(openPR) »Die Eule und das Kätzchen« in der Komödie Rügen im Ostseebad Göhren
Zur ersten Premiere des Jahres und zum Start in die zweite Saison lud die Komödie Göhren am vergangenen Samstagabend ein. Auf dem Programm stand Wilton Manhoffs „Die Eule und das Kätzchen“, das als eines der erfolgreichsten Stücke vom Broadway gilt und und in der Verfilmung mit Barbara Streisand und George Segal auch zum Filmklassiker wurde.
Eine echte Herausforderung, dieses Stück um zwei Menschen, die so verschieden sind wie Tag und Nacht, in denen wirklich zwei Welten aufeinander prallen, auf die Bühne zu bringen. Dem Schauspielerpaar Anja Pirling und Thomas Waldkircher gelang es in dem stimmigen Bühnenbild, die beiden Charaktere glaubhaft zu verkörpern und dabei eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit an den Tag zu legen.
Mit Tempo und Witz steigt das Stück ein: Mitten in der Nacht klopft es an der Tür von Felix, dem Angestellten einer kleinen Buchhandlung und Möchtegern-Dichter. Als er öffnet. steht Doris vor ihm. Sie geht dem ältesten Gewerbe der Welt nach, gibt sich aber als Fotomodell aus. Durch Felix' »dezente« Hinweise an den Vermieter ist seiner Nachbarin gekündigt worden, und sie zieht nun bei ihm ein.
Die Gegensätze könnten schon rein äußerlich nicht größer sein. Auf der einen Seite der korrekt gescheitelte Felix mit der dicken Hornbrille, einigen Kilos zu viel und dem steril wirkenden Schlafanzug, dem nur noch die Bügelfalten fehlen. Wie ein Wirbelsturm dagegen die zierliche und bildhübsche Doris, die durch seine Wohnung fegt. Das billige Hütchen, die rote Plastikperlenkette, die Kinderhaarspangen und der rotseidene BH, der unter ihrem Sommerfähnchen hervorblitzt. stehen ihr reizend. Dazu kommt ein Augenklimpern. das nur einen Stein nicht erweichen könnte.
Doch Felix ist nun eben mal in diese Kategorie „Stein“ einzuordnen, so dass der ungebetenen Gast von einem Wutanfall in den nächsten rauscht, bis sich alles in einem großen Tränenausbruch entlädt. Doch Felix lässt sich nicht erweichen: Je unordentlicher sie ist. desto penibler wird er, je lockerer Doris den Abend zu gestalten versucht. desto zugeknöpfter wirkt Felix. Der Kopfmensch trifft auf eine Gefühlsfrau und sieht seine bisher ordentliche Welt bald in Scherben liegen.
Witzige Dialoge unterhalten das Publikum trefflich. Als Doris etwa ein großes Fernrohr entdeckt, mit dem Felix seine Beobachtungen in ihrer Wohnung unternommen hat. spottet sie: »Warst wohl neidisch, was die großen Jungens alles dürfen!« Die ausgefeilte Antwort: »Bezähmen Sie Ihre Sprechwerkzeuge.«
»Schmalspur-Shakespeare« tituliert das angebliche Fotomodell darum auch ihren unfreiwilligen Gastgeber und ist enorm stolz auf das einzige' Fremdwort, das sie kennt (beeichnenderweise »enervierend«). Er nennt sie »so verdreht wie einen Gänsehals drei Tage vor Weihnachten«, wie wir bald wissen, eine Beziehung, die natürlich nicht gut gehen kann.
Es kommt trotzdem zu einer heißen Liebesnacht, nach der Felix am liebsten alles ungeschehen machen würde. Er wirft Doris aus der Wohnung. Sie geht schließlich, er ist am Boden zerstört, telefoniert ihr nach, aber als sie
zurückkommt. geht die Grundsatzdiskussion von Neuem los.
Die schwelende Hassliebe wird immer wieder durch treffende Musiktitel untermalt und steigert sich bis zu den Momenten, in denen Felix am liebsten die Fernseher und Radio von Doris kurz und klein schlagen möchte.
Doris trifft schließlich die Entscheidung auszuziehen und sich eine „anständige“ Stelle zu suchen.
Als sie noch ein letztes Mal zurückkehrt, erreicht das Stück seinen fast grotesken Höhepunkt: Man glaubt mit dem Paar schon alles erlebt zu haben, überschäumendes Glück ebenso wie Streiteneien mit Beleidigungen, die unter die Gürtellinie gehen. Doch nun plant Felix im großen Stil seinen pressewirksamen Sprung in den Tod, natürlich mit Abschiedsbrief an die Welt. Allerdings würde Doris daraus gerne einen Doppellselbstmord machen, was aber einige Probleme mit der Garderobe mit sich bringt: „Mit dem was ich drunter anhabe, kann ich schließlich keine zwanzig Stockwerke 'runterspringen“.
Dem Schauspielerpaar der Komödie Rügen gelingt es schließlich, einen erstklassigen und höchst anrührenden Schlusspunkt zu setzen. In einem ergreifenden Moment lernen die beiden, über ihren eigenen Schatten der Selbstdarstellung zu springen und zur Ehrlichkeit zu kommen. ,.Du bist genau wie ich«, erkennt Doris mit Staunen. »Du hast vor allem Angst. was du nicht kennst.«
Die nächsten Auffiihrungen von ,.Die Eule und das Kätzchen«:
Sa, 28.03 20.00 Uhr und Sonntag, 29.03. 16.00 Uhr
Vorstellungen im Mai jeden Di, Mi, Do, Fr und Sa (außer 7./8./9.Mai) um 20.00 Uhr sowie von 18. Juni bis 31.Oktober jeweils Di und Mi um 20.00 Uhr.
Karten gibt es direkt beim Theater unter Telefon 038 308- 66 222 sowie bei www.ticketonline.de (Hotline 01805-4470), allen TUI-Reisebüros, dem Reisebüro Baron in Bergen sowie bei vielen Kurverwaltungen und allen Vorverkaufsstellen mit Ticket Online im ganzen Bundesgebiet. An der Abendkasse sind ebenfalls immer Karten erhältlich. Die Preise liegen bei 22.- , 18.- oder 14.- Euro, für Gruppen schon ab 4 Personen gibt es im Vorverkauf eine Ermäßigung von 2.- Euro je Karte.











