(openPR) Sperrfrist ist Mittwoch, 31.3.04, 17.00 Uhr
Lohnkosten sind ein wichtiger Indikator für die Beurteilung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und der nationalen Lohnpolitik. In Deutschland werden immer wieder verschiedene Methoden der Lohnkostenberechung verwandt, oft mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 14/2004 zeigt, dass die Lohnkosten international anhand einer gemeinsamen Währungsbasis verglichen werden sollten; dadurch ist eine Beurteilung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit eines Landes möglich. Die nationale Lohnpolitik sollte sich an den Lohnstückkosten auf nationaler Währungsbasis orientieren.
Die Veränderung der Arbeitskosten hängt insbesondere von der Berücksichtigung der Arbeitsproduktivität, der sektoralen Abgrenzung und der Währungsbasis ab. Ebenfalls deutlich werden die teilweise großen regionalen Unterschiede bei den Arbeitskosten - insbesondere zwischen den deutschen Bundesländern. So stiegen die Arbeitnehmerentgelte in der Gesamtwirtschaft (bzw. im produzierenden Gewerbe) in den alten Bundesländern im Zeitraum 1991 bis 2002 um jährlich 2,1 % (3,1 %), während sie in den neuen Bundesländern um jährlich 5,6 % (7,9 %) zunahmen. Dabei ist zu beachten, dass sich die Lohnkosten in Ostdeutschland besonders Anfang der 90er Jahre infolge der Vereinigung stark erhöhten.
Dieses eher pessimistische Bild ist jedoch unvollständig. Eine treffendere Analyse bietet das Konzept der Lohnstückkosten, dass auch die wichtigen Produktivitätsveränderungen berücksichtigt. Hier ergibt sich im Vergleich zwischen alten und neuen Bundesländern ein ganz anderes Bild. Während die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten von 1991 bis 2002 mit einem jahresdurchschnittlichen Anstieg von jeweils 1,4 % in Ost- und Westdeutschland einen sehr ähnlichen Verlauf hatten, entwickelten sich die Lohnstückkosten im produzierenden Gewerbe mit Jahresraten von -2,4 % bzw. 1,7 % in Ost- und Westdeutschland in entgegengesetzte Richtungen. Ursachen für den Rückgang der Lohnstückkosten in Ostdeutschland sind vor allem die geringe Konkurrenzfähigkeit der ostdeutschen Industrie nach der Wiedervereinigung, die Massenentlassungen in der ersten Hälfte der 90er Jahre (Freisetzungseffekt) und die schnellen Produktivitätssteigerungen durch die Modernisierung des Kapitalstocks.
Ihr Feedback ist uns wichtig! Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit und beantworten Sie ein paar Fragen im Internet. So können wir unseren Service weiter für Sie verbessern: http://www.diw.de/deutsch/presse/feedback/index.jsp









