Anhand von praktischen Beispielen stellte er Sektorengrenzen überschreitende Versorgungskonzepte zwischen dem Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten dar. Diese weitgehenden Kooperationsmöglichkeiten erlauben es den Vertragsärzten, mit den Krankenkassen Selektivverträge z.B. zur besonderen ambulanten Versorgung nach § 73c SGB V oder auch Verträge der integrierten Versorgung nach §§ 140 a ff. SGB V zu schließen, um so außerhalb der Gesamtvergütung agieren zu können (vgl. dazu Weimer, Sektorengrenzen überschreitende Versorgungskonzepte, 1. Aufl. 2008, Schriftenreihe der Unternehmensgruppe PVS Rhein-Ruhr).
In seinen Ausführungen machte Dr. Weimer insbesondere darauf aufmerksam, dass es sich bei § 73c SGB V um einen Paradigmenwechsel handele, der eine grundsätzliche Abkehr vom Kollektivvertragssystem hin zum Direktvertrag zwischen Kostenträger und Leistungserbringer darstelle. Die Rolle der ärztlichen Selbstverwaltung nehme dagegen im Gegenzug erheblich ab.
Sektorengrenzenüberschreitende Versorgungskonzepte sollten Aufbruch und Neuorientierung für KKen, Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte bedeuten und Chancen für die Optimierung der Patientenversorgung bieten.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen allerdings sind per Gesetz als mögliche Vertragspartner von IV-Verträgen ausgenommen und auch im Bereich der hausarztzentrierten Versorgung ist der Sicherstellungsauftrag der KV zugunsten der Hausärzteverbandes eingeschränkt worden. Im Rahmen der anschließenden Diskussion mit dem Journalisten Jürgen Zurheide wurde denn auch die zukünftige Rolle der KVen diskutiert.









