(openPR) Familienoper von Jonathan Dove in der Regie von Markus Bothe
Spitzbübisch geht es auf der Bühne der Staatsoper Stuttgart zu, wenn Jonathan Doves „Pinocchios Abenteuer“ am Mittwoch, dem 27. Januar 2010 um 18 Uhr im Opernhaus Premiere feiert. Regie bei dieser Familienoper führt Markus Bothe, die musikalische Leitung übernimmt David Parry, der bereits die Uraufführung im britischen Leeds 2007 dirigierte.
Die Geschichte von Carlo Collodis Pinocchio kennt jeder: Gepetto – alternierend gesungen von Michael Ebbecke und Karl-Friedrich Dürr – schnitzt aus einem sprechenden Holzscheit eine Puppe und tauft sie Pinocchio, doppelt besetzt mit den Sängerinnen Tina Hörhold und Inga Lampert. Er sucht seinen Weg durch die Menschenwelt mit ihren Pflichten und Regeln und wünscht sich nichts sehnlicher, als ein richtiger Junge aus Fleisch und Blut zu werden. Stets entzieht sich der Querkopf dabei dem Erziehungsprogramm der Gesellschaft, allen voran der Blauen Fee (KS Catriona Smith), die ihn mit taktischer Zuwendung und gleichzeitigem Liebesentzug zu formen versucht.
„Dass sich eine Figur aus einem Erziehungsroman verselbständigt und die Faszination des Anarchischen so groß wird, dass wir als Zuschauer weniger die Erziehung als vielmehr die wunderbaren Verführungen mit vollziehen, das fasziniert mich so sehr an Pinocchio“, so der Regisseur Markus Bothe. Seine Interpretation dieser Figur erzählt davon, wie absurd das Aufstellen von Regeln sein kann und wie schwierig der Umgang damit ist.
„Alle Erwachsenen sind brav in der Soll-Welt gefangen. Aber es gibt einen Gegenpol, eine Welt, von der alle träumen, in der Geld auf den Bäumen wächst, in der es das Spaßland gibt, in der Kater und Füchse sprechen. So sehen sie Kinder, so sieht sie Pinocchio und so würden eigentlich auch Erwachsene die Welt gerne sehen. Pinocchio ist ein Archetyp, sozusagen ein ewiges Kind“, so Bothe.
Markus Bothe inszeniert regelmäßig Oper und Schauspiel u.a. in Basel, Hamburg, Freiburg Linz und Bremen. Für Familien hat er zuletzt die Theaterstücke „Ronja Räubertochter“ in Basel sowie „Tintenherz“ und „Krabat“ am Schauspielhaus in Hamburg erarbeitet.
Expressive, stilistisch von der Romantik bis hin zum Musical geprägte Musik zeichnet das Opernschaffen von Jonathan Dove aus. Mit der abendfüllenden Oper „Pinocchios Abenteuer“ gewann der britische Komponist den British Composer Award für Bühnenstücke 2008. Die musikalische Leitung der Neuproduktion übernimmt David Parry, britischer Dirigent und Music Director der Almeida Opera. Er dirigierte bereits die Uraufführung 2007 an der North Opera in Leeds und steht in Stuttgart zur Zeit für „Il barbiere di Siviglia“ am Pult.
Pinocchio erlebt seine Abenteuer in einem begehbarem Pop-up-Bilderbuch des Bühnenbildners Robert Schweer, der eine zweidimensionale Welt zwischen barocker Opulenz und der Ästhetik der Druckgraphik des späten 19. Jahrhunderts geschaffen hat. „Die Bühne täuscht Dreidimensionalität vor und bedient mit ihrer Maschinerie unzählige Ortswechsel von Schreinerwerkstatt über Feenwelt bis zur stürmischen See“, beschreibt Schweer.











