(openPR) Frankfurt, 10.03.2009. Der Trend zur Kürze erreicht nach dem Twitterboom jetzt auch die Weiterbildungsbranche. Trainer Tom Peters beispielsweise veröffentlicht seine Weiterbildungsminis – fünf bis sechsminütige Videos – auf Youtube und erreicht damit mehrere Tausende Zuschauer. Als Weiterbildungsmaßnahme sind diese Kurzvideos jedoch nicht geeignet, bewertet Felix Müller, Geschäftsführer der Demos Europäische Wirtschaftsakademie GmbH:
„Kurzvideos dienen nicht der Weiterbildung. Deshalb ist der aktuelle Trend, Weiterbildung auf fünf oder sechs Minuten zu reduzieren, mehr als bedenklich. Auf der anderen Seite muss die Weiterbildung in Zeiten knapper Budgets effektiver werden. Gerade wenn das Personal auf ein Minimum reduziert wird, reißt ein Mitarbeiter, der mehrere Tage wegen Fortbildungsmaßnahmen fehlt, eine große Lücke.
Deshalb müssen Unternehmen dazu übergehen, Weiterbildungsmaßnahmen in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter zu integrieren. Dabei muss der Lerninhalt auf mehrere kürzere Einheiten verteilt werden. Eine oder zwei Stunden kann jeder Mitarbeiter mit Leichtigkeit für Weiterbildung aufbringen. Unsere Erfahrung zeigt, dass diese Lerneinheiten jedoch nicht kürzer als 60 Minuten sein dürfen. Entscheidend für den Erfolg der Weiterbildung ist die Kontinuität. Soft Skills lernt man nicht über Nacht, und ohne ausreichenden Dialog kann sich das Wissen auch nicht festigen. Die Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, das Erlernte mit eigenen Kenntnissen und Erlebnissen zu verknüpfen und praktisch anzuwenden.
Ganz entscheidend für jede Lernmethode muss sein, dass sie ins Gesamtkonzept Weiterbildung integriert ist. Außerdem muss das Lernangebot an die Anforderungen und Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst sein. Unternehmen, die blind einem Trend zu Weiterbildungs-Minis folgen, werden kaum Mehrwerte aus der Weiterbildung erzielen. Das ideale Weiterbildungsformat, welches für alle geeignet ist, gibt es ebenso wenig wie den Stein der Weisen. Ziel ist es vielmehr, möglichst viele Mitarbeiter an jedem Ort zu erreichen. Gleichgültig wie viel Zeit sie aufwenden können. Die Mitarbeiter müssen unterstützt werden, das Wissen aufzunehmen und in ihr Handeln zu integrieren. Unternehmen und Mitarbeiter können nur dann von der Weiterbildungsmaßnahme profitieren, wenn Wissen auch zu Handeln führt."










