(openPR) -Presseerklärung vom 13.02.2004
Einen Hoffnungsschimmer, sieht Harald Werner, der gewerkschaftspolitische Sprecher der PDS, in der möglichen Einigung über einen neuen Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie.
Den Arbeitgebern ist es weder gelungen ihr provokantes Angebot noch unentgeltliche Arbeitszeitverlängerungen durchzusetzen. Was von Gesamtmetall vorgelegt und von Hunderttausenden mit Warnstreiks bekämpft worden war, hätte einen Paradigmenwechsel zur Folge gehabt. Erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik wollten die Arbeitgeber nicht nur Arbeitszeitverlängerungen durchsetzen, sondern diese Mehrarbeit auch noch kostenfrei bekommen. Offenbar haben sie zu hoch gepokert und gleichzeitig die IG Metall unterschätzt. Die ausgehandelte Tariferhöhung ist nicht begeisternd, aber die Verteidigung der 35-Stunden-Woche kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Hätten sich die Arbeitgeber durchgesetzt, wäre eine Trendwende eingeleitet worden, zumal die beabsichtigte Aushandlung der Arbeitszeit und die Höhe des Lohnausgleichs den Betriebsparteien überlassen bleiben sollte. Nun wird dem Tarifvertrag eine weitere Öffnungsklausel zugefügt. Auch das wäre unnötig gewesen, aber es bleibt dabei, dass Abweichungen vom Tarifvertrag eine Angelegenheit der Tarifvertragsparteien sind. Und darum ging es im Kern bei dieser Auseinandersetzung. Nur zu gern wollten die Arbeitgeber dies den erpressbaren Betriebsräten überlassenund damit ein Einfallstor für die Aufweichung der Tarifautonomie öffnen.


