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Mit Nadeln gegen Nebenwirkungen der Strahlentherapie?

13.03.200917:10 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Ärzte am Klinikum Konstanz erforschen in klinischer Studie Möglichkeiten der Akupunktur


Die Strahlentherapie ist eine feste Säule in der Behandlung von Krebserkrankungen. Für manchen Patienten ist ihre heilende Wirkung jedoch mit unangenehmen Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Übelkeit verbunden. Das Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) am Klinikum Konstanz, die Abteilung für Strahlentherapie und die Klinik für Frauenheilkunde haben eine Studie gestartet, die die Möglichkeiten der Akupunktur zur Eindämmung von Nebenwirkungen der Strahlentherapie untersuchen soll. Brustkrebspatientinnen erhalten begleitend zur Strahlentherapie kostenlose Akupunkturbehandlungen, wenn sie dies wünschen.



Es ist eine besondere Kooperation, die am Klinikum Konstanz nicht erst für die klinische Studie begonnen hat. Schulmedizin und traditionelle chinesische Heilverfahren wie die Akupunktur schließen sich hier nicht aus, „wir können oft eine ergänzende Behandlung anbieten“, betont Dr. Tobias Nitsch, Leiter des Zentrums für Traditionelle Chinesische (TCM) Medizin. Das Zentrum für TCM arbeitet schon lange mit verschiedenen Abteilungen des Klinikums zusammen. Nun soll in einer Studie, die von der Ethikkommission der Universität Freiburg grünes Licht erhalten hat und von der Universität betreut wird, die Wirkung von Akupunktur gegen die Nebenwirkungen der Strahlentherapie erforscht werden. „Verschiedene Studien zur Wirkung gegen Begleiterscheinungen von Chemotherapien wurden in den USA bereits durchgeführt, im Bereich der Strahlentherapie sind wir unter den ersten“, erläutert Christian Schwegler, der sich nach seiner schulmedizinischen Ausbildung in der chinesischen Medizin weiterbildete und nun als Arzt am Zentrum für TCM seine Promotion über die Möglichkeiten der Akupunktur erarbeitet. „Die Lager bezüglich alternativer Heilmethoden sind unter Ärzten gespalten. Wir Ärzte vom Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin sehen es als unsere Aufgabe, gerade hier in einem Lehrkrankenhaus der Universität Freiburg aktiv zu forschen, um durch wissenschaftliche Studien zu beweisen, wo unsere Medizin hilft“, betont Schwegler.
Folgende Frage steht bei der Studie im Vordergrund: Lässt sich eine Verbesserung der Lebensqualität während oder nach der Strahlentherapie durch Akupunktur erreichen?
90 Brustkrebspatientinnen im Alter von 18 bis 80 Jahren können auf freiwilliger Basis an der Studie teilnehmen. Sie erhalten nach jedem Bestrahlungstermin eine Akupunktursitzung über rund 20 Minuten – bis zu drei Mal pro Woche. Die Akupunktur ist für sie kostenlos, gewöhnlich kostet eine Sitzung zwischen 25 und 45 Euro.
Die Strahlentherapie ist neben Operation und Chemotherapie die dritte Behandlungsform zur Krebsbekämpfung. Die radioaktive Strahlung wirkt dabei als „Wachstumsbremse“ für das Tumorgewebe. Ziel der Strahlentherapie ist es, die Teilung der Tumorzellen und damit das Tumorwachstum zu verhindern beziehungsweise die Tumorzellen absterben zu lassen. „Die erforderliche Strahlendosis ist individuell verschieden und wird für jeden Patienten genau berechnet“, erläutert Dr. Peter Köhler, Leiter der Belegabteilung für Strahlentherapie am Klinikum Konstanz. Hierfür sind für den Krebspatienten mehrere, durchschnittlich zwischen 20 bis 30 Bestrahlungssitzungen nötig. Abgeschlagenheit, Schlafstörungen und Übelkeit können die Strahlentherapie begleiten.
„Während der klinischen Studie wird ein Drittel der Patientinnen direkt nach jeder Bestrahlung nach Regeln der traditionellen Akupunktur behandelt, ein Drittel der Patientinnen nach westlicher Akupunktur (die Nadelpunkte orientieren sich hierbei nicht nach Meridianen) und ein Drittel der Patientinnen erhält erst nach Abschluss der Strahlentherapie, Akupunkturtermine, um zu untersuchen, ob die Patientinnen eher von einer Unterstützung während der Therapie, oder einer Aufbaubehandlung im Anschluss daran profitieren“, erläutert Schwegler. Alle Teilnehmerinnen werden über die Wirkung der Akupunktur befragt und untersucht.
Studienleiter ist Privatdozent Dr. Stefan Rimbach. Als Chefarzt der Frauenklinik Konstanz ist er vor Ort erste Ansprechperson des Brustzentrums Bodensee, einer Kooperation der Frauenkliniken Konstanz und Friedrichshafen zur qualitätvollen Behandlung von Brustkrebspatientinnen. „Unsere Studie verfolgt keine kommerziellen Zwecke und erhält keine finanziellen Zuwendungen“, stellt Rimbach klar. Für die Mitarbeiter des Zentrums für TCM bedeutet das neben einem enormen organisatorischen Aufwand eine Leistung im Wert von mehr als 50000 Euro kostenlos zu bieten.

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