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Wagners „Lohengrin“ – Grundzüge menschlichen Seins

(openPR) Es ist sein erster Wagner: Generalmusikdirektor Manfred Honeck debütiert am 29. März um 17 Uhr an der Staatsoper Stuttgart mit „Lohengrin“. In seiner Herangehensweise an Wagner setzt Honeck vor allem auf das Lyrische, das Filigrane und Transparente dieser Partitur.

Ebenfalls seinen Wagner- als auch Stuttgart-Einstand sollte mit dieser Produktion Stanislas Nordey geben. Differenzen zwischen Regisseur und Generalmusikdirektor, die sich vor allem auf die szenische Chorgestaltung und die daraus resultierende Klangsituation bezogen, erwiesen sich als unüberbrückbar. Deshalb legte Nordey die Regie am Montag, den 23. März nieder. Die Premiere findet daher szenisch nach dem Konzept von Stanislas Nordey statt.

Nach Calixto Bieitos Version des „Fliegenden Holländer“ in der vergangenen Saison, knüpft Stuttgarts Opernintendant Albrecht Puhlmann mit „Lohengrin“ an die Tradition der Staatsoper an und wird auch in den nächsten Jahren einen programmatischen Schwerpunkt mit Wagner-Neuinterpretationen setzen. „Lohengrin“ ist eine Koproduktion mit der Nikikai Opera Foundation Tokio und wird dort im Herbst 2010 zu sehen sein.

Der renommierte französische Schauspielregisseur inszenierte bisher vorwiegend Opernrepertoire des 20. und 21. Jahrhunderts. Er inszenierte u.a. Peter Eötvös' „Le Balcon" in Aix-en-Provence und dessen „Drei Schwestern“ in Utrecht. Seine Deutung von Debussys „Pelléas et Mélisande“ in Covent Garden London wurde mit dem Laurence Olivier Award 2008 ausgezeichnet.

Nordeys Ziel war es, an die Stelle von mittelalterlichen Accessoires und Ausstattungs-Opulenz auf Licht (Philipp Berthomé) und ein reduziertes Bühnenbild (Emmanuel Clolus) zu setzten und vor allem die Protagonisten Lohengrin (als Gast Scott MacAllister), Elsa (Mary Mills gibt mit dieser Partie ihr Stuttgartdebüt), Ortrud (Ensemblemitglied Barbara Schneider-Hofstetter) und Telramund (als Gast Wolfgang Koch) ins Zentrum zu stellen.

Aus unterschiedlichen Schuldgefühlen heraus verschleiern nach Nordeys Ansicht alle vier Figuren ihre wahre Identität. Sie unterlaufen das Versprechen, die Identität des Ritters zu wahren, durch mangelndes Vertrauen, welches schlussendlich zu Misstrauen, Missverständnissen und gestörten Beziehungen führt: „Für mich stehen diese vier Figuren für Grundsituationen menschlichen Verhaltens, die jeder von uns in sich trägt“, sagte Nordey.

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